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Greiffbar – Wilderer voraus!

22. Oktober 2021 - Volker Schilling in Gastbeitrag | 35 Kommentare

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Weidmannsheil
  • Wildwechsel
  • Wilderer

Weidmannsheil

Die Fauna und Flora der Kapitalmärkte ist sich uneins darüber, ob denn nun die Vergänglichkeit der Inflation nur Jägerlatein ist oder als Metamorphose einer neuen Realität gilt. Befeuert wird die Diskussion in dieser Woche durch den Nestflüchter Jens Weidmann, der den Horst der Bundesbank verlässt, um nach eigenen Angaben ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Falke Weidmann, der stets für ein klares und stabiles Mandat der Notenbank stand und als Mahner der expansiven Geldpolitik auch den Tauben Draghi und Lagarde die Stirn bot, signalisiert mit seinem Rücktritt eines: Er sieht sich nicht mehr in der Lage, seine Vorstellung von Geldwertstabilität durchzusetzen. Was sagt uns das? Statt Weidmannsheil heißt es jetzt allenthalben Weidmannsdank und vergisst dabei, dass dies der Gruß der Jäger ist, wenn man ein Tier erlegt hat. Treffender kann man die aktuelle Situation damit nicht beschreiben. Und ist der Bär erlegt, dann geht es auch schon um die Verteilung seines Felles. Heißester Kandidat auf den Bundesbankvorsitz ist Jörg Kukies, der als Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen auch aktuell das richtige Parteibuch beim derzeitigen politischen Wildwechsel besitzt. Apropos:

Wildwechsel

Vor zwei Wochen habe ich Ihnen den wildesten (Richtungs-)Wechsel angekündigt: „Bitcoin auf dem Weg zu neuen Höchstständen“, war meine Aussage, als die 50.000 Dollar-Marke zurückerobert wurde. Und diese Woche war es soweit. Bis auf knapp 67.000 Dollar ist die Kryptowährung gestiegen. Der Markt für Bitcoinprodukte mauserte sich, nachdem der erste Bitcoin-ETF seine Zulassung erhalten hat. Die Laseraugen, das Symbol für die Rudelbildung der Bitcoinjünger, die an die 100.000 Dollar-Marke glauben, werden wieder zahlreicher. So mancher Geldanlage-Frischling wähnt sich schon als großer Kapitalmarkt-Platzhirsch. Apropos Platzhirsch: Donald Trump kommt mit starkem Brunftgebrüll zurück. Sein eigens soziales Netzwerk „Truth Social“ startet als Konkurrenz zu Twitter, Facebook und Co. „Follow the truth“ ist sein bescheidenes Credo, um nach seinen eigenen Worten „der Tyrannei von Big Tech die Stirn zu bieten“. Und weil der Jäger Trump den großen Auftritt liebt, gab er auch gleich bekannt, dass sein neuer Dienst über einen Börsenmantel (SPAC) als Aktie zu haben ist. Plus 300% legte daraufhin der SPACtakuläre Wert zu. Ab November startet die Beta-Version seines Netzwerkes, um im Revier von Twitter und Facebook zu wildern. Und weil Trump Erfolg auch über Kursentwicklungen definiert, sollten Sie den Wert im Auge behalten.

Wilderer

Eine ganz andere Fährte hat das deutsche Unternehmen Flixmobility (Flixbus) aufgenommen. Man wildert künftig in Übersee und hat kurzerhand die legendären US Greyhound-Busse übernommen. Flixbus wird damit sofort zur Nr.1 der amerikanischen Fernbusanbieter. Nicht schlecht für eine Münchner GmbH, die erst 2012 gegründet wurde, aber leider nicht an der Börse notiert. Was nicht ist, kann ja irgendwann noch werden. Übrigens: Seit 2018 bietet Flixmobility auch Flixtrain an und ist damit ins Schienengeschäft eingestiegen. Flugzeuge gibt es allerdings noch nicht, obwohl auch Flixplane oder Flixflight nicht schlecht klingen würde. Einen Flughafen hätten sie diese Woche mit Frankfurt-Hahn auch gleich kaufen können, aber stattdessen hat man diesen lieber pleitegehen lassen. Und sind wir mal ehrlich: Es kräht kein Hahn danach. Damit entlasse ich Sie heute aus meinen Fängen und freue mich, wenn Sie auch nächste Woche wieder etwas vom Greiff-Vogel lesen.

