Der Untergang der SPD begann vor mehr als 20 Jahren
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich eine Kolumne mit dem Titel geschrieben: „Der Untergang der SPD“ Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Und wenn die Umfragen nicht völlig danebenliegen, wird die SPD dort ein desaströses Ergebnis einfahren. Derzeit liegt sie bei gerade einmal 5 bis 7 Prozent. Danach werden wieder viele Erklärungen zu lesen sein. Falsche Kandidaten. Schlechte Kommunikation. Die Bundesregierung. Der Aufstieg der AfD. Das mag alles eine Rolle spielen. Aber das Problem der SPD liegt für mich viel weiter zurück. Bei der Agenda 2010. Eine Reform dieses Ausmaßes hätte die konservative Vorgängerregierung unter Helmut Kohl gemeinsam mit der FDP wohl kaum gewagt. Ausgerechnet eine sozialdemokratisch geführte Regierung tat es. Und damit schwächte sie etwas, das der französische Soziologe Robert Castel als „soziales Eigentum“ bezeichnete. Doch was versteht man unter sozialem Eigentum? Gemeint sind soziale Sicherheiten und rechtlich verankerte Ansprüche, auf die insbesondere Menschen ohne eigenes Vermögen angewiesen sind. Arbeitslosengeld. Rentenansprüche. Krankenversicherung. Arbeitsrechte. Sie sind kein Eigentum im klassischen Sinne. Aber sie erfüllen eine ähnliche...
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