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Die Meinung anderer

14. November 2019 - Aries Eeberg in Gastbeitrag | 11 Kommentare

Hallo, hier die strategische Martkeinschätzung von Phillipp Vorndran vom 14.11.19: „Mit Blick auf unser anlagestrategisches Weltbild trauen wir uns jedoch folgende Aussagen zu: Wir erwarten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken alles tun werden, um eine Finanzkrise zu vermeiden. Wir gehen davon aus, dass die Tiefzinsphase noch sehr lange anhält. Wir sagen, die Zinsen bleiben so tief bis zur nächsten Währungsreform. Wir glauben, dass das Vertrauen in unser Geld abnimmt, zumindest was seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel betrifft. Wir denken, dass die Inflation steigen wird. Sie wird wohl nicht fünf oder sechs Prozent erreichen, aber auf längere Sicht über dem langfristigen Durchschnittssatz in Mario Draghis Amtszeit liegen, also höher als 1,1 Prozent jährlich ausfallen. Wir glauben, dass ein gewisser Anteil von Gold im Depot ein Muss ist – als Versicherung gegen die bekannten und unbekannten Risiken am Kapitalmarkt. Zudem sind wir überzeugt, dass Aktien langfristig deutlich höhere Renditen als Anleihen bringen werden. Wer diese Signale verstanden hat, der versteht auch, dass er investiert sein muss. Oder um es wie Warren Buffett zu sagen: „Das Risiko an der Seitenlinie zu stehen, ist gigantisch – relativ zum Risiko, investiert zu sein.“ „

11 Kommentare

  1. Die erste Hälfte könnte direkt bei mir abgeschrieben sein: Notenbanken, Tiefzins, Währungsreform, Vertrauen ins Geld … müsste Euch eigentlich alles bekannt vorkommen 😉

    Nur in Sachen Inflation lest Ihr bei mir etwas Anderes: Diese dürfte erst dann wieder anziehen, wenn die Notenbanken tatsächlich Helikoptergeld regnen lassen. Denn erst dann werden die Geldspritzen direkt in die Adern der breiten Masse gesetzt.

    Stay tuned!

  2. Naja ne Inflationsrate von mehr als 1,1 v. H. ist doch nicht völlig ausgeschlossen (so auch DJE) . Für bedeutender halte ich die eindeutigen Übereinstimmungen der Ansichten zur weiteren Kursentwicklung an den Aktienbörsen.

    • Ob 1% oder 2% – das alles ist nicht der Rede wert. Vor allem nicht, um es als ein Anziehen der Inflationsrate zu bezeichnen. Das ist lediglich das übliche Herumdümpeln auf nach wie vor niedrigem Niveau. Selbst ein vorübergehendes Überspringen der 2%-Marke – wie dieses Jahr geschehen – ist keine Rückkehr der Inflation.

  3. Mit der Perspektive von Raimiund Brichta und Philipp Vondran lässt sich leicht ein kluges langfristiges Portfolio gestalten.

    Die Analyse teile ich, sehe aber auch, dass die Emerging Markets ein eigenes Gewicht in diesem Portfolio haben müssen, da hier das größte langfristige Wachstum stattfindet.

    Für mich ist auch zu beachten, dass die Rolle der Notenbanken für dieses Szenario zentral ist. Wenn die ihr Verhalten ändern sollten, muss man wahrscheinlich alles neu überdenken.

    • Hundertprozentige Übereinstimmung zwischen uns. Allerdings WIRD sich die Notenbankpolitik voraussichtlich nicht ändern. Und wenn doch, dann findet der Zusammenbruch einfach früher statt. Das Restzenario bleibt in etwa gleich.

      Zu den EM: Nur her mit den entsprechenden Depotvorschlägen!

  4. Ich habe 3 ETFs für EM

    – iShares EM Dividende …. Der hat viel Russland, Brasilien etc. und besonders 2018 hat der sich sehr bewährt. Er hat sich als eine gewisse Absicherung nach unten erwiesen. … Und die hohen Ausschüttungen 4x im Jahr sind eine echte Stütze meines anvisierten Rentnerportfolios.

    – iShares EM sri … Ist dieses Jahr gut gelaufen. Gerade die Ethik-Unternehmen haben wahrscheinlich eine gute Unternehmensführung. Als solche sind sie deshalb „echte“ und verlässliche Werte.

    – Xtrackers EM … ganz einfach den Index gekauft. Das ist besonders interessant, weil MSCI dort zunehmend China aufnimmt und dieser Index sowieso das Maß aller Dinge ist – allerdings mit erhöhter Volatilität.

    Für Einzelwerte fehlt mir einfach die Sachkenntnis. Es ist auch schwer, an Informationen über die entsprechenden Unternehmen heranzukommen.

    Dafür kenne ich einige Leute aus den EM. Und, wenn ich mit denen rede, weiß ich, ob sich eine Investition in diesem Land lohnt. Außerdem halte ich bei Reisen Ohren und Augen offen. Hört sich dumm an, aber so arbeite ich.