Ihr Volker Schilling

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35 Kommentare

  1. Herr Schilling, es ist nicht herauszulesen, wie Sie generell zu Kryptos stehen. Glaube Sie hatten mal erwähnt, Bitcoin hat gegenüber Gold keinen Gegenwert und wäre sehr spekulativ daher…

    Ich hatte hier schon versucht, meine Sicht darzulegen, warum der Bitcoin kein echten Gegenwert braucht und einzig das Vertrauen für den Bitcoin zählt. Aufgrund der Begrenztheit und dem Wissen wohin wir langfristig mit Papierwährungen hinsteuern, werden Kryptos schon allein aus psychologischen Gründen für den Fall X angesteuert. Ein Verbot sollte inzwischen auch vom Tisch sein, dazu etabliert sich die ganze Materie gerade viel zu sehr. Eine Regulierung ist wünschenswert und schafft zudem Vertrauen.

    Raimund, natürlich kannst du auch zu den Kryptos (eigene Meinung) und meinen Annahmen etwas sagen.

    Bis Anfang 2021 war ich gegenüber Kryptos skeptisch, dachte sie verschwinden auch ggf. schnell wieder. Die Entwicklung – auch in Bezug auf große Unternehmen – sagt mir nun, sie bleiben und gehören als Depotbeimischung für mich zumindest dazu. Ich empfinde es als größeres Risiko sie gänzlich nicht zu spielen, als das Risiko etwas Kryptos zu besitzen.

    • „ Raimund, natürlich kannst du auch zu den Kryptos (eigene Meinung) und meinen Annahmen etwas sagen.“

      Als Anlage- und Spekulationsobjekte werden private Kryptowährungen auch aus meiner Sicht eine Zukunft haben. Als reguläre Währungen allerdings nicht. Dazu hatte ich schon vor 4 Jahren diesen Grundsatzartikel geschrieben:

      https://wahre-werte-depot.de/bitcoin-wird-niemals-eine-waehrung-sein/

    • Derzeit beträgt die Marktkapitalisierung aller Krypos mehr als 2 Billionen USD. Bitcoin macht davon mehr als die Hälfte aus (siehe Grafik). Was sind Kryptos tatsächlich wert, wenn ihre Marktkapitalisierung irgendwann mit der Menge des Fiat-Gelds und/oder der Marktkapitalisierung von Gold vergleichabar wird?

      Wie ich im anderen Thread unten schon geschrieben habe, ist die Menge an Krypos insgesamt keineswegs begrenzt. Es können ständig neue Coins in einer Vielzahl von Kryptowährungen geschaffen werden (es gibt mehr als 1200 Kryptowährungen, und es entstehen immer wieder neue). Dass der Bitcoin als nur eine von vielen Kryptowährungen – für sich genommen – in seiner Menge begrenzt ist (wobei viele der anderen Krypowährungen ggf. auch nur begrenzt vermehrbar sind), kann ihm daher keineswges zwingend einen dauerhaften Status als Digital-Gold sichern.

      • @ Sandro

        Du hast es richtig erkannt, theoretisch koennten immer wieder neue Kryptos entstehen.
        Das geht spaetestens so lange gut, bis die Stromnetze auch westlicher Industrienationen eben mal so zusammenbrechen.Schliesslich muessen ja unter anderem auch noch die ganzen Elektroautos aufgeladen werden.
        Dann werden in immer mehr Laendern Kryptos ganz verboten und verfallen im Wert bis auf knapp ueber Null.

