Categories Menu

Gepostet by on Juni 08, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Trump und Xi: Brüder im Geiste?

Auf den ersten Blick klingt die These absurd. Donald Trump und Xi Jinping — Brüder im Geiste? Der eine ist ein amerikanischer Präsident, gewählt in einem demokratischen System, laut, unberechenbar, permanent im Konflikt mit Medien, Gerichten, Bürokratie und politischem Gegner. Der andere ist der mächtigste chinesische Parteiführer seit Jahrzehnten, Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Staatspräsident und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission in einem autoritären Einparteienstaat. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen beiden, die man nicht übersehen sollte: Beide wollen ihre Länder nicht einfach regieren. Sie wollen sie umbauen. Sie wollen nicht verwalten, sondern disruptieren. Trump versucht, Amerika von oben zu disruptieren — im Modus des permanenten Angriffs auf das, was er den „Deep State“, die alte Elite, die Bürokratie, die Medienmacht und die globalistische Ordnung nennt. Xi disruptiert China ebenfalls von oben — aber im Modus der systematischen Zentralisierung. Mehr Partei. Mehr Kontrolle. Mehr Ideologie. Mehr Staat. Mehr strategische Autonomie. Der eine arbeitet mit Chaos. Der andere mit Kontrolle. Aber beide eint der Wille zum Bruch. Trump stellt alte amerikanische...

Mehr

Gepostet by on Mai 29, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

STRAßE VON HORMUS: STEHT DIE NÄCHSTE ESKALATIONSSTUFE BEVOR?

Donald Trump hat sich inzwischen mit seinen wichtigsten Beratern in den Situation Room des Weißen Hauses zurückgezogen, um über das weitere Vorgehen im Konflikt mit dem Iran zu entscheiden. Offiziell geht es um eine Entscheidung über einen möglichen Deal, eine Verlängerung der Feuerpause und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Aber die entscheidende Frage lautet: Bleibt es bei Diplomatie – oder folgt nach Börsenschluss in den USA eine militärische Eskalation? Aus deutscher Sicht ist dabei auch der Zeitpunkt interessant: Um 22:00 Uhr unserer Zeit schließen die US-Börsen. Sollte Washington eine harte Entscheidung treffen, wäre ein Zeitpunkt nach Börsenschluss politisch und marktpsychologisch naheliegend. Meine persönliche Einschätzung: Das iranische Regime könnte mit seiner Verhandlungstaktik den Bogen überspannt haben. Wenn Trump und seine Berater zu dem Schluss kommen, dass Teheran weiter auf Zeit spielt, könnte die Antwort deutlich härter ausfallen als bisher. Dann ginge es möglicherweise nicht nur um einzelne Luftschläge. Von zentraler strategischer Bedeutung wäre die iranische Seite der Straße von Hormus. Wer diesen Engpass kontrolliert, kontrolliert einen der wichtigsten Energie-Korridore...

Mehr

Gepostet by on April 09, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Sicherheitspolitik ist die Grundlage für Investitionen

Vor rund vier Jahren habe ich darauf hingewiesen, dass Investoren Europa nur dann dauerhaft als Standort akzeptieren, wenn außen-, verteidigungs- und sicherheitspolitische Verlässlichkeit gegeben ist. Mein zentraler Punkt damals: Europa kann sich nicht darauf verlassen, dass die USA seine Sicherheit unter allen politischen Umständen unverändert garantieren. Denn die amerikanische Sicherheitsgarantie ist keine feste Größe mehr. Sie hängt von politischen Entscheidungen in Washington ab. Genau darin liegt für Europa ein strukturelles Risiko. Im Januar 2026 war bereits zu sehen, wie eng Sicherheitspolitik und wirtschaftliche Interessen miteinander verknüpft sind: Nach dem Treffen von Donald Trump mit Mark Rutte stellte Trump angekündigte Zölle zurück und sprach zugleich von einem Rahmen für ein mögliches Abkommen zu Grönland und zur Arktisregion. Gerade darin lag die Aussagekraft dieses Vorgangs: Sicherheitsfragen standen nicht für sich allein, sondern wurden zugleich im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Druck und geopolitischen Interessen behandelt. Aktuell rückt genau diese Frage erneut in den Mittelpunkt. Nach dem Treffen von Donald Trump mit Mark Rutte steht die Verlässlichkeit der amerikanischen Rolle innerhalb der NATO wieder...

Mehr

Gepostet by on Januar 07, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Venezuela zeigt: Regeln gelten – aber nicht für alle gleich

Die Debatte über die US-Intervention in Venezuela wird häufig als einfacher Gegensatz beschrieben: Völkerrecht gegen Machtpolitik, Regeln gegen Interessen, Recht gegen Öl. Bei genauerem Hinsehen greift diese Gegenüberstellung jedoch zu kurz. Die unterschiedlichen Bewertungen widersprechen sich nicht zwingend, sondern beziehen sich auf drei unterschiedliche Ebenen desselben Geschehens. Ebene 1: Rechtliche Geltung Völkerrechtlich ist der Maßstab klar. Militärische Gewalt auf dem Territorium eines souveränen Staates ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig – etwa zur Selbstverteidigung nach einem bewaffneten Angriff oder auf Grundlage eines Mandats des Uno-Sicherheitsrats. Keine dieser Voraussetzungen liegt im Fall Venezuela vor. Unabhängig von der politischen oder moralischen Bewertung des Regimes von Maduro verstösst die Intervention damit gegen das Gewaltverbot der Uno-Charta. Ebene 2: Nationale Rechtfertigung Daneben existiert eine zweite Ebene: die innerstaatliche Rechtfertigungslogik der USA. Die amerikanische Exekutive beruft sich auf weit ausgelegte Befugnisse des Präsidenten als Oberbefehlshaber sowie auf eine lange Praxis extraterritorialer Strafverfolgung. Nach dieser Lesart kann ein Vorgehen innerstaatlich als zulässig gelten, selbst wenn es völkerrechtlich unzulässig ist. Diese Argumentation hebt den internationalen...

Mehr

Gepostet by on August 31, 2025 in Allgemein | Keine Kommentare

Trumps großer Irrtum: Zölle schwächen Amerikas stärkste Waffe

Donald Trump gefährdet mit seinen Zöllen nicht China – sondern den Dollar. Über 50 Prozent auf chinesische Importe, auf europäische Autos anfangs 27 Prozent (inzwischen auf rund 15 Prozent reduziert), zusätzliche Abgaben auf andere Waren – so will er „Amerika wieder reich machen“. Doch was wie Schutz der heimischen Industrie klingt, trifft das Herzstück amerikanischer Macht: den Dollar als Weltleitwährung. Der Dollar lebt von Defiziten Eine Leitwährung ist kein Schatz, den man hortet, sondern ein Strom, der fließen muss. Länder brauchen Dollar für Rohstoffe, Unternehmen verschulden sich weltweit in Dollar, und Zentralbanken halten ihn als Reserve. Damit das funktioniert, muss Amerika mehr ausgeben, als es einnimmt. Handelsdefizite sind deshalb kein Zeichen der Schwäche, sondern der Preis für die Dollar-Dominanz. Zölle bremsen den Nachschub Genau hier liegt Trumps Denkfehler. Weniger Importe bedeuten weniger Dollar im Ausland. Zwar gibt es noch den sogenannten Eurodollar-Markt – und der Name ist irreführend: Er hat nichts mit dem Euro zu tun, sondern geht auf die 1950er zurück, als erste Dollar-Konten in Europa gehalten wurden....

Mehr