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Depotalarm: Welcome back, Reckitt Benckiser!

25. September 2017 - Raimund Brichta in Allgemein | 9 Kommentare

Heute haben wir unseren ehemaligen Depotwert Reckitt Benckiser zurück ins Team geholt. Wir haben ihn zunächst mit einer halben Position von ca. 2.500 EUR eingebucht.

An der langfristigen Qualifikation von Reckitt Benckiser als wahrer Wert hat sich nichts geändert. Negative Faktoren wie der Verbraucherboykott in Südkorea gegen Reckitt-Produkte oder der jüngste Abgang wichtiger Manager sollten bereits im Kurs enthalten sein. Die Reckitt-Aktie hat deshalb eine Korrektur hinter sich, die wir nun als nahezu bendet ansehen.

Anlass für diese Vermutung bietet uns  wieder einmal die Charttechnik (zum Vergrößern anklicken):

Im Rahmen der jüngsten Korrektur hat der Kurs an der Heimatbörse London nun einen sehr langfristigen Aufwärtstrend erreicht, auf dessen Bestand wir setzen. Da die Zielerreichung aber ganz frisch ist und sich noch keine Bodenbildung erkennen lässt, haben wir nur den halben Einsatz gewählt. Sobald eine Bodenbildung erkennbar und der Test des Trends als erfolgreich anzusehen sein sollte, wollen wir die zweite Hälfte investieren.

Ein wichtiger Aspekt ist noch das unterschiedliche Chartbild der Aktie in Pfund (siehe oben) im Vergleich zum Chart in unserer Heimatwährung  Euro:

Hier gibt es denselben langfristigen Trend wie in London nicht, und aufgrund der Pfundschwäche hat sich in den letzten Jahren auch nur eine seitwärts gerichtete Handelsspanne ausgebildet. Der Kurs bewegt sich allerdings auch in Euro jetzt in einer interessanten Zone, nämlich in der Nähe des unteren Endes dieser Spanne, so dass auch in Euro die nächste größere Bewegung nach oben erfolgen sollte. Auch in Euro erscheint die Aktie also derzeit interessant.

 

Währung sichern?

Tatsache ist jedoch, dass uns langfristig der Chart in Pfund besser gefällt als der in Euro, weshalb wir überlegen, bei Reckitt früher oder später eine Währungssicherung einzuziehen, die uns an der Entwicklung in Pfund teilhaben lässt (abzüglich der Sicherungskosten).  Wir sind gerade dabei, eine Möglichkeit auszuarbeiten, die uns dies zu sehr geringen Kosten ermöglichen würde. Noch sind wir aber nicht so weit, so dass wir zunächst das Währungsrisiko eingehen. Sobald wir in dieser Sache weitergekommen sind, werden wir uns dazu wieder zu Wort melden. Stay tuned!

 

P.S.

Unser Kaufkurs (inkl. Transaktionskosten) lag bei 68,52 £, was umgerechnet 77,98 € entspricht.

9 Kommentare

  1. In der Tat ist der Langfrist-Chart von RB beeindruckend, ich denke, dass auch die Wiederaufnahme ins Wahre-Werte-Depot (rein charttechnisch) in Ordnung geht.
    Was bei RB nicht so gut schmeckt, sind die Finanz-Kennziffern, als da wären die Ek-Quote (2017) von rd. 31,4%, mehr noch allerdings die Relation zwischen Nettofinanzverbindlichkeiten und EBITDA. Diese beläuft sich doch auf die stattliche Zahl von 3,3 und beschreibt die momentantan enorme Verschuldung des Unternehmens aufgrund der Übernahme von Mead Johnson Nutrition. Insofern ist die Aktie anfällig für Änderungen im Zinsumfeld. Zu guter Letzt hat das Unternehmen im operativen Bereich mit bedeutenden Abgängen aus dem Vorstand sowie den Folgen einer Cyberattacke zu kämpfen. Hoffen wir auf die Effizienz der Finanzmärkte, die all dies bereits als im Kurs eskomptiert ansieht!