    • Aber reden wir mal kurz über den „Fall X“. Ich vermute, Du meinst den Fall, dass unser Fiat-Geld eines Tages wertlos werden könnte. Dann könnten Kryptos vielleicht tatsächlich vorübergehend die Funktion einer „Zigarettenwährung“ haben.

      Ob der Bitcoin dann noch existiert, oder welche andere Kryptowährung sich bis dahin vielleicht etabliert hat, steht m. E. noch gar nicht fest. Derzeit wird über Vor- uind Nachteile der Konsensverfahren „Proof-of-Work“ (PoW) vs. „Proof-of-Stake“ (PoS) diskutiert, wobei es verschiedene leicht unterschiedliche Modelle gibt. Sofern beim Bitcoin nicht die von mancher Weite für fast unmöglich gehaltene Umstellung von PoW auf PoS gelingt, ist er vielleicht dem Tod geweiht, und andere Krypowährungen können sich durchsetzten. Kryptowährungen stecken noch in der Experimentierphase.

      Sofern dann aber der Tag X kommen sollte, die Notenbanken rekapitalisiert werden und eine neue Währung etabliert wird, können „Zigarettenwährungen“ ggf. nicht staatlich toloriert werden. Die Frage nach einem möglichen Verbot von Kryptos stellt sich dann erneut in ganz anderem Licht. (Nicht grundlos wird in Ländern mit stark fallenden Währunbgen auch der Devisenbesitz verboten – auch wenn das nur mäßig gelingt). Dann könnten die Kryptos sehr schnell völlig wertlos werden und keineswegs als Absicherung taugen. Echte Sachwerte können aber nicht so einfach staatlich entwertet werden (sonst würde eine Währungsreform nicht funktionieren). Echte Sachwerte, insb. Aktien, sind also sehr viel besser zum Vermögenserhalt geeignet. (Komplett schützen können Sachwerte natürlich auch nicht: Ein „Lastenausgleich“ und Preisänderungen (z. B. Kurssturz bei Aktien) können auch zum teilweisen Vermögensverlust führen.)

  2. @Lies @Sandro

    Ich kann eure Gedanken verstehen und auch nachvollziehen…

    Ich bin kein Krypto-Experte, sage ich ganz offen. Ich sehe es aber allgemein so… natürlich gibt es viele Kryptowährungen, vieles ist Schrott (wie Dogecoin) oder zu unbedeutend als dass es sich durchsetzt. Ich spiele deshalb vor allem die beiden Großen, Bitcoin und Ethereum, die sind in aller Munde und je mehr über welche berichtet wird, umso vertrauter wird der Normalbürger mit diesen und das ist entscheidend. Die Bekanntheit und die bewirkt das Vertrauen und erhöht damit die Nachfrage.

    Ich sage nicht, dass Kryptos im Fall X das Mittel zur Wahl sind. Aber auch Goldbesitz könnte verboten werden, Immobilien durch extreme Abgaben belastet usw. … das muss man doch sowieso alles entscheiden, wenn sich Dinge entwickeln, was dann zu tun ist…

    Wie Raimund schon sagte, als Anlage- und Spekulationsobjekt verstehe ich die bekannten Kryptos (sprich vor allem Bitcoin und Ethereum), die sollte man als Depotbeimischung spielen und momentan entwickeln sich Kryptos zunehmend als optionale Möglichkeit für das Depot, vor allem als Beimischung zur Absicherung. Ob sie dann im Fall X Relevanz haben, hilfreich sein können, möchte ich nicht ja und nicht nein sagen… aber zumindest jetzt auf dem Weg dorthin zum Tag X spielen sie in den nächsten Jahren in meinen Augen erstmal eine Rolle. Und wie mit Aktien… verkaufen kann man sie jederzeit.

    • Ich will Dir Deine Kryptos nicht madig reden. Ich sage nur, was ich darüber denke. Ich sehe das als reines Spielgeld an. Die Coins eines Casinos gibt es übrigens auch nicht in beliebiger Anzahl.

