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Wann ist „Game over“ bei Gamestop?

1. Februar 2021 - Raimund Brichta in Allgemein | 38 Kommentare

Die Börse zockt, aber die Hedgefonds sind im Hintertreffen. Das ist die Geschichte einer Aktie namens Gamestop und Millionen junger Spieler, die ausgerechnet den Profizockern das Fell über die Ohren ziehen wollen. Über die Hintegründe dieses großen Bluffs und seine Folgen sprechen die ntv-Moderatoren Raimund Brichta und Etienne Bell in dieser aktuellen Folge von „Brichta und Bell – Wirtschaft einfach und schnell“.

https://art19.com/shows/brichta-und-bell/episodes/ab34ca37-4258-46ca-ab46-fc2f7452ff34

 

38 Kommentare

  1. Gesetzmäßig müsste das „Verleihen“ von Aktien den Institutionellen verboten werden, dann könnten Hedgefonds nicht spekulieren!! Gruß Dieter

  2. Hi Herr Brichta,

    seit -zich Jahren bin ich täglicher, dankbarer Nutzer von NTV..

    Ihr Kommentar am Freitag zum Thema PLAYSTOP : „Manipulation durch Klein-Anleger“ hat mich extrem irritiert i!!!!!!. Wir alle wissen, daß die Finanzkrise 208/209 – ohne den leisesten Zweifel- durch die ursächliche & kriminell-manipulierende Gier der Banken & Konsorten. entstanden ist Wäre dankbar für Ihre Stellungnahme zu Ihrer m.E. absurden, hoffentlich vorläüfigen
    Bewertung dieses epochalen.Events…..!

    Mfg
    Lutz

    PS: Bin mir schon bewußt, daß der sog. „Kleinanleger“ bei den NTV-Werbe-Einnahmen eher nicht in Sichtweite der Sieger-Podestplätze zu finden ist….

    • Ups,

      erstens heißt die Firma Gamestop, nicht Playstop 😉

      Zweitens würde ich gerne wissen, welchen „Kommentar“ bei ntv Sie meinen?
      Soweit ich mich erinnere, hatte ich mich am Freitag in einer Sendung lediglich mit einem zugeschalteten Interviewgast über die Frage unterhalten, inwieweit eine gemeinsame Verabredung zur Kursmanipulation rechtens ist. Was ist daran „absurd“? Und was hat das mit mit Werbeeinnahmen zu tun?

      Fragen über Fragen also, die sich aus ihrem Kommentar ergeben.

  3. Die Aktualität stimmt nicht… Robinhood hat zwar den Kauf von den bestimmten Aktien am Freitag wieder zugelassen, aber nur limitiert auf 5 Stück(!!!)… das ist weiterhin für mich das Unding. Und heute sind weiterhin 5 Aktien bei Robinhood begrenzt in der Kaufmöglichkeit… was hat denn das mit freiem Markt zu tun? Entweder die Aktien vom Handel aussetzen, aber doch nicht so!

    Genauso der Sachverhalt, dass 140 Prozent der frei verfügbaren Aktien überhaupt leerverkauft werden konnten durch die Hedgefonds… klar ein Verbot für solches Gebaren!

    Ich möchte jetzt weder Partei für Robinhood-User ergreifen, noch die Hedgefonds total verteufeln… es ist aber klar, dass gewisse Regulierungen kommen müssen… oder man überlässt den Markt ganz den freien Regeln…

    Ich bin aber für eine gewisse Regulierung, um extreme Exzesse am Markt einzuschränken, denn das schadet dem Markt insgesamt einfach…

    Allerdings muss der Kauf wie Verkauf im Grundsatz immer erlaubt bleiben, das ist für mich der größte Skandal an der Geschichte… und nicht eine Community von Spekulanten, die sich in sozialen Netzwerken austauschen, ja vielleicht auch in einer Art absprechen… wo der größete Teil doch sowieso ihr Lehrgeld wird zahlen müssen…

    Ich bin gespannt was passiert, wenn auch die 5 beschränkten Aktien im Kauf wieder voll zugelassen werden müssen… lange können sie das sowieso nicht verbieten… und ich glaube Robinhood wird das alles nicht überleben.

