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Shanghaier Irrtum?

26. Februar 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 12 Kommentare

Neulich hatte ich auf den signifikanten Trendbruch an der Shanghaier Börse hingewiesen. Eine Rückkehr von unten an diesen Trend mit anschließendem Wiederabtauchen lag durchaus im Bereich des Möglichen und hätte an der negativen Gesamt-Interpretation nichts geändert.

Was jetzt passiert ist, ist aber äußerst spannend (zum Vergrößern anklicken):

Der Shanghaier Index ist per heute wieder ÜBER die Trendlinie zurückgekehrt. Das Reabreak ist zwar noch nicht signifikant und müsste in den nächsten Tagen erst bestätigt werden. Wenn es tatsächlich dabei bleibt, sind die Konsequenzen aber enorm. Denn dann hätte es sich bei dem ursprünglichen Ausbruch um ein Fehlsignal gehandelt.

Was das bedeuten würde, kann man anhand einer anderen technischen Faustregel ermessen: Fehlsignale gelten als umso stärkere Signale in die andere Richtung – in diesem Fall also nach oben.

Und wenn man sich die Bedeutung vor Augen führt, die der chinesische Markt inzwischen für den Rest der Welt hat (siehe die Kurseinbrüche im Sommer 2015 und Januar 2016, die in China ihren Ausgang nahmen), dann wären die Implikationen auch für uns äußerst positiv: Der Minicrash vom Monatsanfang wäre tatsächlich nur ein Ausrutscher gewesen.

Das Ganze ist umso bemerkenswerter, als dass erst letzte Woche der riesige chinesische Versicherer Anbang von Peking unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. Das war ein letzter Beweis dafür, dass er sich in arger Bedrängnis befindet – wie andere China-Konglomerate übrigens auch (zum Beispiel HNA).

Eine mögliche Interpretation wäre: Wenn der chinesische Staat sich der Sache annimmt, dann könnte er damit das Schlimmste (vorerst) verhindern. Und da China im Moment noch über jeden Bonitätszweifel erhaben ist, lohnt es sich damit vorerst doch nicht, á la Baisse zu spekulieren. Wetten auf fallende Kurse werden wieder glattgestellt.

Wie gesagt: Noch ist es zu früh, um ein endgültiges Urteil zu fällen. Die Lage ist aber so spannend, dass ich schon jetzt darauf hinweise. Haben uns die Chinesen an der Nase herumgeführt? Wenn ja, würde das nur die Shortys ärgern 😉 Stay tuned!

 

12 Kommentare

  1. man könnte dann doch bestimmt den einen oder anderen wahren wert in china finden gruss hans nikolaus fellner

    • Na dann nichts wie ran an die Tasten und Vorschläge gemacht 😉

  2. Es bleibt spannend. Heute hat der Shanghai-Index wieder 1 Prozent verloren. Das Reabreak ist also noch nicht geschafft!

  3. ist bekannt, ob die anwendung einzelner charttechniken bzw. formationen z.b. w, sks, treppe über einen längeren zeitraum -oder in bestimmten situationen (etwa längere hausse)- statistisch verläßlich gewinne produzieren? nicht selektiv gefühlt.

    • Mir sind solche Statistiken nicht bekannt. Schließlich ist es immer Sache des Betrachters, die Charts zu interpretieren. Und dafür gibt es erhebliche Spielräume. Außerdem kommt es darauf an, WANN man auf ein Chartsignal reagiert.

      Ich kann verstehen, dass man gerne Statistiken hat, die eine Sicherheit suggerieren. Diese Sicherheit gibt es an der Börse aber nicht. Und das ist auch gut so 😉

  4. Also ich bin für folgendes Szenario (und hoffe es tritt auch so ein). Es war ein Fehlausbruch nach unten und es erweist sich als positives Signal, daraufhin setzt in den nächsten Wochen und Monaten (oder noch länger) eine Rally ein, die dann hoffentlich in einer Euphorie und einem regelrechten Hype – schön nach Lehrbuch – endet. Genau dann ist nämlich das Risiko gar nicht mehr so groß (im Gegensatz zur aktuellen Lage) einfach short bei den Märkten zu gehen, ob man dann den Peak fast genau trifft, spielt keine Rolle mehr, denn ein Hype endet irgendwann in einem kräftigen Rückschlag oder gar Crash…

    Also hoffen wir auf eindeutigere Marktzeichen und nicht so ein WischiWaschi wie jetzt, denn dieses zögern und dieser Rücksetzer jetzt im Februar spricht einfach gegen momentane Euphorie und damit gegen einen bald bevorstehenden Crash, sondern eher für eine tedenzielle Fortsetzung der Hausse…

    Eine Glaskugel hat natürlich niemand… (abgesehen davon macht es psychologisch wenig Sinn vor der Dividendensaison groß zu verkaufen, denn die Psyche und das Gehirn ist so gepolt, sowas – sprich die Dividenden – bei normaler Marktlage mitzunehmen)

    • Mir wäre der Fehlausbruch auch lieber, aber der Markt entscheidet unabhängig von uns beiden 😉 Und da sieht die Lage nach dem heutigen Rücksetzer wieder schlechter aus. Abwarten!

  5. Sieht wohl bei der Amerika-Entwicklung heute nach einer Bestätigung des Signals nach unten eher aus…

    Vielleicht ist diese Woche noch schwach oder vielleicht auch nur noch morgen und ab Beginn März geht es bergauf… abwarten.

    • Momentan neigt sich die Waagschale wieder nach unten in Shanghai. Mal sehen, wie der morgige Handel verläuft.

  6. HNA und Anbang sind erste Vorboten
    für eine sich abzeichnende Börseneruption.Die masive Verschuldung verschiedener Unternehmen lässt nichts gutes erwarten.Was ist jetzt zu tun?
    Cash oder Gold.
    Ein Fehlausbruch eines Charts
    spielt dann keine Rolle mehr, wenn
    Zeiten wie 2008 auf uns zukommen.

    • Ich denke, andersherum wird ein Schuh draus: In Zeiten wie 2008 wird es gar nicht erst zu einem Fehlausbruch nach unten kommen.

  7. Auch an der Shanghaier Börse wird es wieder interessant. Der Index nähert sich der Trendlinie …

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