      Angenommen Du wärst zunächst nur in echtem Gold investiert, und dann sagte Dir jemand: „Ich kann künstliches Gold herstellen, aber ich begrenze die Menge“. Würdest Du es kaufen? Vielleicht. Und dann käme ein Zweiter und sagt: „Ich habe eine andere Sorte künstliches Gold, die ist noch besser“. Würdest du die dann auch kaufen? Vielleicht. Und was würdest Du mit der ersten Sorte machen?

      Und dann gäbe es auf einmal ganz viele Sorten künstliches Gold. Könnte eine dieser vielen Sorten wirklich langfristig einen echten Goldstatus haben? Ich behaupte, das wäre es für eine der Goldsorten dauerhaft nur möglich, wenn sie einzigartige Eigenschaften hätte, die andere Goldsorten niemals haben könnten. Und das ginge nur, wenn diese Eigenschaften nicht kopierbar wären. Echtes Gold hat tatsächlich Eigenschaften, die nicht kopierbar sind. Allen Kryptos fehlt eine solche Einzigartigkeit. Und der Bitcoin scheint sogar Nachteile gegenüber anderen Sorten des Digitalgolds zu haben. Wenn sein Energiehunger durch technische Umstellungen nicht schnell genug gelöst werden kann, dann wird er Geschichte sein. Das ist ein erhebliches Risiko.

      Last but not least: Werte, „die sind in aller Munde und je mehr über welche berichtet wird,…“, sind die Highflyer in einer Blase und verlieren beim nächsten Crash am meisten, wenn sie ihr Versprechen nicht halten. So war es 2001 bei Aktien, z. B. Internetunternehmen, die ihr Potiential noch gar nicht bewiesen hatten und später nicht mehr beweisen konnten. Kryptos haben es auch noch nicht bewiesen. Aber wer weiß, welche Höhen- und Sinkflüge sie noch erreichen, wenn darauf erst einmal richtig mit Derivaten gewettet wird, nachdem ein Krypto-ETF nach dem anderen zugelassen wird.

      • @ Sandro

        Genau, wenn die Bildzeitung von Kryptowaehrungen als interessante Depotbeimischung zur Diversifizierung schreibt, dann ist es soweit …

        Wegen der „Seltenheit“ kaeme vielleicht noch der Status einer mehr oder weniger seltenen Briefmarke in Betracht, aber bei 31 Millionen Stuecken …
        Leute, das mit den Coins, das ist reine Verarschung und sonst gar nichts !!!

  3. Hallo Andreas,

    ich habe Anleihen besessen, die auf Grund schlechter Entwicklungen ins Bodenlose stürzten. Natürlich konnte ich sie verkaufen – zu 20% des Einstandspreises.

    • @ Aries Eeberg

      Respekt Aries Eeberg, Du hast einmal einen Verlust gemacht …
      Und ich dachte und glaubte schon Du rebalancierst alles zu jeder Zeit … so mit Gold und China ETFs und so …
      Es koennte demnaechst mehr zu rebalancieren geben denke ich …
      die Frage ist nur wohin …

      • „wohin“ sehr richtig….genau das ist es doch, was sich Anleger seit geraumer Zeit fragen. Solange diese Frage unbeantwortet bleibt, wird das Geld auch weiter im Aktienmarkt bleiben und dort sogar zu weiteren Zuflüssen u. Kursgewinnen führen. Jetzt kommen noch die statistisch guten Monate Nov./Dez…einige Fondmanager dürften unter Kaufzwang geraten u. ihr Schaufenster mit den Kursgewinnern des Jahres schmücken. Der Angst/Gierindex spricht auch eher f. Käufe. Nach meinem Eindruck ist Aries per Saldo ein ziemlich erfolgreicher Anleger.

      • Ich habe wie alle viel Lehrgeld bezahlt.

