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Gepostet by on September 20, 2026 in Allgemein | 5 Kommentare

Unser Bundeskanzler macht alles richtig

Ausgerechnet an diesem Wahlabend. Die CDU erlebt in Mecklenburg-Vorpommern ein Ergebnis, das Friedrich Merz selbst ein „Desaster“ nennt. Auch der Rückenwind aus Berlin sei ausgeblieben, räumt der Bundeskanzler ein. Und was macht Merz? Er verspricht nicht, jetzt vorsichtiger zu werden. Er sagt: „Ich möchte, dass unser Land wieder ein Land des Aufbruchs wird.“ Und: „Die Reformen müssen kommen.“ Richtig, Herr Bundeskanzler. Deutschland braucht Veränderung. Und Deutschland muss wieder investieren. Jahrelang galt die schwarze Null als Gütesiegel solider Finanzpolitik. Während wir uns für ausgeglichene Haushalte feierten, wurden Brücken marode, Schulen sanierungsbedürftig und das Schienennetz zum Sanierungsfall. Wir haben den Haushalt geschont und die Substanz verschlissen. Deutschland hat sich kaputtgespart. Und ausgerechnet Friedrich Merz hat nach der Bundestagswahl mit einem der zentralen Glaubenssätze deutscher Finanzpolitik gebrochen. Vor der Wahl hatte er noch gegen „immer neue Schulden“ argumentiert. Wenige Wochen später unterstützte die Union die Grundgesetzänderung für ein kreditfinanziertes Sondervermögen von bis zu 500 Milliarden Euro für zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität. Das war eine Kehrtwende. Aber war sie deshalb falsch?...

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Gepostet by on September 10, 2026 in Allgemein | 5 Kommentare

Haushaltsdebatte

Aufgrund der aktuellen Haushaltsdebatte im Bundestag möchte ich noch einmal auf meine Serie zu Geld, Schulden und der deutschen Finanzpolitik hinweisen. Denn die aktuelle Diskussion macht deutlich, wie sehr unsere Debatte noch immer von einem einfachen Bild geprägt ist: Schulden sind schlecht, Sparen ist gut – und ein Staat sollte wirtschaften wie eine schwäbische Hausfrau. So einfach ist es nicht. In meiner Serie geht es deshalb um die grundlegenden Zusammenhänge unseres Geldsystems: um die Rolle von Kredit und Geldschöpfung, um die Folgen einer Politik, die Verschuldung grundsätzlich als Problem betrachtet, und um die Frage, welche Folgen die jahrelange Fixierung auf die schwarze Null hatte. Dabei geht es mir nicht darum, jede Verschuldung für sinnvoll zu erklären oder politische Entscheidungen von vornherein gutzuheißen. Es geht darum, die ökonomischen Zusammenhänge zu verstehen, bevor man über sie urteilt. Und das gilt auch für unseren Umgang mit Politik insgesamt: Wir dürfen Politiker hart kritisieren – sollten aber nicht vergessen, dass wir ihnen am Ende auch Erfolg wünschen müssen. Deshalb wünsche ich unserem Bundeskanzler...

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Gepostet by on August 10, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Ohne neue Schulden stirbt unser Geldsystem

Wer die Schulden abschaffen will, hat unser Geldsystem nicht verstanden. Seit Jahrzehnten wird uns in Deutschland erzählt, der Staat müsse wirtschaften wie eine schwäbische Hausfrau: sparen, Schulden vermeiden, nur ausgeben, was vorher eingenommen wurde. Das klingt vernünftig. Für unser heutiges Geldsystem wäre es tödlich. Denn der volumenmäßig größte Teil unseres Geldes ist Buchgeld. Und dieses Buchgeld entsteht zu einem großen Teil durch Kreditvergabe. Das behaupten nicht etwa Kritiker unseres Geldsystems. Das erklärt die Deutsche Bundesbank selbst: Vergibt eine Geschäftsbank einen Kredit, schafft sie damit neues Buchgeld. Wird der Kredit getilgt, verschwindet das dadurch geschaffene Buchgeld wieder. Die Schulden schaffen das Geld. Und jetzt denken wir das Ideal der schwäbischen Hausfrau konsequent zu Ende: Alle sparen. Alle tilgen ihre Schulden. Niemand macht neue Schulden. Damit käme die Geldschöpfung durch Kreditvergabe weitgehend zum Erliegen, während bestehendes kreditgeschaffenes Geld durch Tilgung verschwindet. Gleichzeitig wird gespartes Geld geparkt, statt für Waren, Dienstleistungen oder Investitionen ausgegeben zu werden. Sparen, tilgen, keine neuen Schulden: Was für den Einzelnen vernünftig klingen mag, würde auf die gesamte...

