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Jetzt gierig sein

17. November 2018 - Raimund Brichta in Allgemein | 85 Kommentare

„Der Brexit könnte hart werden.“ „Der Handelskrieg könnte sich verschärfen.“ „Die Konjunktur könnte einbrechen.“ „Der DAX könnte auf 10.100 Punkte fallen.“ – An den Börsen dominieren derzeit weniger die Fakten, sondern mehr die Ängste vor möglichen Gefahren. In der Vergangenheit entpuppten sich solche Perioden oft als gute Gelegenheiten, Aktien zu kaufen. Der Starinvestor Warren Buffett formulierte es so:

„Habt Angst, wenn die anderen gierig sind. Seid gierig, wenn die anderen Angst haben.“

Gerade was den DAX betrifft, ist die Angst derzeit kaum zu überbieten. Was spricht also dagegen, jetzt gierig zu sein?

Darüber hinaus ist es seit einiger Zeit in Mode, nicht nur über die Leistung des DAX abzulästern, sondern auch über ihn als Index: Er sei eine Fehlkonstruktion, behaupten viele, weil er die Dividenden enthält, die von den DAX-Firmen gezahlt werden. Das sei international unüblich. Na und? Als DAX-Anleger investiert man eben automatisch alle Dividenden wieder in die gleichen Aktien, ohne etwas tun zu müssen. Was will man mehr? Ansonsten müsste man sich selbst darum kümmern, was man mit jeder Dividende macht. Und vor allem hätte man zusätzliche Kosten, wenn man sie wieder investiert.

Zugegeben, bis jetzt lief dieses Jahr nicht besonders gut für den DAX. Aber selbst nach einer schlechten Ernte, muss man wieder säen, wusste schon der römische Philosoph Seneca. Wenn dann die Zeit kommt, in der andere wieder gierig auf den DAX sind, wird auch die Ernte wieder besser ausfallen,

erwartet Ihr
Raimund Brichta

85 Kommentare

  1. Das ist richtig… Eine alt bewährte Börsenweißheit… Schönes Wochenende gewünscht…

  2. Kurzfristig bin ich auch eher bullisch, aber ich denke, dass wir schon getoppt haben.

  3. Vielleicht ein Weckruf zur richtigen Zeit, aber zur Zeit fallen mir nicht viele Unternehmen ein, bei denen ich mich in Deutschland beteiligen möchte.

    Dazu kommen die aus meiner Sicht die immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen und immer kritischer werdende gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland dazu. Als Demokrat akzeptiere ich den Wahnsinn, der hier zur Zeit stattfindet. Aber als Investor kann mich keiner zwingen, in den Wahnsinn auch noch mein sauer verdientes Geld zu investieren.

    Trotzdem werde ich die Börsenentwicklung hier verfolgen, ich bin nicht dogmatisch. Selbst versuche ich mich aber mit Investitionen zurückzuhalten, solange kein Trendwechsel zu erkennen ist, z.B. die Rückeroberung der 200-Tage-Linie. Aktuell investiert bin ich in Deutschland nur bei MTU.

  4. Das sage ich mir auch, könnte könnte und man wartet und wartet und dann kommt alles anders und man ist nicht dabei, darum jetzt einsteigen mit der gebotenen Vorsicht(nicht mit zuviel Volumen)man ist dabei und kann in Ruhe abwarten🙂

    • wenns runtergeht… 🤔😜

    • Ausserdem gibt es Blue Chips, die vom KGV her einfach billig sind. Geht man mal vom Mittelwert der letzten Jahre/Jahrzehnte aus, ist eine BASF mit KGV 11 und einer Dividendenrendite von über 4% nach dem (geschätzt) 40%-Crash momentan zum Discount-Preis zu haben.

  5. Heute haben Anton, Volker und ich das Wahre-Werte-Konzept bei einer Finanzplaner-Tagung in Berlin vorgestellt. Wir hatten eine muntere Diskussion mit dem geschätzten Moderator und ehemaligen ntv-Kollegen Andreas Franik.

    • Schönes Foto! 🙂

  6. Man kann auch bei DAX 9000 gierig werden. Muss man wirklich schon bei 11300 gierig werden ?
    Große Angst beim DAX spüre ich (noch) nicht. Da haben wir schon ganz andere Zeiten mit dem DAX erlebt.

    Der Aufmacher „jetzt gierig sein“, kommt für Langfristanleger meiner Meinung nach 2000 Punkte zu früh. Kurzfristige Trader hoffen auf die Weihnachtszeit. Sie spekulieren auf die traditionellen starken Börsenmonate.

    Bevor n-tv keine Sondersendungen zum Börsencrash bringt,und Herr Brichta keine Überstunden schieben muss, so lange sind wir weit davon entfernt, gierig sein zu müssen.

    • Es kommt darauf an, was man erwartet. Von Leuten, die jetzt mit der großen Börsenkrise wie 2000-2003 oder 2008-2009 rechnen (das tun außer Ihnen viele andere), stammen schließlich meine Eingangszitate. Dass für diese Leute das „Gierigsein“ zu früh kommt, ist klar.

      Ich interpretiere die jetzige Situation allerdings anders. Nämlich als eine Korrektur, wie wir sie in den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016 gesehen haben. Ansonsten hätte ich den Beitrag auch nicht geschrieben. Die Stimmung war in diesen Phasen ähnlich wie heute. Mehr Pessimismus braucht es also gar nicht, um einen Boden zu finden. Und solche Phasen sind gar nicht so selten, wie Sie an den Jahreszahlen sehen. 2015/2016 kamen die Korrekturen sogar ungefähr in ähnlichem zeitlichen Abstand wie in diesem Jahr.

      All diese Korrekturen waren von unterschiedlichen fundamentalen Ängsten begleitet. 2011 zum Beispiel hatten die USA ihre Bestnote in der Bonität eingebüßt, 2014 war es u. a. die Ebola-Epidemie, 2015 u.a. die Griechenkrise und 2016 u.a. die China-Angst. Die Inhalte ändern sich also, aber die Ängste bleiben. Die Diskussionen, die ich hier im Blog geführt habe, waren ebenfalls ähnlich wie heute.

      Ich weiß selbstverständlich nicht, ob es diesmal nicht doch anders kommt. Aber genau deshalb ist Börse ja so interessant 😉

      • Zunächst einmal ist es positiv, dass Sie die Börsenweisheit „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“ der Leserschaft in Erinnerung rufen bzw. den Neulingen an der Börse präsentieren und in diesem Kontext die genannten negativen Presseartikel zitieren (in der Auflistung fehlt meiner Meinung nach der hierzulande bis in den Wahnsinn getriebene vermeintliche Dieselskandal).

        Es gibt jedoch gravierende Unterschiede zu den von Ihnen aufgezählten Korrekturen der Jahre 2011, 2014 und 2015:

        1) Wir befinden uns nun schon fast in 2019 und haben ca 10 Jahre (notenbankbedingter) Aktienhausse hinter uns. Historisch betrachtet wird es mal wieder Zeit für eine saftige Korrektur mit wirtschaftlicher Rezession
        2) Die Minikorrekturen der Jahre 2011, 2014 und 2015 wurden durch die massive Geldschwemme zeitnah ausgekontert, schließlich muss die Liquidität irgendwo hin fließen.
        3) Das von den Medien (noch) beiseitegeschobene Thema „Weltschuldenkrise“ ist fundamental betrachtet nicht gelöst, sondern nur nach hinten verschoben und in der Zwischenzeit größer (!) geworden. Wenn ein chinesischer Investor bspw. bei der Deutschen Bank einsteigt, aber dann wieder aussteigen muss, ist Obacht angesagt (die paar BREXIT-Briten sind weltwirtschaftlich betrachtet mittlerweile Peanuts)…

        Ich schließe mich Hartmuth Meyer aber an, dass es derzeit im DAX stark korrigierte Blue Chips / Weltkonzerne / Wahre Werte gibt (habe kürzlich ebenfalls BASF nachgekauft und BMW neu ins Depot geholt). Demzufolge würde ich die Diskussion eher in Richtung „in welche (medial) verprügelten Branchen kann jetzt investiert werden“ lenken und nicht pauschal auf den Index zielen.