    Es wäre gut, eine gute Börsen-Seite aus Asien zu haben. Jetzt folge ich Handelsblatt und CNBC. In Asien hätte ich gerne eine ebenso solide Informationsquelle – vielleicht aus Indien, Hong Kong oder Singapur. Weiß da jemand etwas?

    • Danke, die Fonds-Lösung wollen wir für unser Depot allerdings eher vermeiden. Nur wo es gar nicht anders geht, wie bei Gold oder Immobilien, greifen wir darauf zurück.

      Wer also interessante EM-Aktien hat, bitte melden.

      • Gerne, ich greife meinen Depotvorschlag vom 09.01.2019 Norilsk Nickel auf:

        https://wahre-werte-depot.de/depotvorschlag-norilsk-nickel/

        „Viel zu zyklisch und ohne einen langfristigen Aufwärtstrend, eher was zum Spekulieren.“

        Der Aufwärtstrend ist sein 2016 in Takt. Da Norilsk Nickel ein Rohstoffgigant ist und die Welt nach Rohstoffen schreit sieht auch die Zukunft gut aus. Gazprom sehe ich bekanntlich ebenfalls sehr positiv.

        China: Alibaba habe ich nach Volker’s Posting ins Depot genommen.

        Ansonsten tu ich mich bei Einzelaktien aus den EM schwer.

        • Dann wundert‘s mich, warum Volker Alibaba nicht als Depotvorschlag eingereicht hat.

  5. Hallo zusammen,
    das EM-Thema ist sicher spannend weil wir über ein noch lange andauerndes Wachstum sprechen. Dafür ist der (Konsum-)Nachholbedarf einfach zu groß und der Bevölkerungsanteil bei globaler Relativ zu hoch.
    Wie können wir nun daran partizipieren? Wer sich mal eine Bilanz in Landeswährung angesehen hat, noch bevor man überhaupt Aspekte wie Handelbarkeit, Compliance, Kulturverständnis etc. geprüft hat, weiß, dass es oft kein einfaches Unterfangen ist. Ehrlichgesagt glaube ich auch, dass ein Kontakt zu jeweiligen Landsleuten die Sache nur selten erleichtert (wohl nur wenn es wirklich gute Anleger sind). Man stelle sich den Fall umgekehrt vor, dass bspw. ein Anleger aus Russland, China, Indonesien etc. in Deutschland investieren möchte und dann einen Bekannten aus Deutschland fragt. Befähigt ihn die Tatsache, dass dieser in Deutschland lebt, dazu fundiert bei der Auswahl zu helfen? Vielleicht ja, dann muss halt allerdings auch alles passen… Man merkt, dass es interessant ist, nur dem WW-Konzept wenig weiterhilft.
    Die Idee daher: Bekanntermaßen (man muss es sich nur wieder ins Gedächtnis zurückrufen) beruht bei vielen Westfirmen mittlerweile ein großer Gewinnanteil auf Umsätzen, die in Schwellenländern generiert werden. D.h. das Wachstum der EM, welches mich ja interessiert, sehe ich auch bei einem westlichen Unternehmen, dazu mit dem aus meiner Sicht charmanten Vorteil, dass ich auch westliche Rechtssicherheit habe, leichter recherchieren kann, die Compliance-Regeln vertraut sind, man eher mal mit einem aktivistischem Korrektiv rechnen kann.
    Mit Blick auf die Aussagen von Herrn Vorndran: Er ist auch ein großer Freund des EM-Wachstums, soweit ich weiß finden sich dort aber nicht sonderlich viele Aktien aus den Zielländern. Die Marschroute lautet eher: EM-Wachstum mit westlichen, in die EM expandierenden Unternehmen.
    Und für die Erkenntnis, da gebe ich Herrn Brichta zu 100% recht, brauche ich Herrn Vorndran nicht unbedingt (auch wenn er sehr sympathisch ist). Die Ideen hier sind schon gut und gehen aus meiner Sicht in die richtige Richtung. VG, David

    • @David: Vielen Dank, ein ganz toller Kommentar. Ja, die erfolgreichen westlichen Unternehmen wissen sehr genau, welche Märkte sie erschließen und wo sie ihre Fabriken hinstellen. Wenn man auf Reisen ist sieht man die erfolgreichen bekannten Firmenlogos.

      Meine EM-Investments sind bekanntlich zwei russische Rohstoffkonzerne und Weltmarktführer auf ihrem jeweiligem Gebiet. Russland gibt sich investorenfreundlich und ist keine Bananenrepublik, deshalb bin ich da beruhigt. Ansonsten halte ich mich bei EM zurück.

      Vielleicht kommt ja mal wieder ein Depotvorschlag a la „Auckland International Airport“ (auch wenn Neuseeland kein EM ist).

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