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Wie warme Semmeln

21. Oktober 2020 - Raimund Brichta in Allgemein | 52 Kommentare

Im Juli schrieb ich: „Der Euro-Kapitalmarkt wird mit dem neuen potenten Schuldner EU noch attraktiver. Daher dürfte er im Laufe der Zeit zusätzliche Investoren aus aller Welt anlocken, etwa aus dem angelsächsischen Raum.“

Nun hat die EU mit ihren ersten Corona-Anleihen einen Versuchsballon gestartet. Die Erwartung geht voll auf. Die Papiere gehen weg wie warme Semmeln.

Einzelheiten

52 Kommentare

  1. Hallo Raimund,
    das ist jetzt aber nicht wirklich eine Überraschung, dass die Nachfrage enorm ist. Viele einflussreiche linke Politiker wie z. B. Junker aus Luxemburg und fast alle südeuropäischen Länder fordern seit über 10 Jahren Eurobonds. Und Sie wissen warum. Die Begründung war immer, dass die schwachen Länder nicht mehr durch den Finanzmarkt angreifbar wären (Vermeidung zu hoher Renditen) und es dann eine echte europäische Alternative zum US-Kapitalmarkt gibt, in den dann die großen Player investieren können.
    Nichtsdestotrotz muss es Länder geben, die die Zeche zahlen und für diese Anleihen am Ende den Kopf hinhalten. Und wer da ganz vorne dabei ist dürfte jedem Bewusst sein. Die Eurobonds sind doch eigentlich nur erweiterte Bundesanleihen, von denen jetzt auch die überschuldeten Länder profitieren. Solange Deutschland, Österreich & Co. bürgen, fließt das Geld zu sehr guten Konditionen. Die Schlussrechnung bekommen spätestens unsere Kinder, ggf. aber vorher auch wir, weil das Geldsystem sowieso schon zu weit fortgeschritten ist und einer Währungsreform bedarf. Gruß, Rainer

    • Von „Überraschung“ habe ich auch nicht gesprochen – ganz im Gegenteil: Von der Bestätigung einer zuvor geäußerten Erwartung.

      Genau das war auch der Grund meiner Mitteilung. Ich gleiche auf dieser Seite stets die Erwartungen mit der realen Entwicklung ab, um Euch auf dem Laufenden zu halten. Auch hinter diese Prognose kann also ein erstes Häkchen gesetzt werden.

  2. Lieber Raimund,

    ich hätte Fragen dazu:

    Rainer Kraushaar hat oben geschrieben: „…Nichtsdestotrotz muss es Länder geben, die die Zeche zahlen und für diese Anleihen am Ende den Kopf hinhalten. … Die Eurobonds sind doch eigentlich nur erweiterte Bundesanleihen, von denen jetzt auch die überschuldeten Länder profitieren. … Die Schlussrechnung bekommen spätestens unsere Kinder, ggf. aber vorher auch wir, weil das Geldsystem sowieso schon zu weit fortgeschritten ist und einer Währungsreform bedarf“.

    Auch von anderen Lesern gab es ähnliche Befürchtungen.

    Daher die Fragen: Voraussichtlich werden die Eurobonds doch wie normale Staatsschulden auf Dauer nur steigen und nie nachhaltig reduziert werden können. Ist aber davon auszugehen, dass der oben beschriebene Haftungsfall tatsächlich eintritt? Müsste dann bspw. Deutschland wirklich dafür geradestehen?

    Angenommen, es kommt in einer fernen Zukunft zur Währungsreform – irgendwann wird es wohl dazu kommen – die Eurobonds helfen nur, das noch weiter hinauszuzögern. Nehmen wir dabei an, der Euro wird abgelöst durch einen Neuro mit irgendeinem Umtauschverhältnis. Wer hat dann das Nachsehen? Der Emittent bzw. Schuldner (Euroland bzw. die bürgenden Staaten) oder die Besitzer der Eurobonds? Angenommen, die Eurobonds werden hauptsächlich von ausländischen Inverstoren gehalten. Würden die Verluste dann nicht auf diese Investoren abgewälzt? Hast Du diesbezüglich ein Szenario vor Augen?

    • „…Nichtsdestotrotz muss es Länder geben, die die Zeche zahlen und für diese Anleihen am Ende den Kopf hinhalten. …“

      Ich halte diese Diskussion für müßig. Denn: Das System läuft am Ende ohnehin auf den Kollaps hinaus. Was soll also das Gezeter, wer dafür die Zeche zahlt? Die „Zeche“ – sofern man davon überhaupt sprechen mann – zahlen am Ende die Geldvermögensbesitzer, egal aus welchem Land. That‘s it.

    • Sandro, Du erinnerst Dich sicherlich noch an meine Prognose und Deine Antwort bzgl Rentenkürzungen. Aktuell empfiehlt ein Top-Ökonom in Bild.de bereits eine Rentenkürzung wegen den Folgen der COVID-19 Maßnahmen. So etwas nennt man „die Bevölkerung vorbereiten“

      Auch hier bestätigen sich meine Erwartungen.

      Fazit: Die Maßnahmen rund um COVID-19 erwirken das größte Umverteilungsprogramm von unten nach oben. Verkauft wird dieses Programm als „Zusammenhalt“ und „Leben retten“ – genial, denn die Menschen kaufen das auch noch ab!

      Empfehlung: Bescheid wissen, nicht ärgern, weiterhin das Leben genießen. Fernsehen abschalten.