        Wenn der Faktor Geld stark positiv ist, steigt bekanntlich fast alles in der Breite (sogar Zockergeschichten wie BITCOIN & Co). Diese Zeiten sind jedoch zunächst vorbei.

        Positiv für den DAX wäre ein Szenario, bei dem der entscheidende Faktor Geld vom amerikanischen Markt abgezogen wird und in solide DAX-Werte wandert. Anfang diesen Jahres war es ja genau anders herum, dort wurde Liquidität aus dem DAX abgezogen und in die USA gepumpt. Können Sie solche Tendenzen derzeit beobachten?

        • Zu 1)
          Die immer wieder anzutreffende Einschätzung, wir hätten 10 Jahre Aktienhausse hinter uns, halte ich für falsch. Tatsächlich war die Entwickung von März 2009 bis Mitte 2013 nur ein Wiederaufholen zuvor erlittener Kurs-Verluste. Das ist ein großer Unterschied. Eine „Hausse“ im eigentlichen Sinne begann also erst im Herbst 2013 mit dem Überschreiten der alten Höchststände. Somit ist diese allenfalls 5 Jahre alt und nicht 10.

          Dies gilt übrigens auch psychologisch: Wohl kaum jemand hätte in den Jahren 2010-2012 behauptet, wir befänden uns in den ersten Jahren einer Hausse. Vielmehr war damals noch Wundenlecken in Sachen Finanzkrise angesagt, in Europa verstärkt durch die damalige Eurokrise. Die Aktienmarktentwicklung wurde damals folgerichtig entweder als (vorübergehende) Bodenbildung interpretiert oder allenfalls als Teilerholung nach der Baisse. Manchmal kann es sinnvoll sein, sich zurückzuerinnern.

          Auch das Argument, es werde wieder mal Zeit für eine Rezession, höre ich immer wieder. Diese Einschätzung teile ich sogar grundsätzlich und füge nur an, dass die Frage ist, ob diese JETZT vor der Tür steht oder noch nicht. Persönlich halte ich mich da an die Weltleitwirtschaft USA, in der JEDE der letzten 7 Rezessionen seit Anfang der 70er Jahre durch das Symptom einer inversen Zinsstruktur angekündigt wurde (siehe einen meiner Kommentare weiter oben). Erst einige Zeit, NACHDEM die Inversion auftrat, toppte der Aktienmarkt jeweils, und die Rezession begann dann jeweils noch weitere Monate später. (Über die Gründe für die Inversion können wir gerne später mal diskutieren.)

          Klar, diesmal könnte alles anders sein, aber für mich ist es wahrscheinlicher, dass dem nicht so ist. Deshalb ist für mich von entscheidender Bedeutung, dass die amerikanische Zinsstruktur noch nicht invertiert ist. Der Abstand kurzfristiger zu langfristiger Zinsen hat sich lediglich verengt. Dieses ist aber noch kein Rezessionssignal.

          zu 2)
          Auch hier empfehle ich, sich zurückzuerinnern: Die Fed-Bilanzsumme wächst schon seit 2015 nicht mehr wesentlich. Die Korrekturen 2015 und 2016 wurden dort also ohne zusätzliche Geldschwemme ausgekontert. Im Übrigen wird in den USA unter Experten inzwischen schon darüber diskutiert, dass die Notenbank nächstes Jahr eine Zinspause einlegen wird (evtl. sogar schon im Dezember), weil sie sich natürlich des Problems bewusst ist, das eine inverse Zinsstruktur anzeigen würde.

          zu 3)
          Das große Schulden-Ende kommt, da sind wir uns vermutlich einig. Aber auch hier bezweifle ich, dass dies schon jetzt der Fall ist. NOCH ist das System nach meiner Einschätzung nicht soweit. Auch in China noch nicht, wo der Staat noch potent genug ist, den Knall nach hinten zu verschieben. Die in den letzten Monaten erfolgten (Teil-)Verstaatlichungen sind ein Zeichen dafür.

          Und was den DAX anbelangt, habe ich mich bewusst auf diesen fokussiert, weil er die heruntergeprügelten Weltkonzerne genau widerspiegelt. Ohne ihren Einfluss stünde er nicht da, wo er jetzt steht. Er ist quasi ein Synonym für die von Ihnen genannten Unternehmen.

          Ein „Abziehen“ von Geld aus den USA halte ich gar nicht für nötig. Es würde fürs Erste schon reichen, wenn die zahlreichen Shortpositionen weiter geschlossen würden. Es gibt jedenfalls erste Anzeichen, dass die Underperformance des DAX zum S&P 500 bis auf Weiteres beendet sein könnte.

  7. Bin deiner Meinung, Raimund. In 12 Monaten wird man bereut haben bei solchen Ständen nicht zumindest einen Teil investiert zu haben.

  8. Ich glaube noch tiefer als 10.000, aber nicht mehr dieses Jahr 😯

  9. Ich kaufe die Langweiler wie Kraft, Renckiser, General Mills…
    schon des längeren ein. Die Commonwealth Bank of Australia kommt wohl als nächstes ins Depot.
    FürAmazon, Wirecard und Co ist s aber glaube ich noch zu früh.

    • Renckiser ist eine schöne Wortkreation.

  10. langsam sehe ich eher den Herrn Brichta als Kontraindikator, der nach jedem (kleineren) Kursrutsch das „wars das schon?“ in veränderten Überschriften erneuert.

    Es wäre ja schön, wenn es wieder aufwärts ginge. Aber eine bisher nur potentielle Top-Formation, in die immer mehr Investoren, Fondsmanager und Journalisten ihr „Aufspringen, jetzt gehts weiter“ hereinrufen, bestätigt einen Teil ihrer Relevanz auch dadurch.

    Kaum jemand will wahrhaben, dass es ein Top sein könnte. Die Fondsbranche kauft in jeden Dip, obwohl sich die Marktstruktur und das Marktverhalten verändert. Was wir dagegen im Sentiment sehen können, ist Crash-Angst. Der ist aber wie immer unwahrscheinlich, dafür fehlt bisher das auslösende Extrem. Angst selbst kann auch Verkaufsbereitschaft herstellen. Es muss nicht sein, dass schon viele oder alle verkauft haben, bloss weil das Sentiment negativ wird.
    Gleichzeitig zu den Kurserholungen sind die Umsätze merklich unterdurchschnittlich. Sell the Rallye statt Buy the Dip lässt sich seit Sommer langsam auch in den Umsätzen von DOW & Co. sehen.

    Wie seit 2 Monaten die Erwartungen aus dem NASDAQ ausgepreist werden und einzelne Titel 30 – 40% Kursverlust haben, ist auch nicht normal. Die Rotation von Risiko- zu Safe-Haven-Titeln in der Größenordnung ist auch eher ein Hinweis auf ein großes Top.

    Ich glaube eher, dass langsam die Fantasien ausgepreist werden. Es gibt nun mal kein dauerhaft zweistelliges Gewinnwachstum, weder in den steuerreformierten USA noch sonstwo. Es muss nicht so sein, dass die Kurse nur fallen, wenn keine Angst im Spiel ist.

    Ich bin nicht der einzige, der das Deflationsgespenst über der Kreditblase sieht. Wenn die Zentralbanken wieder ihre Schleusen öffnen – ok, dann wäre es was anderes, aber ich würde dann eher in die Edelmetallaktien gehen.

    Ich hoffe, ich irre mich zur aktuellen Situation. Aber die Charttechnik gibt keine Entwarnung. Die potentiellen inversen SKS in den USA fasern aus, ein W kann es noch werden, aber das Kaufverhalten ist gelinde gesagt bescheiden.

    • Prinzipiell bin ich damit recht zufrieden, dass ich hier wie bei Ihnen auf Widerpruch stoße. Denn diese Kommentare bestätigen meine Sentimenteinschätzung. Es wäre sogar schlimm, wenn es anders wäre 😉

      Ich interpretiere die gegenwärtige Marktphase ganz einfach als Bodenbildung, ohne dass ich mich festlege, auf welche charttechnische Weise dieser Boden gebildet werden könnte.

      Was das Luftablassen aus den Techwerten anbelangt, so bin ich damit sehr zufrieden. Im Gegensatz zu Ihnen empfinde ich dieses als vollkommen normal, zumal es bisher recht geordnet stattfindet. Bitte setzen Sie die Kursverluste stets in Relation zu den zuvor erzielten Gewinnen.

