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Die verflixte Schulter

16. Mai 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 24 Kommentare

Man könnte meinen, die Chartanhänger hätten seit Wochen darauf hingearbeitet und wären ihrem Ziel jetzt ganz nah: dem Ziel einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation im DAX.

Was ist das überhaupt?

Nun, das ist eine obere Umkehrformation, die in der Regel zu tieferen Kursen führt. Mit meinen bescheidenen zeichnerischen Mitteln habe ich sie mal so dargestellt (zum Vergrößern anklicken):

Nachdem sich eine linke Schulter ausgebildet hat, ist der Kopf an der Reihe, und danach bildet sich die rechte Schulter aus. Anschließend geht es weiter bergab. Soweit die Lehrbuchtheorie. Und nun zur aktuellen Lage im DAX:

n

Hier könnte sich bei rund 13.000 Punkten eine rechte Schulter ausbilden – könnte, muss aber nicht. Und leider weiß man immer erst im Nachhinein, ob es eine solche Formation geworden ist oder nicht.

Deshalb sollte man diese Möglichkeit von nun an im Auge behalten. Zumal es gerade jetzt, nach einem Anstieg von rund 1.000 Punkten, nur allzu normal wäre, wenn der DAX erst mal wieder korrigiert. Und dann kann aus einer solchen, anfangs harmlos anmutenden Korrektur schnell eine verflixte rechte Schulter werden.

Erst wenn die 13.000er-Marke nachhaltig genommen werden sollte, wäre diese Gefahr gebannt. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als gebannt den DAX zu verfolgen,

meint Ihr

Raimund Brichta

24 Kommentare

  1. Ich denke, es war eine normale Korrektur, und da die Deutsche Wirtschaft weiterhin auf Hochtouren läuft, kann man von weiter steigenden Kursen ausgehen.

    • „Hochtouren“

      Aber wohl nur wegen EZB/FED/BOE/BOC/BOJ/etc.-Niedrig-Zins-Zwangsbooster, also künstlich.

  2. Hopp! Klassische S-K-S Formation mit ca 350 Tagen Abstand (S nach S) auf der Zeitachse. Interpretation: DAX 10.000Punkte bis 2019 mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 0,80%. Die Aussagefähigkeiten der S-K-S Formation wie auch der W-Formation lassen sich zum Beispiel am aapl-chart / yahoo-finance (Zeitraum1999-2002 😉 ) einsehen. Ich bin zwar auch ich, aber wenn Ich Sie wäre, au weia….🤗🇩🇪️

  3. Am Ende des Tages muss jeder selbst entscheiden, welche Risikoneigung er in der aktuellen Situation hat. Selbst bin ich mit ca. 30% meiner freien Mittel investiert, da ich mit einem Rücksetzer in den nächsten Wochen rechne. Gründe für meine Zurückhaltung sehe ich in der nicht ganz einfachen poltischen Lage. Selbst wenn das langhfristig keine Auswirkung haben wird, die Menschen reagieren zu mindestens kurzfristig auf politsche Entwicklungen. Wenn ich die charttechnische Beurteilung sehe, werde ich in meiner Position bestärkt, aktuell den Ball flach zu halten. Ich bin gespannt, wie Ihr Kollege Markus Koch heute die US-Märkte beurteilt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, stehen dort die Indizes auch am Scheideweg.

  4. Je mehr mit dieser S-K-S-Formation rechnen, desto weniger wahrscheinlich wird sie. So habe ich es zumindest mehrmals beobachtet. Aber unabhängig davon vermute ich auch einen Rücksetzer in den kommenden Wochen.

  5. Wie gesagt, die jetzt zu Ende gehende Dividendensaison wird rückblickend noch das Beste an diesem Börsenjahr 2018 gewesen sein.

    Spätestens Ende September 2018 gibt es dann alle Aktien – auch die „Wahren WERTE“ – zu Ausverkaufspreisen. 😉

    • Wünsche darf auf dieser Seite natürlich jeder äußern. Wir können aber nicht dafür garantieren, dass sie auch in Erfüllung gehen 😉

      • Sehr geehrter Herr Brichta,
        es sind keine „Wünsche“, sondern das Ergebnis einfacher Recherche, die auch Ihrem Team helfen könnte, den „Depotalarm“ ausnahmsweise mal auszurufen, b e v o r die Kurse ins Bodenlose fallen.

