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Gepostet by on August 23, 2026 in Allgemein | 6 Kommentare

Wie qualifiziert sind unsere Journalisten eigentlich? – Teil 2

Vor wenigen Tagen habe ich an dieser Stelle gefragt: Wie qualifiziert sind unsere Journalisten eigentlich? Jetzt liefert mir ausgerechnet Thomas Fischer im SPIEGEL eine interessante Fortsetzung. Der frühere Vorsitzende des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofs nimmt sich in seiner aktuellen Kolumne den Journalisten Jan Fleischhauer vor. Hintergrund ist der Berliner CSD-Attentäter. Bereits am 12. Mai war er wegen einer Tat nach § 89a StGB zu einer Jugendstrafe verurteilt worden; eine Vorbewährung wurde angeordnet. Später beging er das Attentat auf Teilnehmer des Christopher Street Day. Fleischhauer kritisierte daraufhin das Urteil vom Mai als zu milde: Wäre der Mann in Haft geblieben, hätte er den späteren Anschlag nicht begehen können. Im Zusammenhang mit dieser Kritik äußerte sich Fleischhauer auch zu § 89a StGB. Nach Fischers Darstellung behauptete Fleischhauer, für die Strafbarkeit reiche allein der „Plan“ einer Tat aus; zudem liege die Schwelle für dessen Beweisbarkeit „wahnsinnig hoch“. Fischer hält beides für falsch. Sein entscheidender Einwand: Strafbarkeit nach § 89a StGB knüpft nicht allein an einen Vorsatz oder „Plan“, sondern auch an eine...

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Gepostet by on Dezember 13, 2025 in Allgemein | Keine Kommentare

Thomas Fischer über Alice Weidel: Strafrecht, Inszenierung und mediale Formate

In einer aktuellen SPIEGEL-Kolumne widmet sich der frühere Bundesrichter Thomas Fischer einem längeren TV-Interview von Alice Weidel bei Welt TV. Ausgangspunkt ist nicht Empörung, sondern eine grundsätzliche Reflexion über ein Phänomen, das politische Öffentlichkeit seit Jahren prägt: die in medialen Formaten allgegenwärtige Psychologisierung politischer Akteure. Fischer macht zu Beginn klar, dass psychologische Ferndiagnosen methodisch fragwürdig sind. Zugleich zeigt er, warum sie in demokratischen Mediengesellschaften faktisch eine große Rolle spielen: Politische Programme stehen im Wettbewerb und werden nicht zuletzt über Personen, Gesten und öffentliche Selbstdarstellung vermittelt. Ob daraus abgeleitete Psychogramme zutreffen, ist oft zweitrangig – entscheidend ist ihre Wirkung. Vor diesem Hintergrund analysiert Fischer den Auftritt Weidels. Er beschreibt detailliert deren Inszenierung: demonstrative Überlegenheit, aggressive Untertöne, höhnisches Lachen, apokalyptische Rhetorik bei weitgehender Abwesenheit konkreter inhaltlicher Antworten. Das Interview dient weniger der Klärung politischer Konzepte als der öffentlichen Selbstpositionierung. Dabei wird deutlich, dass mediale Formate diese Form der Inszenierung kaum begrenzen. Besonders brisant wird die Kolumne dort, wo Weidel im Interview wiederholt mit NS-Parolen konfrontiert wird und ihnen mit Schulterzucken, Relativierung...

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