    Aber ich freue mich z.B. L&S Aktien zu besitzen und der Januar war gigantisch nach den heute vermeldeten Vorabzahlen, entsprechend profitieren eben auch Aktien vom verstärkten Handel an der Börse und der Trend wird sich grundsätzlich die nächsten Jahre fortsetzen, denke ich, es wird wesentlich mehr kurzfrisitg gehandelt und die Anlage ist nicht mehr mittelfristig oder gar langfristig ausgerichtet.

    • Ein guter Podcast, danke.

      Eine gewisse Schadenfreude habe ich schon und überhaupt kein Mitleid mit den Shorties.

      Aus meiner Sicht gehören Leerverkäufe, gedeckte und erst recht ungedeckte, verboten. Beim Ersteren wird den Aktionären mit Hilfe ihrer eigenen Aktien Schaden zugefügt, oft ohne ihr Wissen, ich habe deshalb meiner Bank verboten meine Aktien auszuleihen, und bei Letzterem wird etwas verkauft das gar nicht existiert.
      Leerverkäufe sind in etwas so als würde ich Herrn Brichtas Haus billig verkaufen und er müsste es von mir teuer zurück kaufen. 😉
      Auch dass es Möglich ist 140% der ausstehenden Aktien leer zu verkauft lässt viele Fragen betreffend des Systemes offen.

      Herrn Brichta’s Einschätzung betreffend der Absprachen bei WSB und das diese höchstwahrscheinlich illegal sind teile ich so nicht, dann müssten auch viele Börsenbriefe und Analystenforen als solche eingestuft werden. Ist jedoch meine persönliche Ansicht, ich bin mir sicher es werden sich noch Gerichte damit beschäftigen. Es ist doch immer noch jedem seine Entscheidung ob er diesen Vorschlägen folgt oder nicht.
      Verheerend finde ich die verhängten Stopps beim Handel, wehm wollte man damit Vorteile verschaffen oder wehn angeblich schützen?

      Ich finde auch, man kann nicht einfach Billionen auf den Markt schmeissen und die Spielregeln vernachlässigen, da gibt es dringenden Handlungsbedarf beim Handel und der Besteuerung, speziell bei den grossen Mitspielern nicht nur beim kleinen Mann.

      Wünsche allen eine schöne Woche

      • „Herrn Brichta’s Einschätzung betreffend der Absprachen bei WSB und das diese höchstwahrscheinlich illegal sind teile ich so nicht, dann müssten auch viele Börsenbriefe und Analystenforen als solche eingestuft werden.“

        Fakt ist, dass Absprachen zur Manipulation von Kursen illegal sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Absprachen öffentlich im Netz oder im Geheimen getroffen werden. Inwieweit solche Absprachen bewiesen werden können, ist eine ganz andere Frage.

    • Hallo Andreas,

      ich hatte auch schon die Idee, Börsenaktien zu kaufen, weil in dieser Börsenphase die Zockerei ein ganz neues Ausmaß annimmt. Frei nach dem Motto: „Wenn (im wilden Westen) der Goldrausch ausbricht, soll man mit Schüppen handeln.“

      Einzelne Aktien sind allerdings nicht mein Stil, obwohl es mich manchmal juckt. Immerhin zeigen diese Vorgänge, dass die Börsen im Prinzip immer noch nach oben wollen.

      • Hallo Aries,

        L&S habe ich erst seit letztem Jahr Herbst, zu 36 Euro eingestiegen und da ich damals schon dachte relativ teuer evtl. und schon recht gut gelaufen, nur eine kleine Position… dass nun diese Kurse rauskommen, hätte ich nie zu träumen gewagt.

        Natürlich ist der Januar jetzt eine Sondersituation, aber ich denke, das grundsätzliche Börsenverhalten ändert sich mehr zu kurzfristig agieren, nicht unbedingt alles aussitzen, sondern Handel, Handel, Handel… und die neue junge Generation Trader, wird viel Lehrgeld zahlen, aber trotzdem an der Börse dabei bleiben… weil es gibt keine Alternativen und sonst Minuszinsen und bald mehr Inflation.