      • Sofern der Staat sich nach der Krise zum sparen anschickt, ist es durchaus möglich und plausibel, dass (neben anderen) darunter auch die Rentner zu leiden haben. Allerdings glaube ich, dass sie nicht die Hauptleidtragenden der Krise sind. Manche anderen sind wohl strotz staatlicher Hilfen härter betroffen (insb. Soloselbständige, Künstler, die Veranstaltungs- und Reisebranchen, Gastronomie). Das deutsche Rentensystem ist im Wesentlichen ein Umlagesystem. D. h. die zukünftigen Rentenausschüttungen werden hauptsächlich durch die zukünftigen Einnahmen finanziert und nicht durch die bereits in der Vergangenheit eingezahlten Beiträge. Sofern die Beiträge sinken, muss es Anpassungen geben, in welcher Form auch immer (z. B. Beitragserhöhungen oder z. B. Nullrunden oder gar Rentenkürzungen). In einer Situation, in der die Beitragseinnahmen deutlich sinken (derzeit anscheinend noch nicht der Fall), dürfte es aber Vielen nicht gut gehen, d. h. es wären nicht nur die Rentner betroffen.

        Ich würde die Corona-Maßnahmen nicht als direktes „Umverteilungsprogramm“ bezeichnen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es indirekt zu einer Umverteilung kommt. Denn zur Krisenbewältigung entsteht viel neues Geld. Wenn dann gleichzeitig die Realwirtschaft schrumpft, kann das Geld nicht im Kreislauf der Realwirtschaft gehalten werden und fließt zum Teil in die Finanzmärkte. Davon mögen indirekt Reiche profitieren. Vermutlich war das auch in vergangenen Krisen der Fall. Allerdings ist das in komplexes Thema. Es wird immer wieder gerne behauptet, dass die „Schere zwischen arm und reich“ immer weiter auseinanderginge. Inwieweit das mit Bezug auf die Vermögensverteilung stimmt, fällt mir ohne tiefergehende Recherchen schwer zu beurteilen. Tatsache ist, dass das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt ist und dass es in den letzten hundert Jahren sowohl Phasen der Zunahme als auch der Abnahme der Ungleichverteilung gab. Vielleicht hilft als erste Anlaufstelle Wikipedia ein bisschen weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverteilung_in_Deutschland

      • Zu Deiner „Empfehlung: Bescheid wissen, nicht ärgern, weiterhin das Leben genießen. Fernsehen abschalten.“

        Eine gute Empfehlung. „Bescheid wissen“ ist allerdings nicht immer ganz einfach. Du hast in der Vergangenheit klargemacht, dass Du auf Kriegsfuß mit den „Mainstream“- Medien bist und im Zusammenhang von „Nudging“ gesprochen, daher vielleicht auch Deine Empfehlung „Fernseher abschalten“. Hier werden wir aber wohl nie ganz übereinstimmen. Sicherlich berichten die Mainstream-Medien oft einseitig bzw. schwenken in die gleiche Richtung – sonst wären es auch keine Mainstream-Medien. Ich versuche jedenfalls, eine kritische Distanz zu bewahren. Trotzdem glaube ich, dass es bei den sogenannten „alternativen Fakten“, die über alle Kanäle im Internet verbreitet werden, viel mehr Halbwahrheiten und Unwahrheiten und viel mehr „Nudging“ gibt (Corona ist ein gutes Bespiel dafür). Auch die Bildzeitung, die Du anscheinend gelegentlich liest (Du hast sie nicht zum ersten mal oben erwähnt), ist ein Mainstream-Medium für einen Teil der Bevölkerung. Sie mag sich zwar in mancher Hinsicht vom sonstigen Mainstream unterscheiden und hin und wieder auch mal einen Treffer landen. Insgesamt halte ich sie aber – wie viele Leute – für eine schlechtere Informationsquelle als den sonstigen Mainstream. Ich lese sie nicht und werde sie wohl auch nie lesen.

  3. Die Nachfrage ist wirklich beeindruckend. Bleibt bloß zu hoffen, dass die öffentliche Debatte über diesen strukturelle Eingriff in das Finanzierungsmodell lautstark geführt wird. Sind ja schließlich auch unsere Gelder mit denen wir am Ende bürgen 🙂

  4. Finde ich gut, die eigenen Erwartungen bzw Prognosen zu überprüfen. Auch meine Prognose wird sich bestätigen: Trump wird die Wahl verlieren.

    Aktuelle Realsatire: unser Bankkaufmann Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Da hat er sich wohl nicht an die Hygieneregeln gehalten. Denn wie will man sich infizieren, wenn man sich penibel an die Regeln hält und Maske trägt?

    Rücktrittsforderungen? Fehlanzeige, da der Minister in der richtigen Clique ist…

    • Du merkst aber schon noch, dass Du Unsinn von Dir gibst?
      Die Hygieneregeln sind dazu da die Ansteckungsgefahr zu minimieren, ausschließen funktioniert leider nicht.
      Hat aber auch noch niemand behauptet. Ist aber ne wichtige Sache, das mit der Wahrscheinlichkeit.

      Und welche Clique meinst Du jetzt genau, die ihn vor Rücktrittsforderungen schützen soll?

    • Ist es nicht auch Realsatire, wenn die AfD dem Bundestagspräsidenten das Recht absprechen will, eine Maskenpflicht im Bundestag anzuordnen, und zwar mit der Begründung, Schäuble habe zwar das Hausrecht, aber nicht das Recht, die Art und Weise der „Bekleidung“ vorzuschreiben?

    • Weshalb sollte ein Politiker zurücktreten, weil er leider das Pech hatte, sich mit Covid-19 zu infizieren? Gilt das auch für andere Infektionskrankheiten? Zumal er nicht der einzige Politiker ist, der sich mit Covid-19 infiziert hat: Trump, Johnson, Bolsonaro, Berlusconi, etc…. Alle zurückgetreten?

