Categories Menu

Gepostet by on September 25, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Peter Thiel kritisiert die Medien – und sie liefern ihm das Anschauungsmaterial

Manchmal schreibt sich eine Kolumne fast von selbst. Man muss nur die Schlagzeilen lesen. Peter Thiel bekommt in Berlin den Axel Springer Award und teilt gegen die Medien aus. Die Landschaft sei „sehr, sehr einseitig“, vieles eine „linke Hassfabrik“. Harter Vorwurf. Dann kommt die Berichterstattung. Bei t-online ist Thiel der „umstrittene Tech-Milliardär“. Das ZDF fragt: „Trump-Flüsterer und Tech-Milliardär: Wer ist Peter Thiel?“ Der Tagesspiegel titelt: „Bild umgarnt Peter Thiel“. Und die Süddeutsche braucht für ihren Kommentar zur Preisverleihung nur ein Wort: „Männerbünde“. Man kann Thiel kritisieren. Man kann seine politischen Ansichten ablehnen, seine Nähe zu Donald Trump problematisch finden und über Palantir streiten. Nur sollte man dabei eines nicht übersehen: Dieser Mann hat PayPal mitgegründet, war der erste externe Investor von Facebook, gründete Palantir mit und finanzierte zahlreiche Technologieunternehmen. Bei der Preisverleihung ging es auch um eine Frage, die für Europa existenziell ist: Wie können westliche Gesellschaften ihre Innovationsfähigkeit bewahren? Darüber ließe sich hervorragend streiten. Stattdessen wieder Trump. Wieder das Etikett „umstritten“. Wieder die politische Schublade. Und genau da...

Mehr

Gepostet by on August 11, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Die schwarze Null war auch ein Medienversagen

Deutschland hat sich kaputtgespart. Darüber habe ich in meiner letzten Kolumne geschrieben. Aber Angela Merkel und Wolfgang Schäuble waren nicht allein. Sie hatten Helfer. Teile der deutschen Medien machten aus der schwarzen Null nicht nur eine politische Entscheidung, sondern eine Erfolgsgeschichte. Als Wolfgang Schäuble den ausgeglichenen Bundeshaushalt erreichte, wurde die schwarze Null in Teilen der Medien als großer finanzpolitischer Erfolg gefeiert. Heute wissen wir, wohin uns diese Mentalität mitgeführt hat: marode Infrastruktur, Investitionsstau, eine über Jahre vernachlässigte Bundeswehr und ein Staat, der inzwischen Hunderte Milliarden Euro mobilisieren muss, um Versäumtes nachzuholen. Natürlich waren nicht alle Journalisten blind. Schon damals gab es deutliche Warnungen vor den Folgen ausbleibender Investitionen und einer zu rigiden Sparpolitik. Das eigentliche Versagen beginnt dort, wo Journalisten eine politische Erzählung nicht mehr kritisch hinterfragen, sondern selbst zu ihren Verstärkern werden. Wirtschaftsjournalismus hat die Aufgabe, politische Erzählungen zu hinterfragen – gerade dann, wenn sie so wunderbar einfach klingen. Schulden schlecht. Sparen gut. Schwarze Null hervorragend. So einfach funktioniert eine Volkswirtschaft aber nicht. Die schwäbische Hausfrau funktionierte politisch...

Mehr