      Und was die von Ihnen erwähnte Rotation anbelangt, so kann man diese auch anders interpretieren als als Hinweis auf ein großes Top. Nämlich als eher trendbestätigende Rotation: Raus aus heißgelaufenen Werten und rein in bisherige Nachzügler. Die Zukunft wird es zeigen.

      • Ja, das sind alles schlüssige Argumente. Es kann so oder so werden. Pro und Kontra beißen sich ja immer, sowohl nach starken Anstiegen wie nach einem starken Rückfall.

        Sie machen sich es nach meinem Gefühl aber auch ein wenig einfach, Angst ist schließlich ein Indikator von vielen. Kein unwichtiger, aber ein einziger. Dass Sie sich sehr gerne darauf beziehen und auch die Gesprächsteilnehmer offensiv auf Indikatorebene klassifizieren möchten, muss man die gleichen Kriterien auch an Sie anlegen.

        Ich erinnere mich an Ihr „Vati zeigt uns den Weg“, den Sie nach den neuen ATHs des S&P schrieben. Die kamen zwar mit unterirdischer Marktbreite und geringem Volumen zustande, aber Sie bemerkten lediglich einige positive Zeichen, die in Ihre Richtung deuteten.

        Sie sprachen gleichzeitig davon, dass man auf das Geschwätz vom schlechten Oktober nicht hören solle und dass Sie sich an die Fakten halten, die der Markt Ihnen liefert. Ich weiß nicht, welche Fakten das waren, aber ich unterstelle Ihnen mitunter einen gewissen Hochmut, der das Lesen Ihrer Beiträge erschwert und manchmal zweifeln lässt, ob Sie Ihrer Sache damit Positives tun.

        Einzelne Unternehmen zu kaufen, die gerade schön gefallen sind, ist eine feine Sache. Das muss aber kein Rückschluss auf den Markt darstellen.
        Ich bin auch für ein „Ende des Spuks“, aber ich warte die Bodenbildung ab und schaue, ob es wirklich eine ist. Es könnte ja auch keine sein.

        Solche großen Rotationen aus dem Risiko heraus können durchaus trendbestätigend sein, aber je länger die Rallye vorher dauerte und je höher sie die Kurse führte, desto schwieriger wird statistisch eine solche Trendbestätigung. Dazu müssten die Trends auch halten. Die 2016er sind in den meisten Fällen durch, was den großen 2009er Trend wieder ins Spiel bringt.

        Es steht viel auf der Kippe, da die Wege in beide Richtungen weit geworden sind, aber die Chancen werden langsam auch wieder größer. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht abwarten sollte womit man es zu tun hat.

        • Richtig ist, dass es immer Argumente für beide Richtungen gibt. Letztendlich muss man sich an der Börse aber meistens für eine entscheiden.

          Was den „Vati“ anbelangt, so hatte ich schon damals geschrieben, dass ich vom Positiven ausgehe, solange sich das Signal nicht als Fehlsignal entpuppt. Dies ist am 11.10. dann gestehen, und zwar gleich mit einer Heftigkeit, die nahelegt, dass ein großer Teil des Wegs nach unten damit schon zurückgelegt war. Sie kennen das ja: Nach unten geht‘s rasch, nach oben dauert es länger.

          Nun muss man abwarten, wo sich das nächste markante Hoch ausbildet. Dies sollte eine Erholung zeigen, die nach der Bodenbildung, von der ich stimmungstechnisch (und nicht charttechnisch) ausgehe, beginnen sollte. Erst dann erlaube ich mir Rückschlüsse auf den weiteren mittel- bis längerfristigen Verlauf.

          Von Hochmut halte ich mich generell fern an der Börse. Tatsächlich bin ich eher demütig, weil ich weiß, dass an der Börse alles möglich ist. Das hindert mich freilich nicht daran, mich ab und zu mit einer Einschätzung festzulegen. Denn nur wer sich festlegt, kann auch daneben liegen. Dabei bin ich mir selbstverständlich immer bewusst, danebenliegen zu können.

          Warum ich mich trotzdem festlege, hat folgenden Grund: Ich halte nichts davon, zu schreiben, dass es rauf oder runter gehen könnte. Dann würde ich mir das Schreiben lieber ersparen. Festlegen und dann mit Andersdenkenden darüber diskutieren, halte ich für viel interessanter. Schließlich gehört der Austausch von Meinungen zur Börse wie das Salz in die Suppe. Finden Sie nicht?

  11. Was bisher noch gefehlt hat ist Panik. Wenn der Dax an einem Tag 5 Prozent fällt und die Medien von Börsencrash sprechen, dann kann man daran denken gierig zu werden.
    Momentan hoffen die Anleger das sich alles wieder legt. Die guten Zeiten kommen bestimmt gleich wieder.
    Diese Anleger müssen aber noch aus dem Markt getrieben werden. Der Crash kommt. Winter is coming. And after a long sommer there will be a long winter (-;

    Es wäre interessant eine Umfrage im Forum zu machen. Eventuell könnte man dies in Zukunft als Indikator verwenden.

    • Dann starten wir doch hiermit einfach mal die Umfrage: Soll man warten, bis die Börse an einem Tag um 5% fällt?

      • Ich dachte eigentlich an eine Markteinschätzung die 4 mal pro Jahr durchgeführt wird.

        Es wäre auch interressant die besten Spührnasen unter den Teilnehmern zu identifizieren.

        Das könnte eventuell allen Forum Teilnehmern hilfreich sein.
        Schließlich ist der Nutzen eines Traders für die Allgemeinheit eine gute Zukunftseinschätzung zu haben.

        • Warum nicht? Mir fehlt leider die Zeit, solche Umfragen regelmäßig zu organisieren. Sie können aber gerne alle paar Monate eine Umfrage als Beitrag in dieses Forum einstellen. Ich verspreche Ihnen, dies dann immer zeitnah zu veröffentlichen. Ohnehin verstehe ich diese Seite als Gemeinschaftsprojekt von uns allen. Warum sollten Sie sich also nicht in dieser Weise einbringen? Das fände ich gut.

          • Vielen Dank. Das werde ich gerne machen. Ich verstehe es auch nicht als Indikator. Aber es macht Spaß und es gibt Menschen mit guter Nase und solche die dem Markt hinterher laufen und immer falsch liegen. Dann gibt es auch Phasen in denen man ein gutes Gespür hat und in anderen Phasen weniger. Ich werde mir ein Konzept überlegen und noch dieses Jahr einen Beitrag starten.

          • Das freut mich sehr, dafür schon vielen Dank im Voraus.

    • Das Forum hier ist nicht repräsentativ, insofern wäre eine Umfrage nicht aussagekräftig. Zudem kenne ich die mediale Stimmung bspw. in den USA nicht. Es überrascht mich sehr, dass Herr Brichta Einzelmeinungen als Indikator interpretiert bzw. zur Meinungsbildung heranzieht, wohl wissend dass dies kein repräsentatives Forum sein kann.

      Kostolany hat sich in seiner Lebenszeit bspw. gerne mit Taxifahrern o.ä. unterhalten und deren Kaufverhalten als Kontra-Indikator gewertet. Einfach mal umhören welche Anfänger aus dem eigenen Umfeld dieses Jahr Aktien und BITCOINs gekauft haben in der Hoffnung auf schnelle Gewinne…

      • Dass dieses Forum nicht repräsentativ ist, versteht sich von selbst. Eine Umfrage hätte für mich aber auf jeden Fall unterhaltenden Charakter, man muss doch nicht alles bierernst nehmen.

        Des Weiteren habe ich meinen Beitrag auch nicht aufgrund der Kommentare hier geschrieben. Sondern diese kommen erst jetzt als Reaktion darauf. Dass ich solche Kommentare aber ebenfalls einordne, gehört für mich genauso dazu wie die Konversation mit Taxifahrern. Im Gegenzug können Sie auch herzlich gerne meine Beiträge als Kontra-Indikator verwenden 😉 Erlaubt ist, was gefällt.