        Ich hatte bis 2007 auch nur immer Fonds, dann ab 2007 zunehmend Einzelaktien, aber viel zu wenig und daher Klumpenrisiko… seit 2015 deutlich mehr Vielfalt im Depot und fast nur noch Einzelaktien… Fonds nur über ETF in den Jahren und nur Spezialdinge… Goldminen, mal Länder Brasilien, Türkei, Russland kurzfristig gespielt…

        Ich habe Spaß an der Börse und Einzelaktien sind zwar volatiler und höheres Risiko, aber wenn sie laufen, kann man gut Geld verdienen… deswegen eher so bissl Trading… möglichst guter Einkauf, dann sie laufen lassen und wenn ich denke das reicht, Gewinne mitnehmen… natürlich gibt es immer auch Fehlkäufe, das gehört dazu… auch wenn ich meine Performance verbessern möchte.
        2020 ist mir das echt gut gelungen und über den bisherigen Start in 2021 kann ich mich auch nicht beschweren, die meisten Werte laufen… heute habe ich z.B. weiter Mutares nachgekauft und bin bei TAAT wieder mit einer Miniposition eingestiegen… also bissl Spaß und Vision muss also auch immer sein, auch wenn ich Nichtraucher bin… *schmunzel*

  4. 1. Jeder kann kaufen und verkaufen was er will – jedenfalls nach deutschem Recht. Und haben muss er es nicht – nur liefern können oder Schadensersatz leisten.
    2. Und das ist auch gut so.
    3. Ich vermag keinen Unterschied darin zu erkennen, Aktien zu kaufen und auf einen Kursanstieg zu warten oder Aktien zu verkaufen (die man sich borgt o. ä.) und auf einen Kursverfall zu warten.
    4. Das Blockieren der Order durch Robinhood oder andere sollte zum Aus der Plattform führen (und wird es auch).
    5. Wenn die Fonds, insbesondere die ETF, keine Aktien mehr verleihen (dürfen) oder deren Anleger darauf achten, dass das nicht zulässig ist, verändert sich die Situation ohnehin.
    6. Vielleicht sollte man gegen so einen ETF-Anbieter einfach mal eine Strafanzeige als Anleger stellen. Denn der Anbieter muss davon ausgehen, dass der Anleger mit seiner Anlage auf einen Kursanstieg investiert. Dass dann der ETF-Anbieter die vom Geld des Anlegers gekaufte Aktie einem Dritten überlässte, damit jener auf einen Kursverfall wettet, erscheint einer Nachprüfung durch die Strafverfolgungsbehörden zugänglich. Immerhin dürfte genau aus diesem Grund der ETF (also der basierende Index) an Wert verlieren.

    • Es gibt ETFs, die keine Wertpapierleihe betreiben. Allerdings ist die Performance niedriger als bei ETFs, die verleihen, da ja keine „Verleihgebühr“ vereinnahmt wird.

      Ein solcher (wohl solider und breit aufgestellter) ETF ist der
      SPDR MSCI (All World ACWI (WKN A1 JJ TC).

  5. Moin Herr Brichta,

    ich kann mich noch gut an den LTCM Kollaps vor 22 Jahren erinnern. Damals wurden ca 4 MRD USD verbrannt. Die Krise sprang auf die Anleihe und Devisenmärkte über. Ich kann mich an eine Tagesveränderung von 15 Big Figures in USD/JPY erinnern. Notenbank Interventionen waren damals nötig. Das Problem des Leveraging der Hedge Fonds wird mit der Corona Geldschwemme gefährlich. Es ist nicht damit getan, dass wenn der Long Squeeze kommt die Zocker ihr Geld wieder verlieren. Wenn Hedge Fonds in Summe wanken , dann ist unser globales Finanzsystem bedroht. Wollten Sie das aus gutem Grund nicht anreissen? Beste Grüße

    • Hallo zurück,

      genau: das Finanzsystem hat LTCM und sogar die große Finanzkrise überstanden. Es wird definitiv nicht an den Gamestop-Zockern zugrunde gehen. Entsprechende Spekulationen sind nichts anderes als die üblichen Dramatisierungen, die es in solchen Fällen immer gibt. Und genau deshalb beteilige ich mich nicht daran. In ein paar Monaten wird niemand mehr darüber reden.

      Dass unser Finanzsystem trotzdem irgendwann zusammenbricht, wie ich es auch in den Podcasts immer wieder betone, ist eine ganz andere Frage. Das hat aber nichts mit diesen Zockereien zu tun. Mehr dazu in diesem Blog und in unserem Buch.