        Zum Beispiel habe ich bei Fukushima alles verkauft, weil ich die globalen Folgen der Katastrophe vollkommen überschätzt hatte. In der Folge habe ich Geld verloren, weil die Börsen sich schnell wieder erholten. Das hat mich gelehrt, bei Corona die Füße still zu halten.

        Deshalb rate ich jungen Leuten, möglichst früh mit Aktien anzufangen. Dann machen sie ihre Fehler, wenn sie noch wenig Geld haben, und werden besser, wenn das Geld mehr wird. Ein Verlust von 40% ist bei 10.000,- Euro weniger als bei 100.000,-. Man lernt auch die bescheideneren Gewinne zu schätzen, wenn sie dafür stetiger und verlässlicher eintreten.

  4. Wie auch immer. Es ist sicher interessant, zu beobachten, was mit den Kryptowährungen geschieht. Vielleicht es es auch möglich, dass der Bitcoin selbst nach einem vernichtenden Absturz sehr viel später irgendwann nach technischen Neuerungen wiederbelebt wird – und sei es vielleicht sogar nur aus Nostalgie. Wer weiß? Inwieweit das möglich wäre, wissen andere besser als ich. Darauf setzen möchte ich aber nicht gerne.

    Dass El Salvador den Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat, wurde von Bitcoin-Anhängern gefeiert. Es könnte aber auch irgendwann bittere Folgen haben, für El Salvador und für andere Bitcoin-Besitzer. Es könnte u. a. auch dazu beitragen, den Ruf des Bitcoins als Mafia-Währung noch weiter festigen und vielen anderen Ländern den Geschmack daran verderben.

    Wenn Du Angst hast, der Goldbesitz könnte im Ernstfall verboten werden, dann solltest Du beim Bicoin die gleiche Angst haben. Und was taugt ein Vermögenswert als Absicherung, der schon allein aufgrund der Kurskapriolen viel risikoreicher ist als alles andere? Zugegeben: Mithilfe des Bitcoins war es in der Vergangenheit in Krisenländern wohl tatsächlich möglich, Vermögen ins Ausland zu retten. Mit Gold wäre das sicher viel schwieriger gewesen. Ob das weiterhin so einfach bleibt, ist eine andere Frage. Und falls Du einmal vor der Entscheidung stehen solltest: Würdest Du Dein Vermögen im Zweifelsfall auch auf illegale Weise retten wollen?

  5. Wenn ich eine Kryptowährung auflegen würde, würde ich sie „Porecelain“ nennen. Denn Porzellan war bislang eines der besten Nebenprodukte, die beim Versuch entstanden, künstlich Gold herzustellen.

  6. Ist das noch die Wahre-Werte-Seite?

    • Ja klar! Wie ist Deine Frage gemeint?

      • Sie haben in Ihrem zitierten Artikel m. E. deutlich gemacht, dass den Krypto-Währungen weder ein wahrer Wert innewohnt (wie z. B. bei physischem Gold oder Land) noch ein Wert vermittelt wird (wie bei einer Aktie). Also frage ich mich, ob eine solche Diskussion auf die Wahre-Werte-Seite gehört.

        • Ich denke schon. Unstrittig ist, dass der Bitcoin in den Köpfen unzähliger Menschen einen Wert hat. Deshalb sollte gerade auf dieser Seite die Diskussion darüber erlaubt sein, ob dieser Wert ein „wahrer“ ist oder nicht. Ich persönlich halte Bitcoin und Co aus den genannten Gründen nicht für wahre Werte. Ich freue mich aber darüber, dass andere dies anders sehen und hier darüber diskutieren.

  7. Irgendwie erscheint mir das Gerede über Krypto wie damals 2000 bei der Tech Blase.
    Ps: Gibt es Mobilcom noch? Was ist aus CMGI geworden??

    • @ Umberto

      Das Entstehen dieser Kryptos und diese schleichende Akzeptanz allerorten zeigt eindeutig, das an den Maerkten etwas oberfaul ist.

