Wann muss Kevin Warsh die Notenpresse wieder anwerfen?
5,237 Prozent. So hoch rentiert die zehnjährige US-Staatsanleihe inzwischen. Noch ist das keine Finanzkrise. Aber je höher die Renditen steigen, desto interessanter wird der Mann an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt: Kevin Warsh. Denn Warsh kennt den Ernstfall. Während der Finanzkrise saß er bereits im Board der Federal Reserve. Im März 2009 stimmte er für massive Wertpapierkäufe: bis zu 300 Milliarden Dollar länger laufende US-Staatsanleihen und insgesamt bis zu 1,25 Billionen Dollar hypothekenbesicherte Wertpapiere. Warsh war also nie ein grundsätzlicher Gegner von Anleihekäufen. Und doch warnte er schon 2010 vor deren Folgen. Jede weitere Ausweitung der Fed-Bilanz müsse streng geprüft werden. Er nannte Marktverzerrungen, die Verdrängung privater Käufer und vor allem die Gefahr, den Eindruck zu erwecken, die Notenbank monetarisiere Staatsschulden. Interessant: Nur wenige Monate später stimmte Warsh trotzdem für QE2 – weitere 600 Milliarden Dollar Käufe länger laufender US-Staatsanleihen. Dieser scheinbare Widerspruch könnte jetzt wieder wichtig werden. Denn Warsh betont heute erneut, wie wichtig möglichst unverfälschte Marktsignale sind. Ausdrücklich nennt er dabei Preise und Handelsvolumina von...
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