Kunst als Investment? Warum ich als Unternehmer meist abraten muss – und trotzdem zum Kaufen ermutige
„Kann man mit Kunst Geld verdienen?“ Diese Frage wird mir regelmäßig gestellt. Sie kommt fast immer aus einer nachvollziehbaren Haltung: Wer Vermögen aufbaut oder verwaltet, denkt in Diversifikation, Stabilität und Werterhalt. Kunst wirkt dabei auf den ersten Blick attraktiv – greifbar, exklusiv, vermeintlich wertbeständig. Meine Antwort fällt dennoch meist ernüchternd aus: In den allermeisten Fällen eignet sich Kunst nicht als Investment. Und genau das ist – paradoxerweise – ihre große Stärke. Im Interview mit der NZZ am Sonntag erklärt Magnus Resch sehr nüchtern, warum der Kunstmarkt so funktioniert, wie er funktioniert. Seine Aussagen basieren nicht auf Bauchgefühl, sondern auf umfangreichen Datenanalysen: Ein extrem kleiner Kreis von Künstlern erzielt den Großteil der globalen Auktionsumsätze. Ihre Werke kosten sechsstellige Beträge und sind für die meisten Privatanleger faktisch unerreichbar. Wer mit wenigen tausend Franken ein außergewöhnliches Renditeobjekt sucht, verkennt die Struktur dieses Marktes. Warum diese Erkenntnis befreiend ist Sobald man akzeptiert, dass Kunst kein Sparbuch ist, verschiebt sich der Fokus. Dann geht es nicht mehr um Preisprognosen, sondern um andere, ehrlichere Fragen:...
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