      • „eindeutig“…was ist an der Börse schon eindeutig? Der Milchmädchen- Bildzeitungs- Kryptoindex?

        • @ Peter Czeck

          Die Maerkte sind eindeutig ueberbewertet.
          Das sieht ein Blinder mit Krueckstock.

          In dem Moment, wo sich die Zinsen wieder auf einem Normalniveau befinden, dann ist das vorbei.
          Wahrscheinlich vorher schon.

          • „Zinsen auf Normalniveau“…wenn damit gemeint ist, daß wir innerhalb der nächsten 3 Jahre positive Realzinsen erleben werden kann ich nur sagen: träum weiter. Es ist das feste Ziel der Notenbanken über negative Realzinsen/Inflation das weltweite Verschuldungsproblem der Staaten zu lösen. Das hat in der Vergangenheit schon mehrfach funktioniert. Alternative ist der große Knall. Allen Bargeldbesitzern wünsche ich- egal ob Knall oder Enteignung durch negative Realzinsen- toi, toi,toi u. ein stabiles Nervenkostüm. Manche merken nicht einmal, daß sie schleichend enteignet werden….

  8. Der einzig gescheite Indikator auf mittlere Sicht ist der Realzinsindikator im Vergleich zum KGV eines entsprechenden Aktienindex. 200 Tagelinie, Bull/Bear, Stimmungsindizes sind immerhin ergänzende Hilfskruecken. Milchmädchen- Bildzeitungs- Kryptoindex ähneln eher Horoskopen.

    • @ Peter Czeck

      Am Ende des Tages ist alles Zufall.

      Im Nachhinein laesst sich fast alles trefflich begruenden,doch leider nicht vorwaerts.

    • Hallo Peter,

      deine Indikatoren finde ich tendenziell richtig, obwohl ich auch sehr viel vom Sentiment halte.

      Was ist für dich der Realzinsindikator? Bitte erkläre es und auch wie du ihn zum Durchschnitts-KGV in Beziehung setzt.
      Danke!

      p.s.:
      Drei Dinge bestimmen die Börse: Die Zinsen, die Zinsen, die Zinsen.
      Oder mit Kostolany: Tanzen, so lange die Musik spielt! – Ka Geld, ka Musik.

      • Hallo Aries, naja ist so eine Wortkreation. Dachte damit werde ich berühmt….Ziemlich simpel. Beispiel dt. Markt:Für 10 jährige dt. Staatsanleihen ermittelte ich mit Hilfe des Kurswerts u. des Zinsertrags das Quasi-KGV. Gibt’s aktuell nicht viel zum rechnen. Das vergleiche ich mit dem Durchschnitts-KGV DAX. Aktuell ist der DAX bereits danach sehr krass unterbewertet. Jetzt müsste man eigentlich noch den Wertverlust den die Anleihe durch die Inflation verliert berücksichtigen. Die Aktie ist als Sachwert (repräsentiert Grundbesitz, Maschinen, Warenbestand…je nach dem) jedenfalls im Durchschnitt nicht in gleicher Weise inflationsgefährdet. Wg.der Preis
        überwaelzungsspielräume ist sogar das Aktien-KGV u.auch die Dividende grundsätzlich qualitativ positiver als der durch Inflation derzeit völlig ins Negative gedrehte Rentenertrag einzuschätzen. Gilt natürlich so nur bei breiter Streuung. Dir mit deiner ausgefeilten Strategie muss ich sowas eigentlich nicht erzählen. Das Sentiment ist nicht immer so vernunftgesteuert. Auf Sicht v. mehreren Monaten setzen sich m. E. eher die fundamentalen Gesichtspunkte durch. Vielleicht wird das Sentiment ja demnächst einen Freudenhüpfer vollführen, wenn das Rentenkonzept mit der Aktienanlage teilverkuppelt wird.