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Gepostet by on Mai 12, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Der wahre Streit hinter dem DGB-Bundeskongress Warum selbst sozialistische Systeme Ungleichheit nie beseitigen konnten

Beim DGB-Bundeskongress wurde in diesen Tagen wieder intensiv über soziale Gerechtigkeit, Verteilung und wirtschaftliche Macht gestritten. Friedrich Merz verteidigte seine Reformpläne, stieß dabei jedoch auf erheblichen Widerstand. Doch auch Lars Klingbeil und Bärbel Bas bekamen zu spüren, wie schwierig die Debatte inzwischen geworden ist. Denn hinter vielen politischen Konflikten unserer Zeit steht letztlich dieselbe Frage: Wie viel Ungleichheit hält eine Gesellschaft aus? Die Antwort darauf wird heute oft schnell gefunden: Der Kapitalismus sei die Ursache wachsender Ungleichheit. Aber genau an diesem Punkt lohnt sich ein Blick zurück. Denn die vielleicht unbequemste Erkenntnis der Wirtschaftsgeschichte lautet: Selbst Systeme, die den Kapitalismus weitgehend abgeschafft haben, konnten Ungleichheit nicht beseitigen. Die DDR ist dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Dort gab es kaum private Großunternehmen, keine bedeutenden Aktienvermögen und nur stark begrenztes privates Betriebsvermögen. Große Teile der Wirtschaft waren staatlich organisiert. Aus klassisch kapitalistischer Sicht müsste man also erwarten, dass Vermögensunterschiede weitgehend verschwinden. Doch genau das geschah nicht. Auch in der DDR existierten erhebliche Unterschiede zwischen den Menschen: zwischen Eigentümern und Mietern, zwischen Haushalten...

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Gepostet by on Dezember 24, 2025 in Allgemein | 4 Kommentare

Deutschland im internationalen Vergleich: Warum der Untergangsdiskurs in die Irre führt

Geht es Deutschland wirklich so schlecht, wie es in vielen öffentlichen Debatten klingt? Oder ist schlicht der Maßstab verloren gegangen, an dem der Zustand des Landes gemessen wird? Wer von Krise spricht, sollte vergleichen – historisch, international und nüchtern. Denn „Niedergang“ ist kein Gefühl, sondern eine Diagnose, die nur im Verhältnis zu Alternativen Sinn ergibt. Genau dieser Vergleich fehlt im deutschen Untergangsdiskurs auffallend oft. Natürlich steht Deutschland vor realen Herausforderungen: wirtschaftlicher Strukturwandel, demografischer Druck, politische Fehlentscheidungen, gesellschaftliche Polarisierung. Wer diese Probleme leugnet, verkennt die Realität. Doch ebenso problematisch ist das andere Extrem: aus realen Schwierigkeiten eine pauschale Erzählung vom Abstieg, Kontrollverlust oder Systemversagen zu machen. Genau hier lohnt der Blick über die Landesgrenzen. Internationale Vergleichsindikatoren messen Lebensqualität nicht nach Stimmung, sondern anhand klar definierter Kriterien wie Lebenserwartung, Bildungsniveau und Einkommen. Der Human Development Index (HDI) der UNDP  (United Nations Development Programme) bündelt genau diese Faktoren — und ordnet Deutschland seit Jahren der höchsten Entwicklungsgruppe („very high human development“) zu. Was bedeutet das konkret? Wer viel reist oder länger im...

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