  6. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Game over ist dann, wenn die Geldquelle versiegt. So lange die Billionen vom Himmel fallen, wird weiter gezockt. Die Zentralbanken sorgen dafür, dass die Finanzmärkte immer weiter im Geld ertrinken. Sie züchten gerade zu die Robin Hoodl‘ler 😉

  7. hmmmh auch die Kreditlinien der Broker und Clearings spielen ne große Rolle – aber auch die Regulierung der Börse. Bin mal gespannt wie weit man da noch zuschaut.

  8. Hallo Raimund
    Was passiert wenn ein Fonds oder ein ETF Anbieter die Aktien an Dritte verleiht
    und dieser dann insolvent wird. Dann steht mein Fonds ohne Aktien da.

    • So ist es. Deshalb bevorzugen einige ja solche Fonds, die Verleihgeschäfte ausdrücklich ausschließen. Dann ist dieses Risiko nicht vorhanden. Dafür entgehen dem Fonds auf der anderen Seite Einnahmen, die auch dem Fondsanleger zugute kommen können. Man muss also abwägen, was einem wichtiger ist.

  9. Ich denke, dass hier niemand Hetty Green kennt, die Hexe der Wallstreet. Hetty lebte zur Zeit des US Bürgerkrieges. Was Hetty gemacht hatte? Naja sie war eine Hexe. Sie kaufte alle Aktien einer Firma, die eigentlich pleite war und als die Shortseller eindecken mussten, diktierte sie den Preis. Nein, hat sie gemacht, hat sie öfters gemacht und sie hat damit Geld gemacht. Sie war eine Frau, dass macht es zu einem Unding. Das durfte nicht sein. Das machte sie zur Hexe. Alles was gerade passiert, ist nicht neu. Es ist immer so, dass etwas 30 Jahre lang funktioniert, bis jemand kommt, der es aushebelt. Vor 200 Jahre war es Hetty, heute sind es Robin Hoodler. Was ich sagen will, es ist nicht neu. Aber nach vielen Jahren erscheint es wieder neu. War es nie. Shortseller wurden schon immer gekillt. Nicht jedes Jahr, aber alle paar Jahrzehnte. Und lieber Raimund, Hetty hatte ihre Aktien bis zum Schluss überteuert verkauft. Das können vielleicht die RBler nicht. Aber sie konnte es und hat es durchgezogen. Ihre Short Killers hat sie durchgezogen.

    • „Und lieber Raimund, Hetty hatte ihre Aktien bis zum Schluss überteuert verkauft. Das können vielleicht die RBler nicht.“

      Richtig, das können die RBler nicht.

      Die ersten Ratten verlassen schon das sinkende Schiff. Hier der aktuelle Chart von Gamestop:

    • „Und lieber Raimund, Hetty hatte ihre Aktien bis zum Schluss überteuert verkauft. Das können vielleicht die RBler nicht.“

      Richtig, das können die RBler nicht.

      Die ersten Ratten verlassen schon das sinkende Schiff. Hier der aktuelle Chart von Gamestop:

  10. Ich höre mir Ihr „Wirtschaft einfach und schnell“ seit ca. einem Jahr
    regelmäßig an – prima & vielen Dank dafür.

    Zur aktuellen Folge habe ich folgende Frage, wobei ich das Thema Short
    Squeeze verstehe: warum auch Varta, denn bei dieser Aktie kann ich den
    Aspekt des „strukturell schwächelnden“ Geschäftsmodells ohne Perspektive
    wie Gamestop, Blackberry,… nicht nachvollziehen.

    Die Frage hat auch einen persönlichen Bezug: überlege bei welchem Preis
    ich wieder einsteige, nachdem ich bei etwas über 150€ verkauft habe.

    Herzliche Grüße

    Ulrich R.

    • In der Tat verhält es sich bei Varta etwas anders. Hier hatten geschäftliche Spekulationen wie die über eine wachsende Konkurrenz Shortys auf den Plan gerufen. Aber aus welchen Gründen Leute auf fallende Kurse wetten, ist letztlich egal. Man sieht lediglich die Anzahl der Shortpositionen in den dafür gängigen Statistiken und kann so eine Gegenposition einnehmen, wenn man meint, dass es zu einem Short-Squeeze kommen könnte.

      Trading-Tipps gebe ich selbstverständlich nicht. Die Entscheidung über einen eventuellen Wiedereinstieg liegt ganz allein bei Ihnen 😉

      • Servus Herr Brichta 🙂

        vielen Dank für Ihre ergänzende Erläuterung!