        Und apropos Taxifahrer: Ende letzten Jahres wurde ich von solchen und von Hotelportiers des öfteren auf Bitcoin angesprochen. Dies war für mich ein Kontraindikator, auch wenn ich selbst nie in Bitcoin engagiert war.

  12. Im Prinzip ja dann weis man der Markt liegt jetzt
    bei den starken Händen die Zittrigen sind draußen. Nur leider kommt dies nicht so oft vor. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Die Technologie Werte fallen doch rasant
    und könnten auf einmal die Old Economy mitreisen nach unten.
    Wo ich meine bedenken habe ist der Chart der Deutschen Bank
    Dieser fällt demnächst auf ein neues Tief. Kehrt die
    Bankkrise wieder zurück? Der Chart spricht dafür.

    • Die Skepsis zu allen Bankwerten teile ich schon immer. Ob nun die nächste Krise vor der Tür steht, weiß ich natürlich auch nicht. Bei den beiden deutschen Banken scheinen mir auch die hauseigenen Probleme eine große Rolle zu spielen.

        • Auch der Housing-Index ist ein Indikator, der in der Regel sein Top erreicht, lange bevor eine Rezzession beginnt. Außerdem war er in der Vergangenheit kein so verlässlicher Rezessions-Indikator wie die von mir zitierte Inversion der Zinsstruktur.

          Beispiel: Dem Top des Housing-Index Anfang 1994 beim Stand von 70 folgte keine Rezession. Danach fiel der Index bis Anfang 1995 zwar auf 40 (- 40%), eine Rezession kam aber nicht. Vielmehr schwang sich der Index im Anschluss wieder auf neue Höhen (über 70) auf.

          Vergleichbar ist das Jahr 1994 zudem insofern, als es damals – wie dieses Jahr – einen deutlichen Anstieg der kurz- und langfristigen Zinsen gab. Eine Inversion der Zinsstruktur gab es damals aber genauso wenig wie heute. Für mich ist und bleibt die Inversion also der bessere Rezessionsindikator.

  13. Ich möchte noch einmal betonen, dass mir die muntere Diskussion hier gefällt. Genau dies war das Hauptziel dieses Beitrags: Mit einer – in der gegenwärtigen Lage provokanten – These die Leserschaft aus der Reserve zu locken.

    Vielen Dank, dass Sie sich so rege beteiligen. Ich glaube, davon haben auch die stillen Mitleser etwas.

  14. Ich finde die Einschätzungen von Herrn Brichta stets gut analysiert und auch seiner Sicht eben begründet, auch wenn man selbst vielleicht anderer Meinung wäre… auch finde ich super, dass er eben nicht schreibt, hätte könnte müsste, sondern seine Meinung und Annahme klar äußert…
    Die Analysen finde ich irgendwie meistens immer beruhigend…

    Aber ich gebe ganz offen zu, aktuell nervt mich dieser Druck auf die Börsen enorm, dieser Kampf, kein Start der Jahresendrally usw. alles wird runtergebrügelt, fast egal was… klar gibt es viele Störfaktoren, doch die sind doch schon seit Monaten längst bekannt und das beruhigt mich eher sogar… ich bin auch schon zu lang dabei um jetzt zu hastig und nervös zu agieren… aber nach dem Jahr 2018 bisher… ES NERVT EINFACH, ECHT! Wann platzt der Knoten?

    • Ich verrate bestimmt kein Geheimnis, lieber Herr Berger, wenn ich einräume, dass es auch mich nervt 😉

      Kostolany hat Gewinne an der Börse mal als Schmerzensgeld bezeichnet. Er hatte recht 😉

    • Interessanterweise werde ich nach jedem Abverkaufstag (wie heute wieder in New York) ruhiger statt genervter, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich die Verkaufsseite mit der Häufung solcher Tage mehr und mehr erschöpft.

    • Zuerst fallen beliebte Aktien wie FANG und Bitcoin. Zuerst langsam und mit Gegenbewegungen, damit die kleinen Anleger die Hoffnung nicht verlieren.
      Sie hoffen, dass der Knoten platzt und alles wieder gut wird. Aber Börse ist kein Wunschkonzert. Der Knoten wird platzen, aber ich glaube danach geht es steil abwärtz.
      Dann kommt die Panik und wenn es wirklich weh tut, beginnen die Kleinanleger zu verkaufen.

      Wenn Sie die nächsten Jahre gut schlafen möchten, sollten Sie sich eine Strategie überlegen, was sie tun werden, wenn der Dax bis 8000 fällt. Wenn Sie diese Strategie haben, dann werden sie auch gut schlafen können. Weil sie wissen was sie zu tun haben und den Crash für sich nutzen können.

      Warum glaube ich, dass de Crash kommt:
      Die Wirtschaft benötigt Geld. Weil mehr Geld in die Taschen der Reichen (Investoren) fließt und weniger in die Hände der Konsumenten (die Löhne sind proportional viel weniger gestiegen), müssen die Zinsen stets niedriger werden.
      Anbei die Zinsen der 10 jährigen Staatsanleihen die sich sehr sauber in einen sinkenden Abwärtskanal befinden. Jedes mal wenn der Kurs die obere Linie berührt hat, kam es danach zu einem Crash. Den Konsumenten geht in diesem Bereich das Geld aus.

      Und es sieht so aus als ob auch der chinesische Konsum abflaut. Autokäufe sind dort stark rückläufig, dass die Regierung bereits mit Steuersenkungen entgegenwirkt.

      Wenn wir eine starke Korrektur in China sehen, dann halte ich es für durchaus möglich, dass der Dax wieder auf 8000 fällt.
      Gold sollte in den kommenden Jahren profitieren, da sich Bitcoin als keine gute Alternative entpuppt.

    • „Ich finde die Einschätzungen von Herrn Brichta stets gut analysiert…“

      Ist das Ihr Ernst?

      Zur Erinnerung:

      „Statt in Angststarre und Lethargie zu verfallen oder sich von schwarzen Titelbildern ins Bockshorn jagen zu lassen, kann man jetzt seine Chancen nutzen. Auch wenn ich mich w i e d e r h o l e:
      Der Spuk ist spätestens nächste Woche vorbei!“
      (Zitat von Raimund Brichta vom 2. November 2018 beim DAX von 11500.)

      • Zunächst wiederhole ich: Nur wer sich festlegt, kann auch daneben liegen. Ich habe mich in diesem Fall festgelegt und ging damit bewusst das Risiko ein, daneben zu liegen. Denn eine Glaskugel habe ich selbstverständlich auch nicht.

        Andere machen es sich einfacher und legen sich nicht fest. Das ist auch okay, und jeder Leser kann das vorziehen, was ihm besser gefällt.

        Allerdings: Bis jetzt ist noch gar nicht entschieden, ob ich in diesem Fall daneben liege oder nicht: Sowohl DAX als auch Dow haben nach dem jüngsten Rücksetzer lediglich wieder ihre Niveaus von Ende Oktober / Anfang November erreicht. Per Saldo war es seitdem bis jetzt also eher eine Seitwärtsbewegung. Warten Sie also bitte erst die weitere Entwicklung ab, bevor Sie ein Urteil fällen.

        Sollte es in nächster Zeit neue markante Tiefs geben, hätte ich mit o.g. Aussage tatsächlich daneben gelegen. Und ich wäre der letzte, der dies nicht einräumen würde. Stay tuned!

  15. Denke Erholung bis 11800/12200, wenn überhaupt, pos. Szenario, und dann in 2019 Richtung 10500, max 8700.

    Gr Thomas Redeker

  16. Ich finde auch, dass wir weder 2000 noch 2007 haben. Wenn man damals schrieb, man gehe sicher und verkaufe, gab es Seitenhiebe. Das ist heute anders. Heute bekommt man recht. Wir wurden von 2k und 2007 geprägt. Wir sind viel vorsichtiger geworden. Wir sehnen uns nach einem Crash von 50 Prozent.

    Allerdings kann ich die USA nicht einschätzen. In Deutschland will man den Krach. Man wird ihn aber ohne die USA nie bekommen.

