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Gepostet by on Juli 10, 2026 in Allgemein | 4 Kommentare

Putin gerät unter Druck – und genau das macht ihn gefährlicher

Im Juli 2022 habe ich geschrieben: „Putin ist ein Verlierer – aber das macht ihn umso gefährlicher.“ Vier Jahre später hat sich die zentrale These meiner damaligen Kolumne bestätigt. Putin wollte die NATO zurückdrängen. Er hat das Gegenteil erreicht: Finnland und Schweden sind dem Bündnis beigetreten. Die europäischen NATO-Staaten geben deutlich mehr für ihre Verteidigung aus. Auch die EU hat ihre Energieimporte aus Russland stark reduziert – vollständig beendet sind sie allerdings noch nicht. Auch die Ukraine konnte Putin nicht unterwerfen. Russland hält weiterhin besetzte Gebiete im Osten und Süden des Landes. An der Front kommt seine Armee trotz großer Verluste jedoch nur langsam voran. Der entscheidende militärische Erfolg, den der Kreml als Sieg präsentieren könnte, ist ausgeblieben. Gleichzeitig steigen die Kosten des Krieges. Die russische Wirtschaft wird immer stärker von Rüstungsausgaben geprägt. Ukrainische Angriffe treffen Raffinerien, Treibstofflager und andere kriegswichtige Einrichtungen tief im russischen Hinterland. Das bedeutet nicht, dass Putin vor dem Ende steht. Russland verfügt weiterhin über erhebliche militärische und wirtschaftliche Ressourcen. Der Kreml hat das Land...

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Gepostet by on Juni 14, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Donald Trump als Präsidenten des „Schocktainments“.

Ein interessanter Essay von Nicola Abé in DER SPIEGEL 25/2026 bringt es auf den Punkt: Donald Trump ist der Präsident des „Schocktainments“. Das trifft den Kern. Trump regiert mit Spektakel, Provokation und Dauererregung. Er inszeniert Politik als Kampf, als Show, als permanentes Überbietungsritual. Aber genau an dieser Stelle würde ich den Gedanken weiterdrehen. Trump ist nicht der Beweis, dass die freie Gesellschaft am Ende ist. Er ist der Beweis, dass sie herausgefordert ist. Und das ist ein entscheidender Unterschied. Eine liberale Demokratie funktioniert nicht automatisch. Sie lebt nicht allein von Verfassungen, Gerichten und Parlamenten. Sie braucht ein gemeinsames Fundament: Werte, Gemeinsinn, Respekt vor Institutionen und die Bereitschaft, den politischen Gegner nicht zum Feind zu erklären. Dieses Fundament ist brüchig geworden. Das ist der Druck von innen. Schon vor Trump gab es illiberale Bewegungen von rechts. Schon vor Trump gab es eine Linke, die eigene Positionen oft moralisch absolut setzte. Und schon vor Trump haben soziale Medien unsere Öffentlichkeit verändert: weg vom gemeinsamen Gespräch, hin zur permanenten Erregung. Trump hat...

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Gepostet by on Juni 08, 2026 in Allgemein | 1 Kommentar

Trump und Xi: Brüder im Geiste?

Auf den ersten Blick klingt die These absurd: Donald Trump und Xi Jinping — Brüder im Geiste? Der eine ist ein amerikanischer Präsident, gewählt in einem demokratischen System: laut, unberechenbar, permanent im Konflikt mit Medien, Gerichten, Bürokratie und politischem Gegner. Der andere ist der mächtigste chinesische Parteiführer seit Jahrzehnten: Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Staatspräsident und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission — in einem autoritären Einparteienstaat. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen beiden, die man nicht übersehen sollte: Beide wollen ihre Länder nicht einfach regieren. Sie wollen sie umbauen. Sie wollen nicht verwalten, sondern disruptieren. Trump versucht, Amerika von oben zu disruptieren — im Modus des permanenten Angriffs auf das, was er den „Deep State“, die alte Elite, die Bürokratie, die Medienmacht und die globalistische Ordnung nennt. Xi disruptiert China ebenfalls von oben — aber im Modus der systematischen Zentralisierung: mehr Partei, mehr Kontrolle, mehr Ideologie, mehr Staat, mehr strategische Autonomie. Der eine arbeitet mit Chaos. Der andere mit Kontrolle. Aber beide eint der Wille zum Bruch. Trump stellt alte...

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Gepostet by on Mai 29, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

STRAßE VON HORMUS: STEHT DIE NÄCHSTE ESKALATIONSSTUFE BEVOR?

Donald Trump hat sich inzwischen mit seinen wichtigsten Beratern in den Situation Room des Weißen Hauses zurückgezogen, um über das weitere Vorgehen im Konflikt mit dem Iran zu entscheiden. Offiziell geht es um eine Entscheidung über einen möglichen Deal, eine Verlängerung der Feuerpause und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Aber die entscheidende Frage lautet: Bleibt es bei Diplomatie – oder folgt nach Börsenschluss in den USA eine militärische Eskalation? Aus deutscher Sicht ist dabei auch der Zeitpunkt interessant: Um 22:00 Uhr unserer Zeit schließen die US-Börsen. Sollte Washington eine harte Entscheidung treffen, wäre ein Zeitpunkt nach Börsenschluss politisch und marktpsychologisch naheliegend. Meine persönliche Einschätzung: Das iranische Regime könnte mit seiner Verhandlungstaktik den Bogen überspannt haben. Wenn Trump und seine Berater zu dem Schluss kommen, dass Teheran weiter auf Zeit spielt, könnte die Antwort deutlich härter ausfallen als bisher. Dann ginge es möglicherweise nicht nur um einzelne Luftschläge. Von zentraler strategischer Bedeutung wäre die iranische Seite der Straße von Hormus. Wer diesen Engpass kontrolliert, kontrolliert einen der wichtigsten Energie-Korridore...

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Gepostet by on April 09, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Sicherheitspolitik ist die Grundlage für Investitionen

Vor rund vier Jahren habe ich darauf hingewiesen, dass Investoren Europa nur dann dauerhaft als Standort akzeptieren, wenn außen-, verteidigungs- und sicherheitspolitische Verlässlichkeit gegeben ist. Mein zentraler Punkt damals: Europa kann sich nicht darauf verlassen, dass die USA seine Sicherheit unter allen politischen Umständen unverändert garantieren. Denn die amerikanische Sicherheitsgarantie ist keine feste Größe mehr. Sie hängt von politischen Entscheidungen in Washington ab. Genau darin liegt für Europa ein strukturelles Risiko. Im Januar 2026 war bereits zu sehen, wie eng Sicherheitspolitik und wirtschaftliche Interessen miteinander verknüpft sind: Nach dem Treffen von Donald Trump mit Mark Rutte stellte Trump angekündigte Zölle zurück und sprach zugleich von einem Rahmen für ein mögliches Abkommen zu Grönland und zur Arktisregion. Gerade darin lag die Aussagekraft dieses Vorgangs: Sicherheitsfragen standen nicht für sich allein, sondern wurden zugleich im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Druck und geopolitischen Interessen behandelt. Aktuell rückt genau diese Frage erneut in den Mittelpunkt. Nach dem Treffen von Donald Trump mit Mark Rutte steht die Verlässlichkeit der amerikanischen Rolle innerhalb der NATO wieder...

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