  5. Michael K.,
    ich finde Ihren Beitrag befremdlich, sachfremd und unangemessen.
    Suchen Sie sich doch ein anderes Forum für Ihre Hetze.
    Anton Voglmaier

    • Hier muss ich mal als Moderator einklinken: Nicht alles Kritische über Spahn oder Coronaregeln sollte man meiner Meinung nach gleich als Hetze bezeichnen. Man kann natürlich anderer Meinung sein und dies auch artikulieren. Ich plädiere jedenfalls für mehr Gelassenheit auf beiden Seiten.

      • Frau Merkel hält die COVID-19 Regeln persönlich professionell und penibel ein, ihr wird nicht das passieren, was Jens Spahn passiert ist. Ich erinnere Euch an das Frühjahr, als Jens Spahn in einen überfüllten Aufzug gestiegen ist. Als Gesundheitsminister, liebe Foristen. (@Sandro: ein solches Verhalten ist meiner Meinung nach kein „Pech“ – Deine Meinung respektiere ich wie immer.)

        @Raimund: „Ist es nicht auch Realsatire, wenn die AfD dem Bundestagspräsidenten das Recht absprechen will, eine Maskenpflicht im Bundestag anzuordnen, […]“

        Ich stimme Dir zu.

        @Aries: Welche politische Einstellung soll ich denn haben bzw unterstellst Du mir? Es gibt verschiedenste Themen, und zu diesen kann man eine persönliche Meinung haben. Bspw ist meine Meinung, dass in den USA eine gesetzliche Krankenversicherung plus höhere Steuern für Superreiche plus höhere Mindestlöhne kommen sollten. In den USA gäbe es jetzt Leute, die mich als hetzenden Kommunisten beschimpfen würden. Fällt Dir was auf?

        Leider wird das Wort Hetze und Verschwörungstheorie mittlerweile inflationär benutzt. Eine sehr gefährliche Entwicklung, wie ich finde…

        Lasst uns wenigstens hier professionell bleiben und wieder über Börse reden.

    • Auch Trump hat sich nicht an die Hygieneregeln gehalten, was ich für einen Fehler halte. Dafür wurde er richtigerweise (!) kritisiert. Oder war das Hetze gegen Trump?

      Den Lockdown habe ich in der Vergangenheit kritisiert (da fehlende Verhältnismäßigkeit), aber Hygieneregeln finde ich verantwortungsbewusst und richtig. Keine Satiere, sondern ernst gemeint. Also bitte nicht dem anderen Hetze unterschieben.

      Jens Spahn ist top fit und wird Gott sei Dank die Infektion gut überstehen. Hygieneregeln sollte man eben auch einhalten, wenn die Kamera nicht eingeschaltet ist. Keine Hetze, sondern Empfehlung.

  6. Schön das Du das so siehst, lieber Raimund. Wir leben eben – Gott sei Dank- in einer freien Gesellschaft.
    Ich bleibe trotzdem bei meiner Ansage!
    Beste Grüße
    Anton

  7. Michael K, ich finde, dass du ein guter Investor mit klarem Blick für aktuelle Entwicklungen bist.

    Deine politischen Einstellungen, die du hier schon mal äußerst, halte ich für gefährlich. Du hast natürlich manchmal auch recht. Aber deine Wahrheiten sind Teilwahrheiten, die du für krude Theorien nutzt.
    Ein gutes Beispiel dafür ist dein Kommentar zu Jens Spahn.

    Du verunglimpfst unseren Gesundheitsminister – einfach so. Das hat er nicht verdient und auch sein Amt verdient Respekt – gerade heute.

    Und dann bedienst du verschrobene Verschwörungstheorien, die durch nichts zu belegen sind.

    Bitte unterlasse so etwas.

    Ich frage mich, wie ein kluger Investor wie du sich auf der anderen Seite so vor den Karren von Volksverhetzern spannen lassen kann.

  8. Ich finde die „Analyse“ von Michael K. zur SARS-CoV 2-Infektion von Jens Spahn im günstigsten Falle voreilig und im schlechtesten Falle bösartig. Allerdings würde mich (auch) interessieren, wie Herr Spahn sich angesteckt hat. Eine Info darüber würde ich bei einer Person öffentlichen Lebens auch nicht so problematisch bewerten, wie bei Privatpersonen. Während einer Pandemie wäre für mich im Gegenteil hier Transparenz wünschenswert.

    • Na ja, vermutlich wird man auch bei Jens Spahn versuchen, die Kontakte nachzuverfolgen, wie auch in anderen Fällen. Da Jens Spahn vermutlich tätglich sehr viele Kontakte hat, dürfte das schwerfallen. Heute wurde jedenfalls bekannt, dass auch sein Gatte positiv gestestet worden ist. Möglich erscheint demnach also auch, dass sich Jens Spahn bei ihm angesteckt hat. Aber eigentlich ist es doch ziemlich egal.

  9. Leute, jetzt muss ich auch mal in die Tasten hauen… Ich verstehe manche Gedanken von Michael, kann aber auch die Aussagen von Herrn Voglmaier in einem Maß völlig nachvollziehen…

    Kurz um, was ich sagen will… bitte nicht das Forum „missbrauchen“ für a la „Maske ist Scheiße“, gegen Politiker schreiben (egal ob CDU, AFD, Grüne oder sonst wen) usw.

    Ich möchte Diskussion über Corona, Maßnahmen, Regeln usw. gern zulassen, ABER BITTE MIT BEZUG ZUR BÖRSE, Wirtschaft, Finanzmarkt.

    D.h. z.B.
    „Ich würde nicht Tourismusaktien, Fluglinien aktuell anfassen wegen Corona, da die Reisebeschränkungen mindestens X-Monate weiterhin bestehen bleiben werden.“
    oder
    „Auch nach Corona wird sich der Trend zu Onlinehandel fortsetzen, viel stationärer Einzelhandel wird das nicht überleben. Deswegen auf XYZ Aktien nach meiner Meinung setzen.“

    Versteht ihr, alle Meinungen sind willkommen, aber bitte achtet darauf, dass die Aussagen, Begründungen zu eurer Sicht auf die Börse und Finanzmarkt haben. Begründet Auswirkungen oder eure Sicht der Corona-Pandemie bitte darauf.