    Oft wird für den kommenden Krach der Shiller KGV beschworen. Der hat aber drei lustige Seiten. 2008, 2009 und 2010 fallen bald raus. Warum das lustig ist? Nun ja, der Shiller KGV misst die letzten 10 Jahre und jene Jahre waren echt pervers. Der Shiller KGV könnte also crashen, ohne dass die Kurse nach unten gehen. Das mit „könnte“ ist schlecht formuliert. Er wird crashen. Außer die Kurse steigen raketenhaft. Er wird stark fallen, wenn eine Rezession kommt und wenn keine kommt. Und es bedeutet. Er wird auch stark fallen, wenn keine kommt. Nur damit er gleich bleibt, brauchen wir eine Rallay.

  17. Halte ich für einen extrem fragwürdigen Zeitpunkt, Aktien zu empfehlen Handelskrieg = steigende Inflation = steigende Zinsen = Abverkauf an den Aktienmärkten

    Und der aktuelle Aktienmarkt ist schon sehr weit auf quasi kostenlos geliehenem Geld hoch gelaufen.

    • Ich habe vor allem an eine Empfehlung von Warren Buffett erinnert. Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem die Angst spürbar ist. Was ist daran fragwürdig?

      Ich hätte daran natürlich auch im Nachhinein erinnern können, wenn die Angst wieder vorbei ist und die Kurse gestiegen sind. Vermutlich wäre das aus Ihrer Sicht weniger fragwürdig gewesen. Aber so einfach wollte ich es mir nicht machen.

      Ob die Angst kurzfristig noch größer wird, kann ich selbstverständlich nicht vorhersehen – genausowenig, wie Warren Buffett das kann. Dies habe ich aber auch nicht behauptet.

  18. Ich werde bei 5000 Punkten gierig.. dann hat Herr Buffet seine Verluste selbst realisieren müssen…

    • Der war gut, Ralf!

      Zur Erinnerung:
      „Statt in Angststarre und Lethargie zu verfallen oder sich von schwarzen Titelbildern ins Bockshorn jagen zu lassen, kann man jetzt seine Chancen nutzen. Auch wenn ich mich w i e d e r h o l e:
      Der Spuk ist spätestens nächste Woche vorbei!“
      (Zitat von Raimund Brichta vom 2. November 2018 beim DAX von 11500.)

      Der Raimund geht eben so lange zur Börse, bis er Bricht.Ahh – habe vergessen, es zu erwähnen:
      Er persönlich hält ja gar keine Aktien (mehr).
      Kein Wunder: Bei so viel Finanzmarktkompetenz würde es für ihn bald existenzgefährdend.
      Stattdessen sich lieber als Experten verkaufen und sein Buch bei dieser Gelegenheit gleich mit.
      Ein weiterer „Möchte-Gern-Warren Buffet“ für Ahnungslose:

      Nur dass dazu etwas mehr gehört, als der inflationäre Gebrauch von gepachteter „Wahrheit über Geld“ oder „wahren Werten“ und sonstigen Plattitüden.

      Hätten Sie sich mit ihrem Vorbild etwas beschäftigt, wüßten Sie folgendes:

      „Erst wenn die Flut verschwindet, erkennst du, wer nackt geschwommen ist.
      Jeder kann auf einem steigenden Markt Geld machen. Wir erleben seit vielen Jahren einen Bullenmarkt. Wenn jemand also damit angibt, wie enorm sein oder ihr Portfolio seit 2009 gewachsen ist, sei skeptisch.“ (Warren Buffet)

      Spätestens im Frühjahr 2019 stehen Sie hier ganz ohne ihre Badehose da, Raimund. Diese Tatsache ist das einzig „wahre“ an ihren „Werten“. 🙂

      • Diesen Kommentar finde ich sehr lustig, lieber Kolik. Denn offensichtlich wissen Sie gar nicht, worüber Sie schreiben. Ihr Buffett-Zitat würde allenfalls passen, wenn ich tatsächlich „angegeben“ hätte, wie mein „Portfolio“ seit 2009 gewachsen sei. Bin gespannt, wo Sie das gelesen haben wollen.

        Aber auf solche Kleinigkeiten scheint es ihnen nicht anzukommen.

        Sie scheinen nicht einmal zu verstehen, was es mit den wahren Werten auf sich hat. Denn diese sind nicht „meine“, wie Sie vorgeben zu wissen, sondern „unsere“. Sie werden auf dieser Seite von Nutzern vorgeschlagen und gemeinsam diskutiert. Witzigerweise sind auch solche dabei, die Warren Buffett bevorzugt. Das hätten Sie aber nur erkennen können, wenn Sie sich tatsächlich erst einmal informiert hätten, bevor Sie unwissend in die Tasten hauen. Leider ist das ein Phänomen, dass ich bei Leuten wie Ihnen häufiger beobachte.

        Aber zumindest eines haben Sie unbewusst richtig gemacht: Sie haben sich für einen treffenden Tarnkappen-Namen entschieden. (Ich gehe davon aus, dass selbst Sie sich nicht trauen würden, solchen Humbug unter Ihrem tatsächlichen Namen zu veröffentlichen.) Ich zitiere aus Wikipedia: „Als Kolik … werden … meist wehenartige Schmerzen bezeichnet, die durch krampfhafte Kontraktionen der glatten Muskulatur eines Hohlorganes verursacht werden.“ Wo bei Ihnen das Hohlorgan angesiedelt ist, ist offensichtlich.

        • Diese Forum ist meines Erachtens nicht dafür gedacht über andere Menschen zu lästern. Bitte begeben Sie sich nicht auf dieses Niveau, wenn sie ohnehin wenig Zeit haben.

          • Das verstehe ich nicht, lieber Martin. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, keine Beiträge zu unterdrücken, sofern dies nicht wirklich erforderlich ist. Meine Kriterien dafür sind äußerst streng, so dass eine Unterdrückung wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen geschehen sollte. Ich kann mich nicht daran erinnern, bis jetzt überhaupt jemals einen Kommentar nicht freigeschaltet zu haben.

            Wenn ich aber auch solche Kommentare veröffentliche, muss man mir das Recht zugestehen, in adäquater Weise zu antworten. Und in diesem speziellen Fall halte ich meine Antwort für absolut angemessen.

            Durch diese Vorgehensweise können Sie als Leser jederzeit sicher sein, dass in diesem Blog – anders als in vielen anderen – keine Zensur stattfindet. Ist das nicht auch ein wichtiges Gut? Vielleicht sogar ein wahrer Wert?

        • Trolle gibt es in jedem Forum. Meiner Meinung haben sie ihren berechtigten Platz und deren Meinungen sollte veröffentlicht werden, solange diese nicht moralisch verwerflich werden.

          Trollen zu antworten ist jedoch wenig sinnvoll, denn damit haben Trolle ihr Ziel erreicht und Sie Zeit verschwendet.

          Ihre Zeit sollte man sich mit angebrachten Kommentaren verdienen.

          • Ich erlaube mir aus der Entfernung kein Urteil darüber, ob jemand als „Troll“ einzustufen ist oder nicht. Wenn ich also einen Kommentar veröffentliche, nehme ich mir das Recht, darin geäußerte Unrichtigkeiten aus meiner Sicht zurechtzurücken. Egal ob sie von einem „Troll“ stammen oder nicht.

            @Kolik: Was sagen Sie denn dazu, dass Sie als Troll bezeichnet werden?

        • „Wo bei Ihnen das Hohlorgan angesiedelt ist, ist offensichtlich.“ 🙈🙈🙈 Hoffentlich ist der November bald vorbei. .. Liest eigentlich der Herr Vogel noch mit?

          • Wieso? Was hat der mit diesem Hohlorgan zu tun?

        • DAX 10800 – Immer noch so belustigt, Möchtegern-Experte?

          • Ich kriege zumindest keine Kolik 😂😂😂😂

  19. Diese ganzen Diskussionen sind schon interessant!
    Dabei gibt es meiner Meinung nach nur 2 Richtungen die man gehen kann:
    Entweder man glaubt an seine Aktien und kauft nach (siehe Buffet) oder man ist Trendfolger.Dem letzteren bin ich zugeneigt,weshalb ich jetzt einfach bis zum Kaufsignal warte!! Bis wohin die Kurse fallen ist mir eigentlich egal,Ich folge einfach meinem System.

  20. Nun ich find den Beitrag doch sehr merkwürdig, zum einen sind die Märkte derzeit nicht in Angst und Schrecken (noch nicht) wie oben geschildert, zum anderen kommen solche Beiträge häufig nach kleinen Korrekturen aber vor allem kurz bevor es richtig knallt.

