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Das kleine Zinswendchen

25. November 2019 - Raimund Brichta in Allgemein | 27 Kommentare

Im neuen Ballwechsel des hier begonnenen Freundschaftsmatches zwischen dem Börsenbriefherausgeber Daniel Bernecker und mir geht es um die Frage: Zinswende oder Zinswendchen?

 

Zunächst hat Daniel Bernecker wieder den Aufschlag:

Hallo Herr Brichta,

seit gut 14 Tagen sehen wir, dass die Renditen am langen Zinsende steigen. sowohl im Euro als auch im Dollar. Darin spiegelt sich die anfängliche Skepsis des Marktes bzgl. der Fortsetzung der lockeren Geldpolitik und natürlich auch die Erwartung einer Stabilisierung der konjunkturellen Dynamik inkl. Zoll Streits, Brexit etc. wider. Der offene Streit innerhalb der EZB samt Forderungen verschiedener Ratsmitglieder künftig Entscheidungen per Mehrheitsbeschluss herbeizuführen, hat am Markt die Erwartung geweckt, dass a) die QE-Programme nicht endlos weiterlaufen und b) eine enge Auslegung des EZB-Mandats Vorrang hat. Ähnliche Einschränkungen hörte man auch von Powell in den USA. Das hat zur Folge:

Je stärker die langlaufenden Renditen nun steigen, desto wirkungsloser wird die Zinspolitik der niedrigen Zinsen. Das lange Zinsende gibt immer den Trend vor. Je steiler nun die Zinskurve wird, desto stärker erhöht sich der Druck auf die Notenbanken hier am kurzen Ende nachzuziehen. An diesem Punkt werden wir im Frühjahr 2020 wohl ankommen, wenn die Renditen-Knetmasse auf dem Niveau von 2017 notieren. Steigt in der Zwischenzeit die Inflation, wie diese Woche in den USA gesehen, beschleunigt sich der Prozess.  Die Mechanik des Marktes funktioniert wieder und in allen Notenbanken gibt es Vertreter, die dies auch begrüßen. Nun stellt sich die Frage:

Reichen 20 Mrd. Euro pro Monat aus, um den Rendite-Anstieg aller Euro-Staatsanleihen zu bremsen oder sogar zu drehen? Mit Sicherheit nicht. Dazu müsste vielleicht eine neue Ausnahmesituation wie bei Lehmann eintreten. Das bezweifle ich. Im Gegenteil:

Selbst die  umstrittenen Target-Salden sind letzte Woche deutlich um 48 Mrd. Euro gefallen. Zum ersten Mal legen deutsche Banken ihre Überschussliquidität wieder bei italienischen Banken an, um die neg. Zinsen bei der EZB zu vermeiden. Damit kommt der Interbanken-Handel, der nach der Finanzkrise zusammenbrach und den die EZB de facto ersetzt, wieder in Gang. Das ist bemerkenswert und zeigt ebenfalls wieder eine Normalisierung. Ich rechne damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. Kurzum:

Die Märkte beantworten schon die Fragen, die wir noch  diskutieren und stellen dabei wieder ein Gleichgewicht her, das verloren gegangen war. Die Effekte werden sich sowohl in der Dynamik der Volkswirtschaften, der Unternehmen und vor allem der Banken bemerkbar machen. Daher kommt es zu einer Verschiebungen des Kräfteverhältnisses von den Notenbanken und Politik hin zum Anleihemarkt. Ich gehe auf dieses Thema in der letzten und gestrigen  Ausgabe ein. Es bietet sehr viel positive Perspektive und stabilisiert das Finanzsystem.

 

Raimund Brichta:

Lieber Herr Bernecker,
ich sehe Ihre Ausführungen hauptsächlich im Zusammenhang damit, dass Sie einen wöchentlichen Börsendienst schreiben und deshalb Marktbewegungen mit spannenden Storys unterlegen müssen.

Ja, die Renditen steigen und sie könnten weiter zulegen. Auch wenn das noch lange keine ausgemachte Sache ist. Charttechnisch zum Beispiel sieht die jüngste Erholung der 10-jährigen US-Rendite eher wie eine trendbestätigende Zwischenerholung aus. Eine solche würde es nahe legen, dass die Tiefststände vom September erneut getestet werden.

Dieser Chart aus dem neuen Wellenreiter zeigt das (zum Vergrößern anklicken):


Quelle: Wellenreiter-Invest vom 25.11.2019

Aber Charts sind nicht alles. Warten wir also ab.

