Categories Menu

Gepostet by on Juli 30, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Kann ein höherer Leitzins Öl billiger machen?

Natürlich nicht. Ein höherer Leitzins fördert kein zusätzliches Öl, öffnet keine blockierten Transportwege und beendet keinen Krieg. Warum also fordern manche Notenbanker in der aktuellen Situation trotzdem höhere Zinsen? Die Antwort liegt in einem grundlegenden Denkfehler – und der beginnt bereits bei der Sprache. Heute werden nahezu alle steigenden Güter- und Dienstleistungspreise reflexartig als Inflation bezeichnet. Doch Inflation ist nicht der Anstieg von Preisen, sondern die Ausweitung der Geldmenge. Steigende Preise können eine Folge davon sein – sie können aber ebenso durch Kriege, Energieknappheit oder andere Angebotsschocks entstehen. Wer Preissteigerungen als Inflation bezeichnet, verwechselt Ursache und Wirkung. Genau hier beginnt der Denkfehler. Das ist keine sprachliche Spitzfindigkeit. Wer Ursache und Wirkung begrifflich verwechselt, landet am Ende zwangsläufig bei den falschen wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Genau das zeigte die jüngste Sitzung der US-Notenbank. Zwar ließ die Fed den Leitzins unverändert. Drei Mitglieder des Offenmarktausschusses plädierten jedoch angesichts des jüngsten Preisdrucks für eine Zinserhöhung. Der aktuelle Preisschub wird jedoch wesentlich durch den kräftigen Anstieg der Öl- und Benzinpreise infolge des Iran-Krieges geprägt. Welches...

Mehr

Gepostet by on Juli 29, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Typisch deutsch

Ein Supermarktmitarbeiter wird durch jahrzehntelanges Sparen und Investieren Millionär – und der SPIEGEL titelt: „Der Aktienboom macht viele normale Amerikaner zu Millionären – das kann gefährlich werden.“ Aus einer Erfolgsgeschichte wird ein...

Mehr

Gepostet by on Juli 28, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Führung unerwünscht?

Seit Tagen wird darüber diskutiert, Friedrich Merz habe Verkehrsminister Patrick Schnieder gedemütigt. Mich beschäftigt eine andere Frage: Seit wann ist die Ablösung eines Bundesministers eigentlich ein Skandal? Ein Minister übernimmt eines der höchsten politischen Ämter unseres Landes. Er weiß, dass dieses Amt auf Zeit vergeben wird und vom politischen Vertrauen lebt. Wer die aktuelle Debatte verfolgt, könnte allerdings glauben, ein Minister habe ein Recht auf sein Amt. Dabei trägt der Bundeskanzler die Verantwortung für seine Regierung. Wer Verantwortung trägt, muss auch entscheiden können, mit wem er regiert. Gerade das politische Berlin fordert seit Jahren mehr Führung. Sobald Führung jedoch personelle Folgen hat, wird aus einer politischen Entscheidung ein Skandal. Das ist ein bemerkenswertes Verständnis von Politik. Der eigentliche Skandal ist deshalb für mich nicht die Ablösung eines Ministers. Der eigentliche Skandal ist, dass eine selbstverständliche Führungsentscheidung auf der höchsten politischen Ebene inzwischen selbst zum Skandal erklärt...

Mehr

Gepostet by on Juli 23, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Die Sprache der Macht