    • Dass Angst herrscht, ist wohl unbestritten. Allenfalls über den Grad der Angst, kann mann streiten. Ich bin lange genug Börsenbeobachter, um zu wissen, dass die Angst selbstverständlich immer noch größer werden kann. Wann das Höchstmaß im jeweiligen Zyklus erreicht ist, weiß man definitiv erst hinterher. Das gilt auch für Warren Buffet. Aber hinterher zu schreiben, dann und dann war die Angst auf ihrem Höhepunkt, das wäre mir – ehrlich gesagt – zu platt.

      Deshalb habe ich auf der Grundlage meiner jahrzehntelangen Börsenbeobachtung diesen Zeitpunkt gewählt. Denn Phasen mit ähnlicher Stimmungslage habe ich schon des öfteren erlebt. Sie markierten meistens (zumindest vorläufige) Tiefpunkte an den Börsen. Ob aus einem vorläufigen dann auch ein dauerhafterer Tiefpunkt wird, entscheidet sich ohnehin erst später.

  21. Crash in Raten. Alles hängt von den Zinsen ab.

    • Ja, die Zinsentwicklung hat erhebliche Auswirkungen für die Aktienkurse. Zinsstrukturkurve invers? Realzins negativ? Verhältnis von Durchschnitts-KGV -Aktien zum Realzins? Zinserhoehungsphase in sich abschwaechender Konjunktur? Tja, befinden wir uns in einer Zinserhoehungsphase, wie sie uns aus der Vergangenheit bekannt ist? Gleichen sich die Zinsen USA – Eurozone an? Schaun mehr mal…..Bleibe erstmal zu 50 v.H. in Aktien🤔 Hhm da hat’s der geschätzte Herr Brichta mit seiner Charttechnik viel leichter.😇

  22. Ich warte seit langer Zeit auf den günstigen Einstiegszeitpunkt. Den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, erscheint mir ziemlich unmöglich. Wartet man zu lange, ist die gute Gelegenheit dahin. Greift man gleich zu, kann es andauern, bis man wieder im Gewinn liegt. Daher meine Strategie: Verschiedene Zeitpunkte beim Einstieg wählen, damit der Mischkurs unterhalb der heutigen Schlusskurse liegt. Dann abwarten und in ein paar Jahren kann man wahrscheinlich Gewinne lukrieren. War doch immer so in den letzten 150 Jahren (Ausnahme 1929 – da dauerte es verdammt lange). Daher ist dieser Beitrag von Herrn Brichta außerordentlich interessant, weil der Einstiegszeitpunkt für ein paar ausgewählte Aktien – zumindest für meine Person – in geraumer Zeit erfolgt. Wenn es nur ein kurzes Kursdesaster ist, auch kein Malheur, investiert muss man ja immer sein (Großaktionäre steigen ja auch kaum komplett aus). Auf lange Sicht sind sie die eindeutigen Gewinner, siehe Buffet.

  23. Wenn das so weiter geht, gibt es dieses Jahr keine Weihnachtsgans, sondern maximal Dosenfleisch von Hormel Foods… *schmunzel*

  24. @Kolik

    Ja, ich finde die Einschätzungen gut analysiert, mein voller Ernst… Warum? Weil eine Glaskugel natürlich niemand hat, aber Herr Brichta eben sich nach seiner Meinung klar positioniert und eben begründet, warum er so denkt… wir haben schon genug Analysten mit sinnlosen Analysen und Begründungen wie „entweder es fällt oder es steigt“ oder die Dinge nur wiederholen, die doch eh bekannt sind bzw. Begründungen sich rückwirkend zurecht legen… aber mal ernsthaft sich vor wagen und auch vor allem begründen, warum man so denkt, auch auf die Gefahr, dass man natürlich falsch liegen kann, das macht doch kaum jemand…

    • Ich schätze die Meinungen und Analysen, den fairen Gedankenaustausch mit Herrn Brichta ebenfalls außerordentlich und ja, auch mir macht es Spaß.:-)

      Naturgemäß berufen sich erfahrene Experten auf bereits erlebte Situationen aus der Vergangenheit („1994“, „inverse Zinskurve“, …). Erfahrung ist ein gewaltiger Vorteil. Sie kann aber auch ein Nachteil sein, wenn man neue Konstellationen / Faktoren nicht in seine Denkweise mit einfließen lässt. Geostrategische Schachzüge fehlen mir in den Analysen von Herrn Brichta.

      Im Vergleich von vor 20 Jahren haben wir geostrategisch eine neue Situation mit dem Auftritt von China als Weltmacht und somit eine Reihe von zusätzlichen Parametern, die die Komplexität steigern.

      Es liegt im geostrategischen Interesse der USA, China und unliebsame Schwellenländer in die Schranken zu weisen. Welche Mittel haben die USA gegenüber China? Krieg fällt weg, also bleibt nur die Zinsschraube übrig, so lange der US$ noch Weltleitwährung ist.

      Viele und vermutlich auch Herr Brichta verlassen sich drauf, dass die Zinsen demnach nicht weiter steigen werden. Was, wenn die USA aus geostrategischen Gründen trotzdem noch die Zinsen weiter anheben?

      Udo Bolz: „Crash in Raten. Alles hängt von den Zinsen ab.“

      Kostolany: Faktor Geld ist negativ.

      Trump im April 2018: „I’m not saying there won’t be a little pain, but the market has gone up 40 percent, 42 percent so we might lose a little bit of it. But we’re going to have a much stronger country when we’re finished. So we may take a hit and you know what, ultimately we’re going to be much stronger for it,”

      https://globalnews.ca/news/4127678/donald-trump-us-china-trade-war/

      • Was China betrifft, so bitte ich Sie, das eine nicht mit dem anderen zu vermengen. Es gibt immer eine Vielahl von Einflüssen an der Börse, die auch ständig wechseln. Trotzdem können die Kurse wie eh und je nur rauf- oder runtergehen.

        Im speziellen Fall ist es meiner Ansicht nach wenig hilfreich, in unsere Diskussion über den US-Hausbau-Markt (nur um diesen ging es in meinem Kommentar) „geostrategische“ Überlegungen einzubringen. Ich habe mit dem Verweis auf 1994 nur ein Beispiel dafür nennen wollen, dass eine Top-Bildung beim Housing-Index nicht automatisch eine Rezession zur Folge haben muss. Der Verweis auf die damalige Zinsentwicklung und die Parallelität zu heute war nur eine ergänzende und – wie ich finde – interessante Zusatzinformation.

        • Unser übergeordnetes Thema ist und bleibt, „ob die Kurse rauf oder runtergehen“. Ich vermenge keine Themen, was aber vielleicht aufgrund der schriftlichen Kommunikation so rüberkommen mag.

          Ihre Erklärungen zur inversen Zinsstruktur, diese Woche zum Housing Index sind informativ und bieten Möglichkeiten, sich zu den Themen weiterzubilden. Zufälliger weise habe ich gestern nach ihrem Kommentar nach längerer Zeit mal wieder die letzten Wellenreiter Wochenendkolumnen durchgelesen – die Kolumne vom 28.10.2018 „Hat der Bärenmarkt begonnen?“ (Fragezeichen) bereitet diese Themenfelder sehr schön auf.

          Wir sind uns sicherlich einig, dass der Faktor GELD die entscheidende Größe ist, ob die Märkte fallen oder steigen. Und nun zu meiner zentralen Aussage: Ich halte es für möglich, dass die FED die US$-Zinsen weiterhin anziehen wird, um den Weltmachtstatus der USA zu wahren und China in die Schranken zu weisen. NOCH ist der US$ Weltleitwährung.

          Wenn solche Schachzüge geostrategischer Natur – „To be or not to be!“ – gezogen werden sind klassische Markteinschätzungen mit den wirtschaftlichen Parametern nicht ausreichend, um ein vollumfängliches Bild zu erlangen.

          Wir sind uns einig, dass Nachrichten als Erklärungen für Börsenentwicklungen nachgeliefert werden. Krieg ist jedoch für die Entwicklung der Märkte der Parameter mit Prio 1 – auch wenn es ein kalter Krieg ohne Waffen ist…

          In der Geschichte finden sich zahlreiche Beispiele hierfür. Der Konflikt USA vs. China schreibt derzeit neue Geschichten – und wir sind Zeitzeugen.

