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Die 10-jährige US-Rendite erreicht wieder 4,7 Prozent

23. Juli 2026 - Anton Voglmaier in Allgemein | Keine Kommentare »

Im Januar 2025 schrieb ich an dieser Stelle, dass die Zukunft der USA auf dem Anleihemarkt entschieden werde. Damals war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nach der Wahl Donald Trumps innerhalb weniger Wochen von knapp 4,2 auf mehr als 4,7 Prozent gestiegen.

Nun hat sie die Marke von 4,7 Prozent erneut erreicht.

Das ist noch kein endgültiger Beweis dafür, dass Anleger das Vertrauen in Donald Trump oder seine Regierung verloren haben. Die Rendite wird von mehreren Faktoren bestimmt: von den Erwartungen an Inflation, Wachstum und Leitzinsen sowie von Angebot und Nachfrage am Rentenmarkt.

Dennoch ist das erneute Erreichen dieses Renditeniveaus ein Warnzeichen.

Die USA müssen regelmäßig gewaltige Summen am Kapitalmarkt aufnehmen. Je größer Haushaltsdefizit und Schuldenstand werden, desto stärker ist die Regierung darauf angewiesen, dass Investoren amerikanische Staatsanleihen zu tragbaren Konditionen kaufen. Bleiben die Renditen hoch oder steigen sie weiter, verteuert sich nach und nach die Refinanzierung des Staates. Zugleich erhöhen sich tendenziell die Finanzierungskosten für Unternehmen, Immobilienkäufer und Verbraucher.

Auch charttechnisch ist die Lage bedeutsam. Mit 4,7 Prozent würde die Rendite ein neues Jahreshoch markieren. Ein kurzes Überschreiten wäre allerdings noch kein verlässlicher Ausbruch.

Die entscheidende Widerstandszone liegt im Bereich von etwa 4,75 bis 4,80 Prozent. Dort erreichte die zehnjährige US-Rendite bereits im Januar 2025 ein markantes Hoch. Erst wenn sie sich auch oberhalb dieses Bereichs festsetzt, würde sich das Chartbild deutlich verschlechtern. Dann rückte das Hoch von rund 5 Prozent aus dem Oktober 2023 wieder in den Blick.

Scheitert die Rendite dagegen erneut an diesem Widerstandsbereich, wäre der Ausbruch zunächst vertagt.

Für Aktienanleger ist diese Entwicklung wichtig. Je höher die Rendite vergleichsweise sicherer US-Staatsanleihen ausfällt, desto stärker wird ihre Konkurrenz zu Aktien. Gleichzeitig sinkt bei höheren Abzinsungssätzen der heutige Wert künftiger Unternehmensgewinne. Besonders hoch bewertete und zinssensible Titel können dadurch unter Druck geraten.

Donald Trump kann Steuersenkungen oder höhere Ausgaben politisch durchsetzen. Zu welchen Konditionen sie finanziert werden, entscheiden jedoch die Marktteilnehmer am Rentenmarkt.

Deshalb gilt meine Einschätzung vom Januar 2025 fort:

Die Zukunft der USA wird auf dem Anleihemarkt entschieden.

Das Erreichen von 4,7 Prozent ist noch kein umfassender Vertrauensverlust. Aber es ist ein Signal, das das Weiße Haus nicht ignorieren sollte.

Zum Vergleich finden Sie meine Kolumne vom Januar 2025 hier:

https://wahre-werte-depot.de/der-gewaehlte-us-praesident-donald-trump-und-der-vertrauensverlust-der-marktteilnehmer-am-rentenmarkt/

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