    Eben bitte nicht zu Maßnahmen und persönliche Sicht zu Corona hier in dem Forum, gegenseitiger Meinungsaustausch, wer nun wie recht beim Thema Corona hat. Meinungsaustausch ist richtig und in einer Demokratie natürlich legetim, aber wie ich Herrn Voglmaier beipflichten muss, dafür gibt es andere Portale und Seiten…

    Bleiben wir bitte alle sachlich und bezogen auf Wirtschaftspolitik, Finanzmarkt, Börse… deswegen tauschen wir uns hier alle aus und dazu sind gute Beiträge von Michael, Marco, Sandro, Peter, Aries und alle die ich vergessen habe *grins*, immer sehr gern willkommen… lasst uns nur beim Ziel dieses Forums bleiben und trotz Meinungsaustausch nicht persönlich werden, egal gegen wen.

    DANKE EUCH ALLEN!!!

    @Raimund. Hoffe es ist okay, ich wollte hier nicht deine Leitung übernehmen… aber das musste mal raus.

    • „@Raimund. Hoffe es ist okay, ich wollte hier nicht deine Leitung übernehmen… aber das musste mal raus.“

      Das ist völlig okay, auch wenn ich anderer Meinung bin als Du. Nur weil jemand in einem Kurzkommentar mal etwas despektierlich über Spahn schreibt, muss man ihn nicht gleich zur Ordnung rufen, finde ich. Auch nicht in diesem Forum. Das halte ich alles für gedeckt durch die Freiheit des Wortes, die für mich ein sehr hohes und schützenswertes Gut darstellt.

      Ich erinnere mich an ellenlange Diskussionen über die unterschiedlichen Corona-Strategien Schwedens und des Rests der Welt in diesem Forum, ohne dass es solche Ordnungsrufe gegeben hätte. Obwohl diese Debatten zum größten Teil auch nichts mit der Börse zu tun hatten. Offensichtlich waren aber zumindest zwei Leute an ihnen interessiert, sonst hätte es die Diskussionen ja nicht gegeben. Dann ist das okay.

      • Raimund, ich meinte damit auch nicht unbedingt, dass das Wort „Hetze“ für den Beitrag von Michael von Herrn Voglmaier richtig gewählt wurde. Ich verstehe aber beide Seiten. Was mir nur aufgefallen ist, dass öfters mal Beiträge sich komplett entfernen, von Börse, Wirtschafts(politik), Markteinschätzung… mir wäre es lieber, wenn wir hier bei den Wurzeln des Forums verstärkt bleiben.

        Aber Raimund, du bist natürlich der Chef… *grins*

        • Nix Chef, nur Moderator … und der hat nix dagegen, wenn auch mal was anderes zur Sprache kommt als immer nur Börse 😉

    • Hi Andreas,

      Ich habe wieder TUI im Depot.

      Begründung:
      – in der Tourismusbranche der wohl am besten aufgestellter Konzern im oberen Preissegment
      – klare Digitalisierungsstrategie, die sehr professionell umgesetzt wird
      – die TUI Flieger sind gut gefüllt und können ausgelastet werden
      – die margenstarken Robinson Clubs sind gut besucht, trotz COVID-19. Robinsongäste sind Stammgäste und lassen sich nicht die Lebensqualität nehmen, Geld spielt da keine Rolle
      – hervorragender neuer Robinson Club auf Kreta hat dieses Jahr eröffnet
      – aktueller Chart ähnelt dem Chart während der Finanzkrise
      – die aktuelle Krise hat die schwachen Unternehmen aus dem Markt gedrängt.

      Innerhalb von 2, 3 Jahren ist mEn durchaus eine Verdoppelung möglich.

      Marco hat völlig Recht wenn er schreibt, dass Turnaroundkandidaten rar sind. Ich bin jedoch der Meinung, dass qualitativ hochwertige Unternehmen, die aufgrund eines temporären Ereignisses unverschuldet in Schwierigkeiten geraten, meistens gestärkt aus Krisen hervorgehen.

      Airlines hingegen bin ich künftig pessimistisch eingestellt. Margenträchtige Geschäftsreisen werden dauerhaft reduziert werden.

      • Hallo Michael,

        vielen Dank für diesen (interessanten) Themenbeitrag.

        Ich muss zugeben, dass ich TUI schon auch mit auf dem Radar zumindest habe, aber erstens bin ich nicht so im Unternehmen inhaltlich wie du scheinbar und zweitens ist für mich der Einstieg momentan in TUI zu früh. Man weiß gar nicht, wie lange schreiben sie noch rote Zahlen, wie stark ist der potenzielle mögliche Gewinn nach Corona, was ist mit den gesamten Kosten und Schulden jetzt durch Corona, eine Kapitalerhöhung steht, glaube ich, auch noch weiterhin im Raum u.ä. … und letztlich die Frage, wo ist der faire Wert der Aktie TUI nach Corona? Natürlich schließe ich nicht aus, dass sich TUI in 2-3 Jahren verdoppeln kann. Wenn viele diesen Wert bei Entspannung zocken, kann der Verdopller auch schnell in wenigen Wochen bis Monaten passieren.