          • Wir sind uns inhaltlich vermutlich weitgehend einig. Mir ging es nur darum, deutlich zu machen, dass meine Ausführungen zum Housing-Index nur diesen betrafen und nicht das restliche Weltgeschehen mit abdecken sollten.

    • @Berger

      Sie sollten sich die sehr interessanten Kommentare von u.g. Beitrag ins Gedächtnis rufen:
      https://wahre-werte-depot.de/die-verflixte-schulter/

      Auf berechtigte Warnungen zur WW-„Strategie“ seitens kompetenter Leser hatte Hr. Brichta damals – wie so oft – nur billigen Hohn und Spott übrig statt fundierter Argumente.
      Dabei ist genau die vorhergesagte Entwicklung jetzt eingetreten.

      • Nun führen Sie sich selbst ad absurdum. Mit dem Beitrag über die verflixte Schulter gehörte ich zu den ersten, die auf diese mögliche Chartformation aufmerksam gemacht haben. Erst in den letzten Wochen – mit dem Bruch der 11.800 – war diese Schulterformation dann omnipräsent in den Fachmedien.

        Was unser Depot angeht, so sind solche Betrachtungen nicht eins zu eins darauf zu übertragen. So entwickelte sich das Depot bis Ende August sogar sehr erfreulich, obwohl der DAX schon zu dieser Zeit an der Vollendung der Formation arbeitete. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir deshalb allenfalls die DAX-Position schon früher glattstellen sollen. Zumal ich die SKS als einer der ersten thematisiert hatte.

        Warum das nicht geschah, kann ich im Nachhinein mit der Entwicklung der Weltleitbörse USA erklären. Diese sendete mit dem Ausbruch auf All-time-Highs nämlich entgegengesetzte Signale. Wir hatten es also mit einem klassischen Indikatoren-Widerspruch zu tun, den wir zugunsten der Leitbörse interpretierten. Und auch jetzt ist es durchaus noch möglich, dass die jüngste US-Korrektur lediglich eine normale Korrektur darstellt, über die wir schon in ein-zwei Jahren so reden werden wie über die Korrekturen 2015 und 2016.

        WENN es so kommt, dann wären auch die SKS-Warnungen beim DAX von < 11.800 reichlich spät erfolgt. Wie gesagt: Wenn. Eine Glaskugel hat keiner von uns. Und die frühen SKS-Hinweise - wie der von mir - waren halt immer mit der Unsicherheit behaftet, dass eine Vollendung der Formation in diesem frühen Stadium nicht zwangsläufig zu erwarten war. Zumal die SKS laut Chartexperten generell mit einer verhältnismäßig geringen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgestattet ist und darüber hinaus in diesem Fall die widersprechende Indikatorenlage aus den USA vorlag. Ich bitte Sie also, sich zu mäßigen und haltlose Unterstellungen zu unterlassen, ich hätte nur mit Hohn und Spott auf etwas reagiert. Sonst müsste ich - entgegen meiner Gewohnheit - ihre Kommentare künftig doch noch unterbinden. Dies wäre das erste Mal in der Geschichte der WWD-Seite.

  25. Auf Sicht von 15 Jahren kann man nur zwei Fehler machen: Man kauft nicht oder schlimmer noch das falsche Unternehmen. Wann man kauft ist Glückssache. Und natürlich muss man mit sich selber klären, wie viel Zeit man hat. Habt einfach nicht so viel Angst. Wer Aktien kauft, sollte immer wissen, dass der ,Kurs zu Überraschung aller um 50 Prozent fallen kann. Ist das Unternehmen gut, wird man trotzdem seine Freude damit haben.

    • Ja,kann man so sehen. Die Gefahr der Auswahl eines falschen Unternehmens relativiert sich durch breite Streuung.

  26. Für Sparplan Aktionäre gibts aktuell mehr Brief für s Geld, für Leute wie mich, die nur 1-2 mal jährlich kaufen und nie verkaufen ist s egal wann sie kaufen.
    Meine Indikatoren besagen:
    1. Papa(neu für Aktien interessiert):“ was ist denn da los, soll ich nicht lieber verkaufen?
    -> also noch viel Zittrige an Bord
    2. Arbeitskollegen: “ war mir klar, du mit deinen Aktien, da ist mir mein Sparbuch doch wieder lieber“
    ->Aktienkultur in Deutschland unveränderbar, immer noch viel Geld an der Seitenlinie
    3. Hugendubel: Börsenbücherecke noch immer sehr klein, selbst Brichta muss man bestellen
    ->kein Hype vorhanden
    Insgesamt also ein gemischtes Bild.
    In 20 Jahren gehe ich in Rente, und dann werden meine Dividenden hoffentlich meine Miete und etwas mehr bezahlen(aktuell gibts 7 Monatsmieten) und ich bin mir sicher dass ich mich dann an diese „aufregenden “ Zeiten um 2018 nicht mehr erinnern kann.

    • „… ich bin mir sicher dass ich mich dann an diese „aufregenden“ Zeiten um 2018 nicht mehr erinnern kann.“

      Diesen Satz von Ihnen halte ich für immens wichtig, weil ich ihn voll und ganz unterstütze. Er schlägt in die gleiche Kerbe wie meine Aufforderung in diesem Blog, sich doch nur mal an die Turbulenzen von 2015 und 2016 zurückzuerinnern. Das sind lediglich 3 bzw. 2 Jahre her. Wie groß war damals die Nervosität, die Aufregung, die Angst? Und im Nachhinein gilt diese Zeit als selbstverständlicher Bestandteil der „10-jährigen Aktienhausse“. Also: Zurücklehnen, zurückbesinnen, einordnen.

      • Ich weiß aber auch noch, wer damals geraten hat, alles zu verkaufen. Sind Sie heute klüger geworden, Herr Brichta? Ich vermute eher, dass Ihre Strategie faktisch eher kurzfristig angelegt ist. Trifft das dann aber auch auf den Vorschlag, jetzt gierig zu sein, zu?

        • Ups, ich habe niemals „geraten“, alles zu verkaufen. Ich gebe prinzipiell keine Ratschläge, weil jeder für sein tun selbst verantwortlich ist.

          Richtig ist, dass wir seit dem Depotstart im Jahr 2014 bisher zweimal das Depot geräumt haben. Allerdings nur für jeweils kurze Zeit: Anfang 2016 für knapp 2 Monate und in diesem Frühjahr für wenige Wochen. Das Ganze diente nur zur Überbrückung unruhiger Phasen und war für Privatanleger ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen. Zumal Privatleute höhere Transaktionskosten haben als Profis und auch steuerliche Aspekte berücksichtigen müssen.

          Außerhalb dieser kurzen Phasen – und damit die meiste Zeit – waren wir stets investiert. Dies sollte Ihre Frage nach der „Kurzfristigkeit“ unserer Strategie beantworten – oder?

  27. Ich danke Ihnen, Herr Brichta, ausdrücklich, dass Sie diese Seite unterhalten und sich mit uns Amateuren austauschen.

    Auch finde ich beeindruckend, dass Sie hier eine klare Position bezogen haben. Bei anderen Kommentatoren kommt unter dem Strich immer heraus: Die Börsen werden steigen oder fallen. Das ist natürlich richtig und sie haben damit immer Recht.

    Was Kolik angeht, finde ich, hat er sich im Ton vergriffen und sollte sich dafür entschuldigen.

    Zur Sache: Das Sentiment-Argument halte ich für wichtig. Allerdings frage ich mich, welche Bedeutung das Sentiment in Deutschland für die Börsenentwicklung überhaupt hat. Die Musik spielt doch in den USA. Und da beunruhigt mich etwas, dass bei Marketwatch zum Beispiel schon wieder einige zum Einstieg blasen. Sollten sie doch lieber den Mund halten.

    Ich persönlich stimme Herrn Brichta in seiner Einschätzung zu. Dennoch bin ich froh, meine Goldminenaktien zu haben. Allerdings habe ich Anfang November dort einige verkauft und Aktien dazu gekauft.

    • Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

      Das Sentiment ist selbstverständlich immer nur EIN Faktor von mehreren, die es zu beachten gilt. Allerdings kann das Sentiment meiner Erfahrung nach gerade in Phasen wie dieser äußerst hilfreiche Signale geben.

      Auch wenn ich mich im Beitrag auf den DAX konzentriert habe, weil er uns am nächsten ist, ist er selbstverständlich nie losgelöst von der amerikanischen Börse zu beurteilen. Ich hätte den Kommentar nie veröffentlicht, wenn ich nicht von der US-Börse eine ähnliche Einschätzung gehabt hätte. Schließlich war es die US-Börse, von der der Abverkauf am 10. Oktober ausging.

      Klar, dort ist die Angst nicht ganz so ausgeprägt wie hierzulande, aber ausreichend hoch, um eine Bodenbildung bei den Kursen zuzulassen – zumindest wenn man davon ausgeht, dass es sich um eine „normale“ Korrektur handelt, was ich tue. Für ein Crash- oder Bärenmarkttief reicht es natürlich noch nicht. Aber ein solches sehe ich – im Gegensatz zu vielen anderen – auf absehbare Zeit nicht. Ob ein solches droht, wird erst die weitere Entwicklung zeigen.

      Im Frühjahr schrieb ich sinngemäß, wenn sich am US-Markt im Lauf des Jahres ein niedrigeres Hoch ausbilden sollte, wäre dies ein Zeichen für eine längerfristige Abwärtsphase. In den drei wichtigen Indices S%P 500, Nasdaq und Russel 2000 (für die amerikanischen Nebenwerte) haben sich aber HÖHERE Hochs ausgebildet. Folglich gibt es von dieser Seite NOCH kein ernsthaftes Warnsignal.

      Man beachte: Die höheren Hochs kamen sogar zustande, obwohl die US-Notenbank den Geldhahn zugedreht und per Saldo Dollars aus dem System genommen hat. Und obwohl Trump seine handelskriegerischen Muskeln spielen ließ. Verbunden mit der Tatsache, dass die US-Zinsstruktur noch nicht invers ist (was ich als echtes Warnsignal deuten würde), halte ich sogar neue Aktienmarkthochs im kommenden Jahr für möglich. Ich bin mir natürlich bewusst darüber, dass mich einige für diese Aussage für verrückt erklären 😉

        • Sollte die FED tatsächlich eine Krise durch hohe Zinsen herbeiführen wollen, um China zu schaden, wie Dirk Müller behauptet, dann sollte man sich überlegen, wie man dies frühzeitig erkennen könnte.

          Sollte Drump den Plan der FED kennen, muss er einerseits die FED kritisieren, damit er diese für die Krise verantwortlich machen kann, um wiedergewählt zu werden und andererseits muss er Zölle einführen, weil der starke Dollar das Handelsbilanzdefizit in die Höhe schießen lassen würde. Prinzipiell ist die USA für freie Märkte. Es ist daher schon merkwürdig, dass die USA Zölle verhängt.

          Viele gehen davon aus, dass die Zinsen bei der nächsten Krise automatisch wieder gesenkt werden. Was wem dem nicht so ist. Oder zumindest nur teilweise das es immer noch weh tut.

          Ich fühle mich in Gold gerade wohl und kaufe bei weiteren Rücksetzern Aktien von morgen wie Amazon und Alibaba als langfristige Anlage.

          • @Martin: das sind auch meine Gedanken unabhängig von Dirk Müller – man muß nur 1 plus 1 zusammenzählen. Die Maßnahmen vs. China sind in sich schlüssig, stimmig, und mutmaßlich abgestimmt. Dazu passt bspw auch der hier im Forum im Januar 2018 diskutierte angelsächsische Kapitalabzug aus dem DAX – just danach hat Trump medial die Attacke gegen Deutschland und die deutschen Autobauer hochgefahren. Zufall???

            Das von Dir verlinkte Interview mit Dirk Müller fasst das spannende Thema sehr schön zusammen, vielen Dank hierfür. Manch einer mag „Verschwörungstheorie“ schreien. Übrigens hat offensichtlich der Machtzirkel um Mitt Romney im US-Wahlkampf 2012 bereits eine härtere Gangart gegen China versucht – einfach googlen. Die geostrategischen Schachzüge sind demnach keine Schnapsidee von Trump.

            FED-Zinsen weiter in die Höhe treiben, evtl auch die US-Zölle sind demnach logisch und naheliegen. Aus dem DAX sind die Angelsachsen bekanntlich draußen…

            Eine Anekdote aus meiner letzten Trekkingtour im Himalaya: dort traf ich beim Abendessen in einer Lodge auf 4000m eine Chinesin. Im Smalltalk hat sie mir erzählt, dass sie für die Firma arbeitet, die KUKA übernommen hat und war gut gelaunt…

  28. Diese Zahlen scheinen meine Beobachtungen zur Stimmungslage zu bestätigen. Ich habe die Grafik dem heutigen Wellenreiter entnommen, den ich jedem Börseninteressierten wärmstens empfehlen kann.

    • Es sprechen mehr und mehr Punkte für eine Stabilisierung der Märkte bis Januar. Aber mir fällt das „Getrommel“ nicht. Retail trommelt schon seit Mitte Oktober „you have to buy the dip“, die fortgesetzt fallenden Kurse verändern das Verhalten auch nicht. Es sieht so aus, als warten alle auf das Ende der Korrektur, die schließlich nur ein Intermezzo für den Anstieg zu neuen Höchstständen ist. Gleichzeitig bleiben volumengroße Dip-Käufe aus und die Zwischenrallys werden verkauft. Das ist ein völlig anderes Anlegerverhalten als 2016 und eine 180 Grad-Drehung zu 2017.

      Kaum jemand stört sich daran. Die Angstlevel sind in einigen Bereichen hoch, aber nur in einigen Bereichen. Die breite Front ist eher ruhig und das passt nicht zum Ende einer größeren Korrektur. Dieses Verhalten findet man eher zu Beginn, wenn die Mehrheit noch an das übergeordnete „weiter so“ glaubt, während sich das Marktfundament schon verschiebt.

      Die parabolischen Kursvervielfacher in den Techs und Smallcaps, die grade in sich zusammenfallen, lassen aus historischer Sicht eigentlich nur noch 3 Marktphasen zu: ein „Crash“ mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 40%, eine Konsolidierung auf hohem Niveau (~20%), oder einen weiteren hohen, schnellen Kursschub (~40%). Ich hoffe auf die Konsolidierung auf hohem Niveau. Zurzeit spricht die Stabilität der Blue Chips noch dafür. Bei den ETF-Volumina, die noch im Markt liegen und der Asset-Driven-Economy drüben wollen wir hoffen, dass es so kommt. Die Phase bis Weihnachten wird es wahrscheinlich zeigen.

      • Dass es sich nach meiner Einschätzung um eine Konsolidierung bzw. normale Korrektur handelt, ergibt sich aus dem Artikel, den ich verfasst habe.

        Im Übrigen unterscheidet sich die Stimmungslage nach meiner Beobachtung gar nicht so stark von der an den Tiefs 2015 und 2016: Die Privatanleger (und damit die breite Masse) sind ähnlich pessimistisch wie damals, wie Sie an dem Chart erkennen können, den ich weiter oben gepostet habe.

        Und was das „Getrommel“ anbelangt, so ist auch dieses in solchen Phasen völlig normal. In der Regel sind es Banken und Fondsgesellschaften, die ihre Kunden bei der Stange halten wollen. Diese Leute raten NIE zum Ausstieg und nach Korrekturen IMMER zum Einstieg. Das war 2015 und 2016 genauso. Damit ist das Getrommel kein guter Indikator für weiter fallende Kurse. Die Kurse können nach dem Trommeln weiter fallen, genausogut können sie aber auch wieder steigen.

  29. Wenn keiner mehr an die Jahresendrally glaubt ,dann kommt sie.
    Sieht jetzt gut aus…. mal sehen wie der Blackfriday wird.Könnte nochmal Schwung in die Märkte bringen.(Vielleicht auch für Apple u Amazon)

  30. Jetzt sollte das schlimmste durch sein.

    Bildzeitungs (Kontra-) Indikator funktioniert immer ganz gut 😉

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