Bis jetzt ist das Ganze auf jeden Fall nicht mehr als eine normale Gegenbewegung auf den vorangegangenen Renditeverfall. Auch über diese Gegenbewegung hinaus gilt: Kurse und Renditen schwanken nun mal. Warum sollte also nach einem längeren Rendite-Rückgang (seit Herbst 2018) nicht einfach ein längerer Rendite-Anstieg bevorstehen? Ähnlich wie zwischen Mitte 2016 und Ende 2018. Der ging über mehr als 2 Jahre, bis die 10jährige US-Rendite vor einem Jahr bei 3% toppte. Ähnliches erleben wir also ständig, und deshalb wäre es nichts Besonderes.

Normal ist auch, dass solche Bewegungen mit den passenden Storys unterfüttert werden – man braucht ja schließlich Argumente, um in die eine oder andere Richtung zu handeln. Für Trader und Börsenbriefleser mag das auch durchaus interessant sein. Mir geht es aber um das große Bild. Und das zeigt: Eine fundamentale Zinswende mit einem nachhaltigen Zinsanstieg – über die in den vergangenen Jahren gesehenen Schwankungen und Zeiträume hinaus – ist nicht möglich, solange das System nicht bereinigt ist.

Damit sind wir wieder beim eigentlichen Kern der Diskussion: Powell, Draghi, Lagarde, Weidmann und Co mögen sich zwar für ihre jeweiligen Augenblicke als Schlagzeilengeber eignen, an den wirklich langfristigen Entwicklungen können diese Herrschaften allerdings auch nichts ändern.

Sie, lieber Herr Bernecker, begehen diesmal zwar nicht einen Fehler aus der Vergangenheit und rufen wieder eine „Zinswende“ aus (soweit ich mich erinnere, hatten die Bernecker-Briefe eine solche 2015 propagiert). Aber Ihre Zeilen lassen zumindest den Schluss zu, dass Sie nun etwas ähnliches wie eine Zinswende erwarten, auch wenn Sie es noch nicht so nennen. Ein „Zinswendchen“ wie 2016 schließe auch ich nicht aus, da wären wir uns einig. Mehr ist aber auch diesmal nicht drin.

Zum Schluss noch ein Wort zu den von Ihnen erwähnten Target-Salden. Für Laien: Das sind zinslose Überziehungskredite, die zum Beispiel die Deutsche Bundesbank anderen Notenbanken gibt, die ebenfalls dem EZB-System angehören. Im Fokus stehen dabei besonders die Kredite der Bundesbank an die italienischen Notenbank. Sie waren dieses Jahr kräftig gestiegen, zuletzt aber – wie Sie erwähnen – wieder etwas zurückgegangen. Daraus jedoch bereits eine „Normalisierung“ abzuleiten, halte ich für verfrüht.

Einen wesentlichen Grund für den Rückgang hatte nämlich die EZB selbst geliefert: Sie hatte zuletzt die Freibeträge erhöht, innerhalb derer die Geschäftsbanken keine Strafzinsen für Einlagen bei der EZB zahlen müssen. Und da z.B. italienische Geschäftsbanken diese Freibeträge bei weitem nicht ausschöpften, war es für deutsche Banken plötzlich attraktiv, Einlagen nach Italien zu verlagern. Damit konnten Strafzinsen umgangen werden. Es handelt sich also hauptsächlich um einen Sondereffekt, der noch nicht mit einer Normalisierung gleichgesetzt werden sollte. Würde sich die Lage in der italienischen Bankenbranche wieder verschärfen, dürfte sich auch dieser Effekt wieder umkehren.

Herzlicher Gruß
Raimund Brichta

27 Kommentare

  1. Hochinteressant…danke. Evtl. liegt ja gar kein gravierender Meinungsunterschied mehr vor, wenn man die Begriffe „Zinswende Zinswendchen“ konkreter definiert. Also, kann sich Herr Bernecker einen durch die Kraft des Marktes verursachten durchschnittlichen Zinsanstieg in der Eurozone auf sagen wir mal 4 v. H. vorstellen (Italien dann 6 v. H. ?)

  2. Die Wende war doch eh vor 30 Jahren. Wenn wir ein erneutes 1923 sehen werden würden, also im Jahr 2023 z.B. wenn plötzlich der Euro an einem Tag nichts mehr wert ist – ja dann könnten neue Zinsen kommen. Aber soweit isses ja noch nicht XD
    Erstmal muss der Euro wieder unter den Wert 1:1 zum US$ fallen bevor man sich ernsthafte Sorgen machen müsste.

  3. 1000 % NICHT !!! Nicht vor der nächsten Währung !!! 🤨😉😂🤣 ENTEIGNUNG geht hochgradig weiter, ist doch logisch 😉

  4. Ein Wassergraben um den Bundestag, entsteht nicht nur zur Volksbelustigung 🤨😉😂🤣 Abwarten ☹️ Von Wegen, keiner kennt die Zeit noch die Stunde …. 🤨☹️😂🤣😂

    • Vielen Dank für den interessanten Beitrag.