        Ich bin diese Woche in Mutares rein. Im Grundsatz dasselbe Geschäftsmodell wie Aurelius. Bei letzteren habe ich mir aber mächtig die Finger verbrannt und war auch persönlich vom Management mit der Zeit sehr sehr enttäuscht. Aktionärfreundlich sieht in meinen Augen klar anders aus.
        Bei Mutares ergibt sich für mich irgendwie ein anderes Bild… wenn das gesamte Management 40 Prozent der Aktien hält und sie bereits jetzt eine Basisdividende für 2020 von 1,00 Euro ausrufen, die sie sogar dauerhaft zahlen wollen, ist das in aktuellen Zeiten für mich sehr gut. Zudem kann bei Exits dieser Wert durch Sonderdividenden noch steigen.
        Auch die Zielsetzung bis 2023, kommuniziert auf dem Kapitalmarkttag, ist sehr anspruchsvoll, aber es gefällt mir, dass man sich auch diese Ziele setzt und nicht zu konservativ in der Prognose agiert. Des Weiteren ist für mich nachvollziehbar, dass gerade Corona für das Geschäft enorme Chancen bietet. Ich halte zumnindest z.B. Muatres für die nächsten 2-3 Jahre als eine bessere Alternative gegenüber TUI als chancenreicheres Investment. Ich hoffe ich falle nicht wie bei Aurelius auf die Nase, aber bin zuversichtlich, da ja das Managment selbst sehr großer Aktionär ist und eine aktionärfreundliche Politik daher im eigenen Interesse des Management ist.

        Lufthansa hatte ich übrigens abgestoßen und auch da ist mir ein ggf. Wiedereinsteig noch viel zu früh, denn selbst wenn sich die Zeit nach Corona wieder etwas normalisiert, bloß was ist dann mit den ganzen Krediten, Schulden und veränderten Gewinnmöglichkeiten (richtig deine Anmerkung mit den Geschäftsreisen) eine faire Bewertung der Lufthansa?

        Ich bin aber erstmal froh, dass ich mit Global Fashion Group und Mynaric meine großen Verluste durch Wirecard, Lufthansa und Aurelius ausgleichen konnte, auch wenn ich mich schon etwas ärgere meine GFG Aktien ziemlich unglücklich versilbert zu haben, auch wenn der Gewinn sehr beachtlich war, obwohl ich bei GFG, wenn auch mit einer geringeren Position weiterhin investiert bin.

        • Aurelius hatte ich mal vor Jahren relativ kurzfristig. Ich hatte dabei immer das ungute Gefühl nicht zu wissen, was das Management so treibt. Eine Managementclique kann sehr gefährlich sein, Beispiele gibt es genügend!

          Mittlerweile bin ich konsequent in Unternehmen investiert, deren Produkte ich selber nutze bzw. deren Geschäft ich vollständig verstehe.

          Die Zeitschiene bei TUI schätze ich wie folgt ein: die Maßnahmen rund um COVID-19 sind zeitlich beschränkt. Ab dem kommenden Frühjahr wird wieder reger Urlaubsverkehr herrschen, die Leute wollen raus und haben Nachholbedarf. TUI-Urlauber haben Geld.
          (Es würde mich auch nicht überraschen, wenn nach der US-WAHL das Thema COVID-19 sukzessive verschwinden wird aus der Berichterstattung…Trump hat das Virus die Wiederwahl gekostet)

          Übrigens hat TUI bzw Robinson ein hervorragendes Hygienekonzept entwickelt. Die neuesten Robinson Clubs sind öko pur, vielleicht haben die sogar einen Nullzinskredit bekommen. Richtig, die Kredite müssen bedient werden. Aber bereits 2008/09 ist TUI hervorragend aus der Krise gekommen. Siehe Chart.

          Glückwunsch zu GFG!

          • Danke dir Michael… mal gucken, ich kann mir noch nicht so wirklich vorstellen, dass TUI so schnell wieder ganz aus der Krise kommt, ich denke das zieht sich länger hin als manche denken bzw. die Auswirkungen der Krise werden TUI noch länger nachhaltig belasten… aber ich behalte TUI im Auge.

            Ja Aurelius ist/war eine Blackbox. Manager haben sich Millionen an Boni bei Exits gegönnt, für die Aktionäre blieb dann immer weniger mit der Zeit übrig, trotz vorheriger anderer Ankündigungen.
            Aurelius scheint aber langsam zu realisieren, dass sie sehr viel Vertrauen bei einer Reihe von Investoren verspielt haben… deswegen wollen sie sich jetzt transparenter aufstellen, Vergütungen des Management an die Aktienkursentwicklung koppeln usw. … mal abwarten.

            Mutares macht es anders, sie kommunizieren mehr, machen es transparenter und eben vor allem, dass das eigene Management sehr viel Aktien ihres Unternehmens selbst besitzen…

            Eine Basisdividende 1,00 Euro zum jetzigen Kurs dauerhaft ankündigen (und das vorschnell für 2020 und gerade in Coronazeiten spricht in meinen Augen für sich), ist schon ein Ding und entspricht 8-9 Prozent Rendite bereits. Die Gelder für die Basisdividende fließen nach Managmentaussagen nachhaltig, da sie sich hauptsächlich aus regelmäßige Zahlungen für beratende Managmentaufgaben in den Unternehmen speist, plus teilweise Divi-zahlungen. Erfolgreiche Exits kommen dann ggf. noch on Top. Man hat dieses Jahr einen Anleihe von 70 Mio begeben, also genug Cash, um jetzt in Coronazeiten und danach mit diesem Geld auf Einkaufstour zu gehen und neue Firmen bzw. Abspaltungen zu erwerben. Man hat auch schon dieses Jahr bewiesen, dass man selbst in Coronazeiten erfolgreiche Exits über die Bühne kriegt.

