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Was ist von Libra zu halten?

2. Juli 2019 - Raimund Brichta in Allgemein | 4 Kommentare

Darüber diskutiere ich mit Jens Bernecker in unserem neuen Podcast, Folge 12.

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank dafür, dieses Zukunftsthema jetzt aufzugreifen.

    Vielleicht verbirgt sich hier ja auch die Lösung für das, was kommt, wenn die nationalen Währungen ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

    Mich macht auch die Trump-Nominierung von Judy Shelton für das FED-Board nachdenklich. Sie wünscht sich ja die Zinsen auf 0 und die Wiedereinführung des Goldstandards. Was dabei herauskommen würde, müsste doch das genaue Gegenteil von Trumps gewünschter lockerer Geldpolitik sein.

    Insgesamt zeichnen sich damit schon mehrere Alternativen zur aktuellen Notenbankpolitik ab. Ihnen scheint gemeinsam zu sein, dass das Geld wieder mit „echten“ Werten (Staatsanleihen oder Gold)hinterlegt wird.

  2. das ist eine interessante geschichte, fb hat die kunden und die reichweite, um so etwas zum erfolg machen zu können

  3. Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank dafür!

    Ich freue mich darauf, zukünftig mehr von Ihnen zum Thema Kryptowährungen zu hören/lesen.

    Dazu gibt es natürlich jede Menge Fragen, z. B.: Was bedeuten Kryptowährungen für das Geldsystem insgesamt, wenn die Krypto-Geldmengen volkswirtschaftlich relevant werden? Kann eine Vielzahl paralleler (Krypto-)Währungen vielleicht stabilisierend wirken oder den Zusammenbruch hinauszögern? Oder wären Libra & Co. eher Brandbeschleuniger? Sind die Kryptowährungen die „Zigarettenwährungen“ der Zukunft? Könnten einzelne Staaten eine Kapitalflucht in Libra (und damit ggf. auch indirekt ins Ausland) wirksam verhindern? Was geschieht in Finanzkrisen bzw. bei Staats- und Notenbankpleiten? Könnten betroffene Staaten die Libra-Konten ihrer Bürger einfrieren oder deren Nutzung regulieren? Wären betroffen Staaten nicht gezwungen, Libra & Co. zu verbieten, um eine Währungsreform mit Neu- bzw. Wiedereinführung einer eigenen nationalen Währung überhaupt durchführen zu können? Welche Möglichkeiten hat Facebook bzw. Calibra, wenn die Staatsanleihen, die ja eigentlich den/die Libra decken sollen, nichts mehr wert sind? Schließlich könnten sich einzelne Pleitestaaten auch leicht ihrer Schulden entledigen, wenn Facebook bzw. Calibra Hauptgläubiger ist – Facebook zahlt die Zeche (und vorher wird gefeiert), oder nicht?

    P. S.: Ich erwarte nicht, dass Sie diese Fragen alle beantworten, sofern überhaupt möglich. Aber vielleicht geben sie ja die eine oder andere interessante Anregung.

    • Interessante Fragen. Hier ein paar Gedanken dazu:

      1.
      „Kann eine Vielzahl paralleler (Krypto-)Währungen vielleicht stabilisierend wirken oder den Zusammenbruch hinauszögern? Oder wären Libra & Co. eher Brandbeschleuniger?“

      Stabilisierend für das gegenwärtige Geldsystem nach meiner Einschätzung nicht. Sie sind aber eine Alternative, mit der man den Zusammenbruch aussitzen kann, sofern die jeweilige Kryptowährung außerhalb des herkömmlichen Geldsystems angesiedelt ist. Dann ist sie insofern vergleichbar mit Gold. Staatliche Restriktionen bis hin zu Kryptowährungsverboten muss man natürlich immer einkalkulieren. Wobei fraglich ist, inwieweit solche Verbote überhaupt durchsetzbar sind. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird aber umso höher, je mehr Leute sich vorher Überwachungssysteme wie Alexa ins Haus holen, die auch staatlich nutzbar sind.

      2.
      „Sind die Kryptowährungen die „Zigarettenwährungen“ der Zukunft?“

      Wenn sie wie Gold und Zigaretten außerhalb des herkömmlichen Geldsystems angesiedelt sind, ja.

      3.
      „Könnten einzelne Staaten eine Kapitalflucht in Libra (und damit ggf. auch indirekt ins Ausland) wirksam verhindern?“

      Das hängt vom staatlichen Überwachungssystem ab (siehe Alexa & Co). Eine Flucht speziell in die Libra ist aber deshalb nicht zu erwarten, weil die Libra nicht außerhalb des gegenwärtigen Geldsystems angesiedelt ist (mehr dazu weiter unten).

      4.
      „Was geschieht in Finanzkrisen bzw. bei Staats- und Notenbankpleiten? Könnten betroffene Staaten die Libra-Konten ihrer Bürger einfrieren oder deren Nutzung regulieren?“

      Siehe oben.

      5.
      „Wären betroffen Staaten nicht gezwungen, Libra & Co. zu verbieten, um eine Währungsreform mit Neu- bzw. Wiedereinführung einer eigenen nationalen Währung überhaupt durchführen zu können?“

      Mit Verboten ist zu rechnen, allerdings VOR einer Währungsreform, solange sich die eigene Währung auf Talfahrt befindet. Wenn es dann soweit ist, sollte eine Währungsreform trotz existierender Kryptowährungen durchgeführt werden können. Danach könnte dann wieder Geld in die neue staatliche Währung zurückfließen.

      6.
      „Welche Möglichkeiten hat Facebook bzw. Calibra, wenn die Staatsanleihen, die ja eigentlich den/die Libra decken sollen, nichts mehr wert sind?“

      Insofern dürfte Libra eine Währung werden, die NICHT außerhalb des gegenwärtigen Geldsystems angesiedelt ist (siehe oben). Die Libra würde mit in den Abwärtsstrudel gerissen. Eine Deckung, die nichts wert ist, ist nichts wert. Aus Sicherheitsaspekten muss man also peinlichst darauf achten, ob – und wenn ja WIE – eine Kryptowährung gedeckt ist. Denkbar wäre zum Beispiel auch eine rein golgedeckte Kryptowährung. Oder gar keine Deckung im herkömmlichen Sinne wie beim Bitcoin. Da ist man zwar auch nicht vor Wertverlusten gefeit, aber zumindest fallen Staatspleiten als Begründungen dafür aus.

      7.
      „Schließlich könnten sich einzelne Pleitestaaten auch leicht ihrer Schulden entledigen, wenn Facebook bzw. Calibra Hauptgläubiger ist – Facebook zahlt die Zeche (und vorher wird gefeiert), oder nicht?“

      Viele Staaten haben Großgläubiger. Bei den USA sind das z. B. China und Japan. Aber könnten sich die USA deshalb besonders leicht ihrer Schulden entledigen? Ich denke, dieser Sachverhalt hat keinen Einfluß darauf, wie leicht man sich seiner Schulden entledigen kann.

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