        Herzliche Grüße

        Ulrich R.

    • Ich hatte mir auch überlegt, Varta zu kaufen und hatte mir folgendes überlegt: Varta hatte schon UBoot Batterien gebaut. Aber sie waren noch nie so erfolgreich wie jetzt? Oder doch?
      Varta war beinah Nummer eins bei Batterien. Aber sie haben damit kein Geld gemacht.
      Also kommt die Frage auf, ob es mit Akkus anders wird?

      Da habe ich gekniffen: Meine Antwort war: In 10 Jahren NEIN!
      Die Frage wäre also: Wird Varta in 10 Jahren mehr Geld mit Akkus verdienen als vor 5 Jahren mit Batterien? Akkus können andere auch herstellen, sogar gute. Wenn Du in 5 Jahren ein Handy kaufst, kaufst Du es wegen dem Akku oder der Marke ala Apple? Hat Dich das Akku je interessiert?

      Ich habe mich wegen diesen Fragen entschieden, Varta nicht zu haben. In 5 Jahren will keiner wissen, von wem das Akku kommt, wenn er etwas kauft. Aber das ist nur meine Meinung.

      Allerdings sollte sich jeder auch mal bewusst machen, dass Tech Aktien nicht automatisch Reichmacher sind. Die allermeisten verglühen. Google, Amazon, Apple sind Ausnahmen. Die meisten waren wie AOL, Yahoo, Nokia, Commodore.

      Man hat in der Regel die Falschen und die meisten verglühen. Zur Zeit will das keiner hören. Aber die meisten Tech Aktien von Heute werden auch nur verglühen.

      Ich würde sogar wetten, dass eine Unilever länger lebt und Gewinne bringt als eine SolarEdge. Oft verglüht Technik schnell. Und ich weiß das. Ich hatte mal Solarworld. Ich hatte auch Yahoo, AOL, Nokia.

      Mein Tipp zu Varta: Sei vorsichtig und setze wenig ein. Varta kann Nokia von 1998 sein. Nur mit einem schlechteren Produkt.

      • „Unilever“ hhm. halte Unilever, Kellogg’s, Nestlé… notieren alle in den letzten Monaten relativ schwach. Alle vertreiben Markenprodukte. Haben es Markenprodukte in den Supermärkten schwerer als früher? Auch Kerry Gold, Kraft, General Mills u. Danone tun sich schwer. Gründe?

        • „Unilever“ hhm. halte Unilever, Kellogg’s, Nestlé… notieren alle in den letzten Monaten relativ schwach. Alle vertreiben Markenprodukte. Haben es Markenprodukte in den Supermärkten schwerer als früher? Auch Kerry Gold, Kraft, General Mills u. Danone tun sich schwer. Gründe?

          Nein, das ist wie immer. Sicher wird einer mal kaputt gehen. Aber diese Aktien haben nie schnell Geld gemacht. Sie haben dafür Jahrzehnte gebraucht. Du konntest 1998 eine Cola kaufen und warst auch 2009 im Minus. Aber Du warst noch da. Du hättest 1998 auch Nokia kaufen können oder Yahoo, wurde Dir sogar in Filmen empfohlen. Der Punkt ist da eher, Du kannst immer falsch kaufen, weil zu teuer. Die Frage ist aber auch, was in 20 Jahren noch da ist. Zur Zeit sind alle Tech geil. Was wird noch in 20 Jahren da sein. Und ich sage Dir noch etwas. Du wirst innerhalb von 5 Jahren mit Aktien wie Unilever, Nestle und Co nie Spaß haben. Sie machen auch keine großen Gewinne. Sie sind halt nur in 30 Jahren noch da. Das ist aber ein gewaltiger Unterschied. Weil viele Highflyer von heute in 30 Jahren nicht mehr da sein werden. Deine Aktien, die ich auch die meinen nenne, nenne ich Dinos. Sie sind ein großer Teil meines Depots und ich weiß, dass sie schlecht performen. Das ist aber für mich ok. Weil sie nur eine Aufgabe haben. Zahle Dividende und sei in 30 Jahren noch da. Mit dem anderen Teil meines Geldes greife ich auch an. Ich habe mir auch 10 Solaredge gekauft. Aber halt nur 10.