            Natürlich hängt mir die Erfahrung mit Aurelius nach, aber die Ankündigungen der Mittelfristziele und der Dividenden hat mich einfach überzeugt, dort jetzt mit ersten Positionen einzusteigen und erwarte auch in den nächsten Wochen und Monaten noch positive Unternehmensnachrichten. Schauen wir mal, wie sich Mutares entwickelt…

            Ich muss in meinen Investments grob verstehen, was das Unternehmen macht und dort Perspektiven sehen und die Unternehmen für günstig bewertet halten… selbst nutzen nicht zwingend.

  10. Hier noch ein aktuelles Beispiel für die zunehmend abstruse Aufgeregtheit in Sachen Corona: Nur weil der Ärztepräsident die Maskenpflicht mal etwas legerer als “Vermummungsgebot“ bezeichnet hat, entfachen übereifrige Corona-Blockwarte wie Karl Lauterbach einen Shitstorm mit Rücktrittsforderungen gegen ihn.

    Dabei ist die Bezeichnung durchaus pointiert. Sie verdeutlicht sehr anschaulich die Kehrtwende im öffentlichen Bewusstsein und sogar in mancher Gesetzgebung (z.B. Österreich, Holland) – weg vom jahrzehntelang postulierten Vermummungsverbot hin zu dessen Gegenteil.

  11. Herr Reinhardt hat die Wirkung von Masken pauschal bezweifelt. Dies ist das problematische an seiner Einlassung zu dem Thema. Ich finde es gerechtfertigt, dass er für diesen Unsinn in dieser prekären Lage der Pandemie hart kritisiert wird. Er ist schließlich nicht der Vorsitzende eines Kaninchenzüchtervereins, sondern Präsident der kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zumindest der Fremdschutz der Masken ist mittlerweile gut belegt. Die „Kehrtwende“ basiert schlicht auf neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirksamkeit von Alltagsmasken.

    • Stein des Anstoßes gemäß Lauterbachs Blockwart-Tweet war aber die Formulierung “Vermummungsverbot”, die der Ärztepräsident zurücknehmen oder zurücktreten solle.

      Außerdem sagt Reinhardt, seine Äußerungen seien auf das generelle Tragen von Masken im Freien bezogen gewesen. War wohl in einer Talkshow gewesen. Solche Shows kucke ich generell nicht 😂

  12. Vielleicht sollten Sie hier – wie ich auch gerade – mal eine Ausnahme machen. Dann würden Sie sehen, dass die Rechtfertigung von Herrn Reinhard eine reine Schutzbehauptung ist. Das was der Mann von sich gegeben hat, war viel peinlicher als ich bei meinem ersten Kommentar gedacht habe.

    • Sorry, das ist mir wirklich nicht wichtig genug, um deshalb eine Talkshow anzukucken 😂

      Fest steht auf jeden Fall, dass die Bezeichnung „Vermummungsgebot“, über die sich die Blockwarte beschweren, eine zutreffende ist.

      • Inzwischen hat Reinhard zurückgerudert, bedauert seine Aussagen und sagt nun: „Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes“.

        RKI-Chef Wieler hat kürzlich übrigens gesagt, man hätte anfangs nicht gewusst, ob die Masken nützlich sind.

        Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery scheint hingegen nichts von den Masken zu halten: https://www.n-tv.de/panorama/Arztepraesident-Montgomery-Maskenpflicht-ist-falsch-article21733833.html

        • Ich halte die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass er dies hauptsächlich wegen des öffentlichen Drucks gemacht hat.

        • @Sandro: Danke fürs Ausgraben des ntv Artikels vom April – spannend daran ist das damalige Unfrageergebnis zur Frage „Halten Sie eine Maskenpflicht auch für übertrieben und falsch?“.
          Damals haben 49 Prozent mit JA geantwortet, 39 Prozent mit NEIN.

          Faszinierend, wie Meinungen sich anpassen lassen…

          Aus Selbstschutz wird die Meinung verständlicherweise angepasst, denn wie wir sehen – auch am Beispiel des Ärztepräsidenten – wird die Karriere eines jeden vernichtet, der eine andere Meinung hat. Auch dies ist eine Form von Nudging. Wohl dem, der finanziell und auch vom Kopf her unabhängig und frei ist…
          Persönlich trage ich selbstverständlich gebotsmäßig eine Maske, Respekt vor den Mitmenschen ist mir wichtig. Ob die Stofffetzen helfen, die viele Menschen tragen? Ich weiß es nicht. Medizinische Masken schützen sehr wohl.

          @Andreas:
          1) auch bei Aurelius war ich kurzfristig wegen der verlockenden Dividenden drin.
          2) Managementaussagen schenke ich überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr. Wozu? Welchen Mehrwert siehst Du beim Heranziehen von Managementaussagen bei Deiner persönlichen Investitionsentscheidung?

          • Masken sind keine neue Erfindung und Epidemien sind auch nichts Neues. Deshalb wunderte mich eigentlich, dass sich Mediziner in der Frage nach der Nützlichkeit uneinig sind bzw. es nicht schon längst wussten. Im Sommer hatte ich mich mit einer Ärztin unterhalten, die von den Masken überzeugt war – allerdings nur, solange sie nicht durchfeuchtet sind.

            Ich glaube, dass man sich in den heißen Sommermonaten die nassen Lappen im Gesicht hätte sparen können. Die neuerlichen Anstiege der Corona-Fallzahlen deuten m. E. zudem darauf hin, dass die jahreszeitlichen Einflüsse das Infektionsgeschehen dominieren und die Maskenpflicht daran nicht viel zu ändern vermag.

            Aber was soll’s. Irgendwann wird das alles vorbei sein. Und in der Wissenschaft setzt sich letzten Endes irgendwann immer die Wahrheit durch.