        (Danach ist es nämlich ziemlich witzlos).

        Aber wie sagt man so schön: Wer nicht hören will, muß fühlen.
        In ein Paar Monaten können wir dann gemeinsam Bilanz ziehen. 😉

        • Das liest sich fast so, als ob Sie sich etwas auf den Schlips getreten fühlen würden, lieber Herr Vogel. Aber ich täusche mich sicherlich 😉

          Sie hätten auch keinen Grund dazu. Denn ich habe große Hochachtung vor jedem, der mit „einfacher Recherche“ herausfinden kann, dass „spätestens Ende September 2018 … alle Aktien – auch die Wahren WERTE – zu Ausverkaufspreisen“ zu haben sein werden. Chapeau!

          Wir, die wir Depotalarme erst dann ausrufen, wenn die Kurse schon ins Bodenlose gefallen sind – wie wir das am 4.1.2016 und am 2.3.2018 gemacht haben 😉 – können da bestimmt noch viel lernen.

          Deshalb mache ich Ihnen einen Vorschlag, der Ihren Ruhm noch weiter steigern wird: Sie verfassen jetzt für uns einen Depotalarm mit allen Werten, die Sie aus dem Depot werfen wollen, und wir werden diesen hier veröffentlichen. Bis „spätestens Ende September“ schreiben Sie dann einen weiteren Depotalarm mit allen Werten, die Sie zu den dann geltenden Ausverkaufspreisen wieder einsammeln.

          „In ein Paar Monaten können wir dann gemeinsam Bilanz ziehen. 😉“

          Einverstanden?

          • Sehr geehrter Herr Brichta,

            viele Menschen in diesem Forum legen nach Ihrem Vorbild ihr sauerverdientes e c h t e s Geld an.
            Die „Wahren Werte“ spiegeln den hier aktiven Anlegern eine Sicherheit vor, die es an der Börse nun mal nicht gibt.

            Wenn Sie klug sind, lieber Herr Brichta, sichern Sie Ihre Gewinne,
            solange Sie noch welche haben, statt Chartastrologie zu betreiben.

          • Hatten Sie nur die Backen aufgeblasen und wollen nun kneifen? Oder beglücken Sie uns noch mit einem Depotalarm?

  6. Hallo Herr Brichta,

    Sie schreiben: „… wenn die 13.000er-Marke nachhaltig genommen werden sollte …“ Was meinen Sie mit nachhaltig und über welchen Zeitraum? Vielen Dank.

    • Gute Frage, das hängt immer von der persönlichen Einschätzung ab. Für meine Begriffe wäre es nachhaltig, wenn der heutige Durchbruch nach oben nicht schon wieder in den nächsten Tagen zunichte gemacht würde. Also: Beobachten wir das Geschehen in der nächsten Woche. Dann haben wir vermutlich schon konkretere Hinweise.

      • SKS? eher klöckner von notre dame

  7. Sehr geehrter Herr Brichta,

    ich möchte vorweg meine ehrliche Wertschätzung dafür zum Ausdruck bringen, daß Sie in Ihrem Forum auch Meinungen veröffentlichen, die die harmonische „Wahre Werte“- Idylle etwas kritischer begleiten.

    Ansonsten schlage ich vor, Ende September abzuwarten, um unsere divergierenden Standpunkte bezüglich der Anlagestrategie zu überprüfen.
    Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg nach dem bewährten Motto: „Suum cuique“ :-))

    • Sie werden es kaum glauben, aber zu viel Idylle mag ich gar nicht. Im Gegenteil: Kritisches ist mir immer sehr willkommen. Deshalb hätte ich es auch hochgeschätzt, wenn Sie Butter bei die Fische gebracht hätten 😉

      Vielleicht scheuen Sie sich doch davor, sich in aller Öffentlichkeit mit einem Depotalarm schwarz auf weiß festzulegen? Das könnte ich einerseits verstehen. Andererseits ist es genau das, was ich hier seit Jahren tue …

      Sofern Sie sich also nicht dazu aufraffen können, würde ich Ihre Kommentare hier als eine Quasi-Festlegung auffassen und zu gegebener Zeit darauf zurückkommen.