      • „Ich würde sogar wetten, dass eine Unilever länger lebt und Gewinne bringt als eine SolarEdge.“

        Sollte SolarEdge tatsächlich mal „verglühen“, werden wir es rechtzeitig merken, ohne uns die Finger zu verbrennen. Bei AOL, Commodore und Nokia hatte sich das Verglühen ebenfalls an der Börse angekündigt.

        • Ich hatte Yahoo. Das KGV war hoch. Mit einem “ ich bin bald so reich, dass mir alles egal sein kann“ ging ich in das Jahr 2000. Yahoo meldete immer gute Zahlen, das KGV war aber hoch, über 100.

          Dann kam die Baisse 2k. Der Kurs fiel, aber die Nachrichten waren immer noch super. Es fielen halt alle Aktienkurse. Die Nachrichten wurden erst schlechter, als der Kurs deutlich über 50 Prozent gefallen war.

          Man ging mit Yahoo durch eine Baisse and sie kamen nicht wieder hoch. Kann man das sehen?

          Nicht immer: Im März letzten Jahres hätte eine Baisse starten können. Wie haben wir reagiert? Wir sind mit durch gegangen. Es war zum Glück keine Baisse. Aber wenn es eine gewesen wäre, wären wir volle Kanne mit hineingegangen und wenn dann ein Wert nicht mehr hoch gekommen wäre, dann wäre es halt so.

          Formulieren wir es anders: Ich habe mehr als 100% Kursgewinn mit Texas Roadhouse. Haben wir das gesehen? Und warum glauben wir, dass wir es sehen, wenn es andersrum läuft.

          Und fehlt die wichtigste Disziplin: Man muss eine Baisse überleben. Wir haben noch keine Baisse hier erlebt.

          Ich kann Dir sagen, was ich in meiner größten Baisse erlebt habe. Meine Helden vor der Baisse waren nach der Baisse kaputt. Ich konnte nicht sehen, dass alle Aktien lange und stark fallen. Aber meine Helden waren richtig gefallen.
          Von den Hightechs Riesen 2000 hat sich nur Microsoft gut entwickelt. Hat damals niemand gedacht. Aber es war nur dieser eine Wert. Alle großen Hightechs von damals sind untergegangen.

          Ob wir das sehen können? Ich hoffe, ich lebe lange genug, um es selber zu sehen.

          Ich denke immer, es zählt nicht, was man im Bomm verdient. Die Masterdisziplin ist die Baisse. Und eine Baisse ist immer überraschend.

          • „ Im März letzten Jahres hätte eine Baisse starten können. Wie haben wir reagiert? Wir sind mit durch gegangen. Es war zum Glück keine Baisse. Aber wenn es eine gewesen wäre, wären wir volle Kanne mit hineingegangen und wenn dann ein Wert nicht mehr hoch gekommen wäre, dann wäre es halt so.“

            1.
            „rechtzeitig“ heißt nicht, dass man es stets zu Höchstkursen merkt. Also auch wenn man es nicht zum Höchstkurs merkt, kann es noch rechtzeitig sein, selbst wenn man einen Verlust realisiert. Was aber nicht passieren darf, ist: Jahrelang den fallenden Kursen zuzusehen und zu meinen „das wird schon wieder“.

            2.
            Man kann sich bei einem Crash wie im März auch „rechtzeitig“ absichern. Dann macht man von da an die Baisse, sollte sie kommen, nicht mehr mit. Was man dann mit den einzelnen Werten im Depot macht, entscheidet man dann später in aller Ruhe.

      • Guter Beitrag Marco… ich möchte jetzt nicht über Varta urteilen, besitze auch keine Aktien von denen… die Frage ist nur, wenn sich Varta in der Qualität und der Haltbarkeit der Akkus von der Konkurrenz abhebt, spielt es für den Verbraucher schon eine Rolle, habe ich ein Markenprodukt im Auto oder ein NoName mit ggf. schlechterer Qualität… der Markt könnte aber trotzdem groß genug für Varta mit sein, dort ein Stück vom Kuchen abzubekommen und damit gut Geld zu verdienen.