          • Michael, Managementaussagen sind ein Teilbaustein in der Investmententscheidung und man muss diesen (erstmal) vertrauen, so sehe ich das. Naürlich gibt es genug Beispiele, wo sich das dann in Luft auflöst und Vertrauen verspielt wurde… war bei mir bei Aurelius, K+S oder Corestate Capital so, auch bei Bayer, wo ich aber antizyklisch nun mal mit einer kleinen Position eingestiegen bin so…

            Nichtsdestotrotz vertraue ich erstmal z.B. nun auf die Aussagen des Managments z.B. von Mutares nach dem Kapitalmarkttag… auch was die Dividende entspricht und dass eine Basisdividende von 1,00 Euro nachhaltig bezahlt wird und werden kann. Der sehr hohe Aktienanteil des Mangements schafft für mich zusätzlich Vertrauen. Man wird sehen, ob man hier wieder enttäuscht wird oder nicht… momentan finde ich die Bewertung von Mutares lukrativ und bin deshalb eingestiegen. Nun heißt es abwarten, ob ich ggf. weiter in den nächsten Monaten aufstocke oder nur halte.

  13. Nochmals, die von Ihnen als Blockwarte bezeichneten Personen (offensichtlich scheinen Sie ja von mehreren auszugehen) regen sich nicht in erster Linie über den Begriff auf, sondern über den unsinnigen Kontext in dem er verwendet worden ist.

    • Ich habe den Lauterbach-Tweet anders verstanden. Darin hat er sich hauptsächlich mit dieser Formulierung auseinandergesetzt.

  14. „Clique, Hetze, Blockwarte, Idiot“…. hoffentlich nimmt die täglich verfügbare Lichtmenge bald wieder zu….alle Jahre wieder. Bin mal gespannt ob’s im November besser wird.

    • Na na, wer wird den gleich verzweifeln 😂

      • „Der Begriff „Blockwarte“ ist übrigens nicht mehr weit fern von Godwin’s Law:“

        Für mich hat er damit gar nichts zu tun. Er soll nur an jemanden erinnern, der andere überwacht, um diese bei erster Gelegenheit anzuschwärzen. That‘s all.

  15. Die von Sandro zitierte Aussage von Herrn Montgomery ist vom 23.04.2020. Damals war die Evidenz – insbesondere für Alltagsmasken – wesentlich beschränkter als heute. Allerdings halte ich auch mehr von der Schutzwirkung von medizinischen Masken. Ich befürchte aber, dass diese wieder knapp werden könnten, wenn sie mehr im Alltag verwendet würden.

    • Oh, das stimmt, der verlinkte Artikel ist tatsächlich vom 23.04. Kürzlich hatte ich ähnliche Aussagen Montgomerys als „News“ gelesen – das war vermutlich eine Fehlmeldung oder es wurden die alten Äußerungen als News aufgetischt. Ich hatte nach den Äußerungen gesucht und nicht auf das Datum des oben verlinkten Artikels geschaut.

      Laut Deutschlandfunk vom 05.08. hat Montgomery diese Aussagen sogar widerrufen („Ich habe hier auch einen Irrtum selber, einen wissenschaftlichen Irrtum in der Vergangenheit begangen, indem ich gesagt habe, Masken sind Unsinn. Wir wissen heute wissenschaftlich, dass Masken jeder Form von einfachem Schutz hilft, zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch eine ganze Menge hilft“ https://www.deutschlandfunk.de/weltaerztebund-zur-corona-pandemie-wir-sind-in-einer-dauer.694.de.html?dram%3Aarticle_id=481785).

      Aktuell rät er jedenfalls zur Maske, siehe den gestrigen n-tv-Artikel:

      https://www.n-tv.de/politik/Montgomery-Lockdown-ab-20-000-Infektionen-article22119325.html

      • Noch eine Anmerkung dazu: So richtig überzeugt zeigt sich Montgomery in dem Video des ntv-Artikels allerdings auch nicht: „… Klaus Reinhard ist fehlinterpretiert, … diese Alltagsmasken, diese feuchten Lappen … besser wäre es, wir hätten richtige medizinische Masken… .“

  16. Gestern ist in Schweden eine Person an/mit COVID-19 gestorben. Vorgestern waren es zwei. Vorvorgestern ist niemand in Schweden an COVID-19 gestorben.

    Finde den Fehler.

    Jedes Jahr werden zu Beginn der Grippesaison die Grippetoten neu gezählt. In der Saison 2017/18 gab es laut RKI etwa 25.000 Grippetote.
    Dieses Jahr fängt man interessanter Weise nicht bei Null an. Warum wird urplötzlich aufaddiert, anstatt die jahrzehntelange Praxis beizubehalten?

    Finde den Fehler.

    Keine Hetze, sondern validierte Zahlen und Fragen.

    • „Finde den Fehler“

      Der erste Fehler ist, dass die Zahlen am Wochenende bzw. kurz nach dem Wochenende immer kleiner sind. Auch in Schweden. Kannst Dich selbst davon überzeugen. Zuletzt sind die Opfer-Zahlen in Schweden übrigens korrigiert worden um minus 18. Daran alleine siehst Du schon, dass einzelne Tageszahlen nichts aussagen. (Zur Erinnerung: Du hattest am 31. Mai schon einmal gepostet: Schweden meldet Tag ohne Coronatote … Ohne Lockdown,sondern mit gesundem Menschenverstand ( Hygieneregeln, Abstand, …) hat Schweden den Coronavirus besiegt….“ – im Nachhinein war diese Aussage von Dir nicht haltbar).

      Der zweite Fehler ist, dass Schweden momentan weniger Infektionen hat als andere Länder, dafür aber mehr in der Vergangenheit hatte. Daher momentan nicht vergleichbar. Und vielleicht wird es irgendwann auch mal wieder umgekehrt sein. Vielleicht auch nicht.