        • „Kurzfristig ist die Börse ein Abstimmungsmechanismus,
          langfristig ein Wägemechanismus.“

          Ist ja alles richtig. Aber die Abstimmung findet schon sehr lange statt und kommt immer zu dem selben Ergebnis: „Buy the dip!“ Das kann einen nervös machen. An so eine lange Aufwärtsbewegung wie gegenwärtig kann ich mich nicht erinnern.

          Hier noch ein kluger Spruch:
          „Die Euphorie hält länger an als man denkt und endet früher als man hofft.“

          • Bauchgefühle… Stammhirn…Beute in Sicherheit bringen, kenn ich v. mir auch. Aber schon die Bauern der Steinzeit wussten, wenn man die Körner in der Erde lässt sind die kommenden Ernten umso größer.

      • Hallo Aries, habe mein Wundersystem gepostet, aber Raimund stellts nicht ein. Entweder er prüfst noch oder er will’s geheimhalten.

  9. @ Peter Czeck

    Enteignet ? Bist Du Immobilieneigentuemer in einer gewissen Grossstadt und hast vor mehr als dreissig jahren gekauft …

    – die Notenbanken haben ihre jeweiligen Mandate und die werden Sie ausueben … muessen. Frueher oder spaeter und irgendwann in aller Konsequenz. Andernfalls und oderAuch wenn sie nur ein bisschen zu lange zoegern duerfen sie spaeter nur noch zwischen Pest und Cholera waehlen! Wer sich zuletzt bewegt – verliert.
    Auf sieben fette Jahre folgen sieben magere Jahre.Das ist nun einmal so.

  10. Jetzt hat erstmal die britische Notenbank die erwartete Leitzinserhöhung abgesagt. Frau Lagarde will 2021/2022 keine Leitzinserhöhung.Der DAX ist auf ATH. USA sieht auch gut aus. Tatsächlich ist vorstellbar, daß Notenbanken wg. anhaltender Inflation die Zinsen später in homöopathischen Dosierungen erhöhen. Positive Realzinsen sind aber nicht mehr möglich. Klar kann es sein, daß einige ängstliche Naturen…schwache Hände sich v. einer Leitzinserhöhung v. 0,5% ins Bockshorn jagen lassen u. verkaufen. Die ewigen Verlierer halt. Die Börse lässt sich nicht durch Bauchgefühle Einzelner beeindrucken.

    • @ Peter Czeck

      Wer hat Dir das denn erzaehlt, das posiitve Realzinsen nicht mehr moeglich sind?!
      Diese sind sehr wohl moeglich und das jederzeit.
      Lagarde und andere werden irgendwann nicht mehr gefragt, was sie wollen. Sie muessen dann entscheiden, so oder so.

    • @ Peter Czeck

      Man erzaehlt uns die Inflation ist nur vorruebergehend.
      Man mache Plaene.
      Jedoch sei man jederzeit bereit die Plaene ueber den Haufen zu werfen.
      Das sagt doch alles.
      Niemand weiss, wie hoch die Inflation in Zukunft sein wird.
      Niemand.

      • Ich denke wie Peter Czeck, die Zinsen werden noch lange nicht steigen, die ausstehenden Kredite sind dafür viel zu hoch. Ist schlecht für die Bargeldsparer, ein Anstieg der Zinsen wäre jedoch noch schlimmer.

        Eine Anregung zu Bitcoin und Co.:
        Alles läuft über Computer und Software. Es ist nicht möglich über Bluetooth ein Bild vom Android zu IPhone zu senden obwohl Bluetooth ein Standard sein soll. Täglich gibt es neue Updates, Software, Hardware und Dienste. Wer garantiert mir, dass nach einer Änderung oder Umstellung der Zugriff auf meine Coins noch möglich ist?
        Sei es durch einen Fehler, durch staatlichen Eingriff oder durch Hacker, da ist mir eine Goldmünze in der Tasche doch viel lieber. Das gleiche denke ich über Aktien und Immobilien, von Staatsanleihen lasse ich die Finger, sind mir wie Coins zu unsicher.

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