      • Sehr geehrter Herr Brichta,

        was ist an meiner Empfehlung für Sie nicht eindeutig?
        (ZITAT: „…sichern Sie Ihre Gewinne, solange Sie noch welche haben.“)
        Ist doch eine eindeutige Festlegung meinerseits:
        0% Aktien, 100% Barmittel.

        • Erstens ist es ein Unterschied, ob man in einem Kommentar mal eine unverbindlichen Empfehlung einwirft, oder ob man sich in einem Musterdepot zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich festlegt und es auch mit allen Zahlen öffentlich nachvollziehbar realisiert.

          Zweitens besteht unser Depot nicht nur aus Aktien und „Barmitteln“, sondern auch aus Gold und Immobilien in Form eines REITS-Fonds. Daher hätte ein richtiger Depotalarm schon Sinn gehabt.

          Aber sei‘s drum, ich insistiere nicht weiter und komme – wie gesagt – zu gegebener Zeit auf Ihre „Festlegung“ zurück.

  8. Hallo Hr. Brichta,

    andere Indizes, wie der S&P 500, zeigen keine bevorstehende Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. Glauben Sie wirklich, dass der Dax soviel Eigenleben entwickeln kann und nur auf dieser Tatsache beruhend merklich korrigiert? Vermutlich wird der DAX sich wie üblich an den Leitbörsen orientieren. Wenn die nicht abfallen, wird es der DAX auch nicht tun.

    Wenn sich an einer Leitbörse eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation andeutet, könnte ich mir eine Korrektur schon eher vorstellen. Aber umgekehrt? Das traue ich dem DAX nicht zu.

    • Andersherum wird ein Schuh draus: Nicht weil der DAX eine S-K-S ausbildet, fallen die Weltmärkte. Sondern WENN die Weltbörsen jetzt fallen würden, WÜRDE sich im DAX eine S-K-S-Formation ausbilden. Andere Märkte würden dann eben ohne S-K-S-Formation fallen. Eine solche Formation ist ja nicht die zwingende Voraussetzung für fallende Märkte.

      Aber noch mal zur Klarstellung: OB es zur S-K-S kommt, ist noch lange nicht ausgemacht.

  9. Ich hatte ja schon vor etwas über einem Monat die Ausbildung einer SKS Formation in Betracht gezogen. Aber der Dax Aufstieg ging jetzt fast zu schnell. Gold sollte eigentlich noch knapp unter die 1240 gehen bevor der Crash startet. Das braucht aber vermutlich noch ein paar Monate. Daher denke ich, dass der Dax noch weiter steigt, auch aus dem Grund weil der Euro noch weiter fallen wird. Dann wenn die Gefahr der SKS abgewehrt ist und alle die Gefahr gebannt sehen, dürfte es ungemütlich werden. Gründe gibt’s ja genug.

  10. Sehr geehrter Herr Brichta,

    lassen Sie mich abschließend zu unserer Diskussion am Beispiel des DAX und des Shortsellers Bridgewater den weiteren Verlauf des Börsenjahres 2018 skizzieren:

    1) Bridgewater setzt überraschend auf dem Höhepunkt von DAX im Februar 2018 zuerst eine „Schockwelle“, die scheinbar folgenlos abklingt, weil in der aktuellen Berichtssaison fast wieder die alten Höchststände erreicht werden (u.a. durch Liquiditätszufuhr der Zentralbanken und auch durch Shorteindeckungen und trendfolgende Privatanleger).

    2) Tatsächlich aber beginnt durch den heftigen Februar-Rückschlag ein langsamer „Erosionsprozess“ in dem unüberschaubaren Dickicht von kreditfinanzierten und zeitlich terminierten Index-Optionen, Zertifikaten etc., welche ziemliche Verluste bei vielen Investoren verursachen, die eben noch Schulden machten, um auf eine sichere Fortsetzung der „permanenten“ Hausse zu wetten.
    Bei diesen Marktteilnehmern steigt die Unsicherheit und der Kreditbedarf, um diese Verlustpositionen glatt zu stellen (deswegen steigert die FED u.a. entgegen ihrer Planung die Liquidität im März/April 2018 zur Versorgung der Finanzmärkte: https://de.tradingeconomics.com/united-states/money-supply-m1).

