Künstliche Intelligenz ist noch immer keine Intelligenz
Im April habe ich an dieser Stelle eine ziemlich unpopuläre These vertreten: Künstliche Intelligenz ist keine Intelligenz. Nicht, weil die Technologie nichts kann. Im Gegenteil. Sie wird unsere Wirtschaft und Gesellschaft verändern. Sondern weil wir ihr mit dem Wort „Intelligenz“ etwas zuschreiben, was sie nicht besitzt. Knapp fünf Monate später liefert ausgerechnet OpenAI selbst ein bemerkenswertes Argument dafür. Das Unternehmen hat sein neues KI-Modell „Astra“ vorgestellt. OpenAI-Präsident Greg Brockman spricht laut NZZ von einem „gewaltigen Sprung in den Fähigkeiten“ und deutet sogar an, das Modell habe die Schwelle zur künstlichen allgemeinen Intelligenz – AGI – erreicht. Das wäre eine gewaltige Nachricht. AGI ist schließlich die große Verheißung der KI-Industrie: eine Maschine, die nicht mehr nur einzelne Aufgaben erledigt, sondern intellektuelle Fähigkeiten besitzt, die mit denen des Menschen vergleichbar sind. Doch dann kommt der entscheidende Satz. Brockman räumt ein, AGI sei heute eher ein „Missions- oder spirituelles Konzept“ als ein klar definierter technischer Meilenstein. Man muss sich diesen Widerspruch einmal klarmachen. Da wird angedeutet, ein technologischer Menschheitstraum könnte erreicht sein...
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