        Zu der Aussage mit den Techs stimme ich dir zu… viele verglühen wieder, weil sie mit den Erwartungen nicht Schritt halten, mit den Großen nicht konkurrieren können oder sich das Geschäft sich ziemlich wandelt… viele Unternehmen werden gehypt momentan, nur weil es Tech ist… völlige Blase in der Bewertung. IPO von Auto1 ist das beste Beispiel… Bewertung völlig Irrsinn…

        Mein Depot ist mit wenig Tech und ich denke, ich fahre damit 2021 besser…

  11. Sorry…nicht meine Welt, da bleibe ich u.a.lieber bei Siemens, einem Hightech-Wert mit ansprechendem KGV, vernünftiger Dividende, soliden Auftragsbestand….sogar die EK-Quote ist akzeptabel… trotzdem von manchen Experten als Krüppel bezeichnet (vgl. Bilderrätsel).

  12. Nein, das denke ich nicht. Sonst wäre ja Börse einfach.

    • „einfach“ ja vgl.
      Die unbeschreibliche Leichtigkeit des Geldanlegens

  13. Was will ich über Jahre mit Aktien, die nur in Krisenzeiten eine gute (Out)Performance machen, wie Nestle… ja sie gibt es auch noch in Jahrzehnten, aber sie deshalb kaufen, wo es in guten Börsenzeiten viele bessere Performer gibt? Also ich werde nie Nestle oder Unilever kaufen…

    … und wie ich schon schrieb, viele Techwerte meide ich bei den Bewertungen auch konsequent…

    Ich fühl mich einfach dieses Jahr bei Stahl, Chemie, teilweise Autos recht wohl, die Branchen nehmen ein größeres Stück vom Depot ein (30-40 Prozent).

    Bestes Beispiel KlöCo heute, die Prognose für Q1/2021 zerlegt regelrecht die Analystenschätzungen und soll nicht erst Q2 bzw. Q3 die Wirtschaft erst wieder deutlicher anziehen?

    KlöCo war ab 2007/2008 ein großer Bestandteil meines Depots und blieb es über viele Jahre (eine Zeit meiner größten Börsenfehler)… die Konsequenz war dann 2013 oder 2014 entnervt mit fast fünfstelligem Verlust verkauft, Chinastahlschwemme und Co… KlöCo hat immer enttäuscht.

    Zwischendurch mal eine kleine Tradingposition in KlöCo… bloß die richtige Investition habe ich erst wieder um und unter 5 Euro 2020 getätigt und sogar heute weiter aufgestockt… ich erwarte viel von KlöCo dieses Jahr, Materialhandelsplattform (eventuell ein echt geheimer Schatz), gute Stahlmarktentwicklung bei guten Preisen, da gute Nachfrage… KlöCo hat die Prozesse deutlich digitalisiert, dadurch deutlich Personal und Kosten einsparen können, Marktanteile in Coronazeiten ausgebaut… bin mal gespannt, ob mein Optimismus hier bei dem Unternehmen aufgeht.

    Kurz um, Value-Werte, klassiche zyklische Werte werden mit die Performer von 2021 sein, denke ich…

    • „Stahl, Chemie teilweise Autos“…damit könntest du 2021 durchaus richtig liegen. BASF, Evonik, BHP, Vale halte ich auch. Bin etwas weniger spekulativ unterwegs u. halte wg. der breiteren Streuung zunächst weiter auch Nestlé, Unilever u.Kellogs

      • Peter, spekulativ sehe ich bei mir eher meine (kleinen) Positionen in TAAT, Bitcoin, Cegedim, Portugiesische Post, Einhell, mVise und vielleicht auch wieder Grenke…

        Aber Stahl, Chemie und Co sind zwar zyklische Werte, aber von einem spekulativen Investment würde ich bei den Werten nicht reden.

        Klassische Rohstoffwerte meide ich im Gegensatz zu dir auch, weiß da aber nicht warum, ist halt so…

        • „Rohstoffwerte“ sind naturgemäß werthaltig u. klassische Konjunkturtitel…man kann aus den Charts frühzeitig einen Aufschwung erkennen vgl.BHP die letzten Monate…einen Abschwung machen sie natürlich auch mit, aber sind meist gute Dividendenzahler. Ölaktien halte ich seit geraumer Zeit nicht mehr…aber Kupfer, Nickel etc. sind halt einfach werthaltig

    • Klöco-Genusscheine hatte ich auch mal…es drohte Totalverlust..letztlich bin ich mit einem blauen Auge bzw. noch leichten Gewinn davongekommen.Reines Glück. Hat halt viel mit der Bewertung der Vorräte zu tun. Läuft die Konjunktur nicht werden Warenbestände abgewertet.

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