      Der dritte Fehler ist, dass die Länder sowieso nicht ohne Weiteres vergleichbar sind. Selbst wenn also irgendwann feststehen solle, dass Schweden mit seiner Strategie gut gefahren ist, heißt das nicht, dass das auch für andere Länder gelten muss.

      Der vierte Fehler ist, dass die Zählung von Grippeopfern nicht erst im Februar/März beginnt (wenn die Zahlen der Grippe-Opfer normalerweise wieder abzunehmen beginnen), wie dies bei Corona der Fall war.

      Der fünfte Fehler ist, dass auch bei den meisten anderen Epidemien/Pandemien nicht nur jährlich gezählt wird, sofern es überhaupt sinnvoll erscheint, die Epidemien unbedingt zu vergleichen. Zur Honkong-Grippe schreibt Wikipedia z. B. „Weltweit starben zwischen 1968 und 1970 rund eine Million Menschen;[2][3] andere Zahlen sprechen von 750.000 bis 2 Millionen Toten.“ Es ist also ein Zeitraum von zwei Jahren umfasst.

      Der sechste Fehler ist, dass es völlig egal ist, ob man nun irgendwelche Zahlen für Teilzeiträume oder längere Zeiträume (z. B. Jahre) nennt, solange klar ist, was gemeint ist.

      Der siebte Fehler ist, dass Du anscheinend 25000 Grippe-Tote mit bislang bislang 10000 Corona-Tote in Deutschland vergleichen willst. Zumindest implizierst Du das. Dabei würde neben obigen Punkten u. a. ignoriert, dass es bei Corona Maßnahmen gab, bei der Grippe hingegen nicht. Welche Wirkung die Maßnahmen haben/hatten weißt Du nicht. Ich auch nicht. Wenn Du andere Länder heranziehst, sieht die Sache anders aus. Also nimm doch einfach die weltweiten Zahlen und berücksichtige eine Dunkelziffer, die in vielen Ländern wahrscheinlich hoch ist. Dann wirst Du feststellen, dass auch dieser Vergleich keine Aussage zulässt.

      Du schreibst: „Keine Hetze, sondern validierte Zahlen und Fragen“.

      Hetze sicherlich nicht. Validierte Zahlen aber auch nicht. Fragen: ja.

      Ich habe auch viele Fragen. Mittlerweile scheint die Politik auch den Virologen nicht mehr richtig zuzuhören. Ich habe starke Zweifel, ob der neuerliche Teil-Lockdown sinnvoll ist. Teilweise empfinde ich das als beinahe planlosen Aktionismus. Wenn Du das auch denkst, bin ich ganz bei Dir. Ich will jetzt nicht wieder wirklich in die Diskussion einsteigen. Wie in der Vergangenheit schon gesagt, stören mich aber die unsachlichen Argumente in der Corona-Diskussion – übrigens auf allen Seiten.

      • In Schweden sind im Durchschnitt täglich 3 Personen an/mit COVID-19 im Oktober gestorben, rund 90 pro Monat bei 10 Mio Einwohnern. In der jetzt beginnenden Grippevirussaison rechne ich für Schweden mit unter 2.000 COVID-19 Todesfälle. Pandemie?

        Gönnen wir es den Schweden, dass sie mit gesundem Menschenverstand und ohne Panik eine Spaltung der Gesellschaft vermieden haben.

        In Weißrussland sehen wir wöchentliche Massendemos mit 100.000 Demonstranten – wahre Superspreaderevents. Bilder von Massengräbern bleiben uns Gott sei Dank erspart.

        Die Hongkong-Grippe ist ein passendes Beispiel von Dir: Warum haben wir eigentlich 1968 – 70 keinen Lockdown gemacht? Unverantwortliche Politiker damals? (Damals lag die Weltbevölkerung übrigens bei 3.7 Mrd Menschen, wichtig für die Relationen.)

        Wir haben eben unterschiedliche Meinungen, völlig ok. Du hast trotzdem einen bisher sehr angenehmen und würdevollen Diskussionsstil.

        • Natürlich sollten wir es den Schweden gönnen, wenn sie am Ende besser dastehen. Noch ist es m. E. allerdings zu früh zu sagen, ob das hinhaut. Etwas verzögert steigen jetzt auch in Schweden wieder die Infektionszahlen. Hier ein aktueller Artikel zu Schweden: https://www.swp.de/panorama/corona-schweden-massnahmen-regeln-aktuell-infektionszahlen-heute-erkrankung-infektionen-skandinavien-tegnell-virologe-45079758.html

          Hoffen wir, dass das bald alles vorbei ist. Bei der spanischen Grippe gab es übrigens drei Wellen, verteilt über zweieinhalb Jahre. Sollte es bei Corona im nächsten Jahr auch noch eine dritte Welle geben, glaube ich nicht, dass die Menschen dann Maßnahmen noch so leicht mitmachen. Schon alleine deshalb, weil dann wahrscheinlich Viele die Infektion schon gehabt haben werden, voraussichtlich immun sind und sich daher nicht mehr einschränken wollen. (Die Dauer der erlangten Immunität ist wissenschaftlich aber wohl noch immer nicht ganz geklärt). Aber wir werden sehen.

          Ich glaube, Ralf S. hat es ganz gut auf den Punkt gebracht: „Das Problem ist aber, dass man erst hinterher klüger ist.“

  17. Grundsätzlich überzeugt mich dein Kommentar Sandro. Allerdinges ist die Meinung der Virologen zum Teil-Lockdown auch nicht einheitlich. Die ablehnenden Stimmen (u.a. Herr Streek) scheinen bei näherem Hinsehen eher in der Minderheit zu sein. Insofern möchte bei diesen Entscheidungen nicht mit den Politikern tauschen. Ich bin zwar auch skeptisch ob der Teil-Lockdown das richtige Mittel ist. Das Problem ist aber, dass man erst hinterher klüger ist.

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