Ob ein Staat freiheitlich geprägt ist, zeigt sich nicht allein in seiner Verfassung und seinen Gesetzen. Es zeigt sich auch darin, wie seine Repräsentanten über die Bürger sprechen. In den vergangenen Tagen haben zwei Äußerungen führender Politiker für Diskussionen gesorgt. Finanzminister Lars Klingbeil kündigte ein härteres Vorgehen gegen Steuerhinterziehung an und verband dies öffentlich mit dem Bild von Rolex und Porsche. Karl Lauterbach erklärte Menschen, die wegen steigender Rentenbeiträge über eine Auswanderung nachdenken, Deutschland könne auf sie verzichten. Später löschte er seine Äußerung. Die beiden Aussagen betreffen unterschiedliche Themen. Gemeinsam ist ihnen jedoch eine Haltung, die in einem freiheitlichen Gemeinwesen nachdenklich stimmen sollte. Der Bürger erscheint nicht mehr selbstverständlich als Träger von Freiheitsrechten, sondern als Objekt staatlicher Erwartungen und moralischer Bewertungen. Sichtbarer Wohlstand wird mit dem Verdacht auf Rechtsverstöße verbunden. Wer hohe staatliche Belastungen kritisiert, wird als unsolidarisch oder sogar entbehrlich dargestellt. Der Staat besitzt Macht. Gerade deshalb tragen seine Repräsentanten eine besondere Verantwortung für die Sprache, mit der sie den Bürgern begegnen. Der Staat hat die Aufgabe, Recht...

Mehr

Gepostet by on Juli 23, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Die 10-jährige US-Rendite erreicht wieder 4,7 Prozent

Im Januar 2025 schrieb ich an dieser Stelle, dass die Zukunft der USA auf dem Anleihemarkt entschieden werde. Damals war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nach der Wahl Donald Trumps innerhalb weniger Wochen von knapp 4,2 auf mehr als 4,7 Prozent gestiegen. Nun hat sie die Marke von 4,7 Prozent erneut erreicht. Das ist noch kein endgültiger Beweis dafür, dass Anleger das Vertrauen in Donald Trump oder seine Regierung verloren haben. Die Rendite wird von mehreren Faktoren bestimmt: von den Erwartungen an Inflation, Wachstum und Leitzinsen sowie von Angebot und Nachfrage am Rentenmarkt. Dennoch ist das erneute Erreichen dieses Renditeniveaus ein Warnzeichen. Die USA müssen regelmäßig gewaltige Summen am Kapitalmarkt aufnehmen. Je größer Haushaltsdefizit und Schuldenstand werden, desto stärker ist die Regierung darauf angewiesen, dass Investoren amerikanische Staatsanleihen zu tragbaren Konditionen kaufen. Bleiben die Renditen hoch oder steigen sie weiter, verteuert sich nach und nach die Refinanzierung des Staates. Zugleich erhöhen sich tendenziell die Finanzierungskosten für Unternehmen, Immobilienkäufer und Verbraucher. Auch charttechnisch ist die Lage bedeutsam. Mit 4,7 Prozent würde...

Mehr

Gepostet by on Juli 20, 2026 in Allgemein | 3 Kommentare

Die Fußball-WM ist entschieden. Spanien ist Weltmeister.

Jetzt können wir uns wieder den Themen widmen, über die es nie einen Schlusspfiff geben wird. Der freiheitliche Kompass Deutschland hat Probleme. Daran besteht kein Zweifel. Aber wahrscheinlich sind nur die Deutschen in der Lage, ihr eigenes Land so schlechtzureden, dass sie dabei vergessen, was es ist: die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, ein freiheitlicher Rechtsstaat und eine stabile Demokratie. Ihre Grundlage ist ein freiheitliches Staatsverständnis, das aus der Erfahrung der nationalsozialistischen Diktatur erwuchs. Mit dem Grundgesetz entschied sich die Bundesrepublik bewusst für einen freiheitlichen Rechtsstaat. Zugleich prägte die Soziale Marktwirtschaft ihr wirtschaftliches Fundament. Das Grundgesetz begrenzt staatliche Macht, bindet sie an Recht und Gesetz und schützt so den Einzelnen. Unabhängige Gerichte sichern diese Ordnung. Nicht der Staat steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Vor Kurzem habe ich geschrieben: „Freiheit erkennt man nicht daran, dass der Staat stark ist. Sondern daran, dass er begrenzt ist.“ Genau dieser Gedanke prägt unseren freiheitlichen Rechtsstaat bis heute. Aus diesem Verständnis heraus entstand auch die Westbindung. Sie war weit mehr als Außenpolitik: die bewusste...

Mehr