    3) Das Engagement von Bridgewater wird unterdessen „unsichtbar“ gemacht, indem seine Leerverkaufspositionen unter die 0,5%-Meldegrenze abgesenkt werden: https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet (Hier Bridgewater eingeben oder „historische Daten“ dazu aufrufen).

    Der Shortseller drückt aber trotzdem kontinuierlich mit diesen konstant unter < 0,5% gehaltenen Leerverkaufs-Positionen (sog. "roll over") die Aktienkurse der DAX-"Flaggschiffe".

    Das setzt sich auch Abschluss der aktuellen Berichtssaison fort (zu sehen am Beispiel Telekom oder Dt. Post).
    Zwischenzeitliche Kursanstiege infolge von Short-Eindeckungen (Pullbacks) lassen die meisten Anleger trotzdem an ihren Positionen festhalten, weil sie von den üblichen
    "schwachen Sommer-Börsenmonaten"
    und anschließender Fortsetzung der Hausse ausgehen, gemäß:
    "Sell in May and go away, but remember to come back in September“.
    Das „Aussitzen" dieser vermeintlichen „Delle" bis September wird für sie fatal enden.

    4) Ab Ende September wird Bridgewater seine Leerverkaufspositionen dann wieder aufstocken und die Initialzündung für den nächsten Crash starten:
    Ein rascher, „nachrichtenloser“ Absturz wie schon im Februar, der die meisten wieder kalt erwischt und zu Panikverkäufen veranlasst.
    Zentralbanken steuern dann mit Liquidität dagegen und Leerverkäufer wie Bridgewater sind zu klein, um den Kursverfall alleine voran zu treiben.
    Es ist deshalb noch das Umschwenken der US-„Dickschiffe“ nötig, die durch die Februar-Schockwelle bereits aufgeschreckt wurden.

    Folgender Umstand wird sie ihre bislang aktienlastige Anlagestrategie ändern lassen:
    Die FED wird bis September einen weiteren Zinsschritt getan haben und ihre Bilanz – und somit die Geldmenge – wie angekündigt weiter reduzieren.

    Als Folge werden die Renditen der 10y-US-Bonds weiter steigen und diese milliardenschweren Pensionsfonds/Vermögensverwalter veranlassen, aus Aktien in die "sicheren" und inzwischen recht attraktiven Festverzinslichen umzuschichten.

    Ein langsamer Prozeß, der bereits begonnen hat und an den Aktienmärkten nach Bridgewaters nächster Shortattacke ab September 2018 zum "Salami-Crash" mit Tiefpunkt etwa im März 2019 führen wird.
    Dieses Szenario kann allein schon aufgrund einer Rendite von 3,5% bei den 10y-US-Bonds als sicher gesetzt werden, aktuell: https://www.cnbc.com/quotes/?symbol=US10Y

    Da sind nach einer der längsten Haussen der Wirtschaftsgeschichte für einen perfekten Crash noch nicht mal Trumps Wirschaftskriege mit Rezession oder das Chaos mit Iran, Nordkorea oder Italien etc. nötig.

    Und diese o. g. Belastungsfaktoren kriegt Bridgewater& Co bei seinem „Geschäftsmodell“ als Brandbeschleuniger noch gratis obendrauf geliefert.

    Abschließend sei erwähnt, daß Bridgewater seit mindestens 2013 (erst hier beginnen die Daten im Bundesanzeiger) keinerlei Positionen im DAX einging.

    Welchen Grund sollte also der mit Abstand größte und erfolgreichste Hedgefond der Welt sonst haben, ausgerechnet kurz nach dem ATH im Februar 2018 massiv einzusteigen und bis jetzt seine destruktiven "Wühlarbeiten" unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle fort zu setzen?

    Die Antwort dazu liefert das alte "Drehbuch" von 2008.

    • Mir ging es weniger darum, irgendein Szenario von Ihnen zu erfahren, sondern eigentlich wollte ich nur Ihre konkreten Handlungsentscheidungen: Was genau verkaufen Sie wann? Denn erst, wenn gehandelt worden ist, kann man das Gehandelte dann später im Lichte der Enteicklungen begutachten.

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