Die freie Welt gewinnt – und der Iran zeigt warum
Ich habe im Oktober 2024 geschrieben: Die freie Welt gewinnt, weil ihre Werte unschlagbar sind. Nicht als Wunsch, sondern als Konsequenz aus einem strukturellen Unterschied: In freien Gesellschaften wird das Individuum vor dem Staat geschützt. In unfreien Gesellschaften muss der Staat vor seinen Bürgern geschützt werden. Genau dieses Muster sehen wir jetzt im Iran in aller Härte: Proteste, ausgelöst durch wirtschaftliche Not, treffen auf einen Apparat, der Kommunikation drosselt, Netzwerke kappt und Kontrolle über Sichtbarkeit herstellen will. Wenn ein Regime das Land digital abdunkeln muss, sagt das weniger über die Stärke der Proteste als über die Angst des Systems vor seinem eigenen Volk. Und es ist nicht nur ein Kommunikationskampf. Menschenrechtsorganisationen berichten über tödliche Gewalt, darunter auch Kinder, und über Massenverhaftungen. Das ist der Preis, den Systeme zahlen, die Zustimmung nicht gewinnen können – nur erzwingen. Mein Punkt von 2024 bleibt deshalb aktuell – und wird durch die Ereignisse nicht “bewiesen”, aber plausibilisiert: Regime, die den Staat vor den Bürgern schützen müssen, haben eine eingebaute Endlichkeit. Sie können Stabilität...
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