  2. Den massiven Abgang im Vorstand kann ich überhaupt nicht interpretieren. Allerdings halte ich grundsätzlich die meisten Vorstände für überflüssig. Mein Liebling ist Ackermann. Ich glaube, der hat nie kapiert, was eigentlich passiert, aber lustig über Renditeziele gequatscht. Reuters war auch so ein Parade Vorstand. Ich denke Vorstände haben eher was mit Machtfragen zu tun als mit Können. Es gibt nur wenige Ausnahmen und die heißen dann eher Steve Jobs.

    • Deshalb hat Warren Buffett gesagt, er investiere nur in Unternehmen, die auch von einem Idioten geführt werden könnten. Denn früher oder später werde genau das passieren 😉

  3. Ich kann mich mit Reckit einfach nicht anfreunden. Die Produkte sind gut aber die Werbung läßt mir die Haare zu Berg stehen. Vielleicht lasse ich mich da persönlichen Gefühlen zu Seher leiten.
    Gefühlsmäßig hätte ich eher jetzt nochmals bei Hormel nachgelegt weil sie bei einem 52w tief angekommen sind.
    Ebenso interessant ist Osram. Deutsche Technologie mit Zukunftspotential und EK>50% und aktuellem Rücksetzter. Wenn es unbedingt FMCG sein soll dann würde ich eher Richtung Smuckers oder General Mills blicken. Die gehen wohl allesamt durch schwierige Zeiten (umorientieren Richtung Bio und Gesundheit) bieten aber aktuell gute Einstiegsmöglichkeiten.

    Ich staune weiterhin über den hohen Cashbestand. Glauben sie weiterhin dass sich da noch ein paar turbulente anbahnen?

    • Das WWD hat grundsätzlich einen höheren Kassenbestand als andere. Dies ist ja ein Element unserer Sicherheitsstrategie. Allerdings werden wir die Kasse weiter reduzieren, sobald sich Gelegenheiten auftun. Generell gab es dieses Jahr überhaupt noch keine Aktienmarktkorrektur in den USA. Das saisonale Zeitfenster dafür ist noch bis Mitte/Ende Oktober offen. Wait and see …

      Hormel stocken wir nicht auf, weil wir bei dieser Aktie schon mit voller Position dabei sind. Über General Mills haben wir diskutiert, einen Einstieg aber verworfen, weil das Tätigkeitsfeld zu ähnlich zu Hormel und anderen Depotwerten ist. Außerdem ist die EK-Quote sehr mickrig.

      • USA: Angeblich sogar 318(!) Handelstage ohne mind. -5% Rücksetzer vom ATH beim s&p. Seit Februar 2016 Irrsinn im ².

  4. ich kann dem nur zustimmen was herr brichta schreibt

  5. Ich möchte ein paar Dinge erwähnen:
    Aktuell haben die Verkäufe nichts gebracht.
    Ich bin immer noch ein Chartgegner.
    Was halten wir nun von buy in june ?
    War meine Theorie, sollte sagen, dass es eine Spätsommerrally geben kann. Ich halte von der Theorie selber nicht viel. Ich will nur sagen, dass es keine Regeln gibt.

    Um meine Abgrenzung zu erklären. Charts egal, alle Regeln egal, es gilt nur, was man kauft. Alles andere ist Glück.

    Das Schöne am Markt: Alle sind draussen und wir warten auf die Korrektur. Nur was, wenn der Markt steigt?

    • Die Sache ist doch ganz einfach:

      1. Wir haben ja nicht alles verkauft, sondern nur etwas Risiko aus dem Depot genommen.

      2. Bei Werten, die ihre Korrektur schon hinter sich hatten, haben wir sogar neue Positionen aufgebaut, siehe L’Oreal und Reckitt Benckiser. Einen Teil des Depots haben wir damit nur umgeschichtet.

      3. Weitere Liquidität werden wir vermutlich noch im Herbst investieren.

      Da wir eh keine maximale Rendite anstreben, sondern unseren Fokus auf Risikobegrenzung legen, ist also alles im grünen Bereich, oder?

      Das einzige, was mich stört, ist, dass der Depot-Rücksetzer wegen des Dollarkurs-Rückgangs im Sommer stärker als nötig ausfiel. Deshalb denken wir weiter darüber nach, eventuell doch die eine oder andere Währungssicherung einzuziehen. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Stay tuned!

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