      Selbst wenn die langfristigen Renditen wieder etwas ansteigen sollten, ist m. E. der Anlagenotstand bei Banken, Versicherungen, Pensionskassen etc. derartig hoch, dass diese mit „großer Freude“ wieder Bonds mit „attraktiveren“ Renditen ins Portfolio aufnehmen. Dies treibt die Kurse der Bonds und drückt demnach die Rendite. Es ist einfach so viel Liquidität vorhanden, die in sichere Anlagen investiert werden muss. Angefangen bei den Banken durch die Regularien der Aufsicht hin zu den Versicherungen mit bestimmten Anlagevorschriften z.B. für die LVs.
      Dann kommt zusätzlich noch der Faktor „QE“ hinzu. Auch wenn es „nur“ 20 Mrd. Euro sind, die pro Monat als zusätzliche Liquidität in den Markt gespült werden, hat es m. E. schon einen psychologischen Effekt für die Märkte. Die Notenbanken halten das Zinsniveau niedrig.

      Deshalb bin ich Ihrer Meinung Herr Brichta, das Zinsniveau mag schwankungsbedingt leicht ansteigen und wieder fallen – langfristig wird sich am Niedrigzinsumfeld allerdings nichts ändern.

      So ändert sich für mich als Anleger vorerst nichts und ich erwarte ein weiterhin günstiges Aktienmarktumfeld.

      • Sie sprechen damit den wesentlichen Faktor an, der hinter meiner Einschätzung zum Langfrist-Niedrigzins steht: Es sind nämlich nicht die Notenbanken, die diesen verursachen, sondern es sind die riesigen Bestände an Geldvermögen (und an diesen spiegelbildlich gegenüberstehenden Schulden). Diese lassen sich aber nur in einem Systemcrash mit anschließenden Neustart abbauen. Folglich bleiben due Zinsen bis zum Systemcrash niedrig. Ist doch alles ganz einfach, oder?

  5. Raimund, darf ich dich nach deiner Meinung zu diesen beiden Aussagen fragen?

    „Das ‚der Staat kann sich die Freiheit nehmen und alle Aktien aus Depots wegnehmen’ geht heutzutage so einfach wie nie zuvor. Aktien befinden sich in der Giroverwahrsammelstelle. Man hat den besten Überblick und kann jederzeit rasieren. Die physischen Goldlagerstellen hingegen sind unterirdisch. Da kommt so einfach keiner ran, weil unbekannt“…

    Und:

    „Nicht einmal die Bankguthaben auf der Bank sind richtiges Geld. Werden im Crash zu Aktien umgewandelt und gehen in die Insolvenzmasse. Entsprechende Gesetze wurden verabschiedet.“

    Was hältst du davon?
    Danke!

    • 1. Ich hatte schon in meinem Podcast mit Jens Kregeloh darüber gesprochen, dass man gaaaaaanz langfristig selbst eine Enteignung der Aktionäre nicht vollkommen ausschließen sollte. Diese Gefahr erwüchse aber erst in einem anderen Gesellschaftssystem mit anderen Eigentumsnormen. Soll heißen, auf absehbare Zeit sehe ich die Gefahr nicht. Auch hier würde ich mich mindestens auf das nächste Jahrzehnt festlegen. Und auch danach ist so etwas derzeit überhaupt nicht absehbar.

      Deshalb sollte man diese Möglichkeit allenfalls entfernt im Hinterkopf behalten – und erst dann wieder hervorholen, wenn sich eine solche Gesellschafts-Revolution abzeichnen sollte. Dann allerdings käme es weniger darauf an, wie leicht man solche Aktien aus dem Depot ausbuchen könnte, worauf der Statementgeber offenbar abstellt. Wenn ein Staat tatsächlich enteignen wollen würde, würde er das umsetzen – egal wo und in welcher Form man seine Aktien aufbewahrt würde.

      Bis dahin sehe ich die Aktien als Anlageform sogar im Vorteil: Bei aller möglichen finanziellen Repression könnte diese Anlageform am ehesten verschont bleiben, weil der Staat

      a) darauf angewiesen ist, dass Unternehmen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen

      und weil er

      b) die Aktie braucht, um das wackelige System der Altersvorsorge einigermaßen zu stabilisieren.

      Im Rahmen der möglichen finanziellen Repression wäre sogar eher der Goldbesitz gefährdet. Ein Goldbesitzverbot erscheint mir im gegenwärtigen Regierungssystem im Extremfall wahrscheinlicher als ein Aktienbesitzverbot.

      2. Was „richtiges“ Geld ist, darüber lassen sich ganze Bücher schreiben. Bankguthaben sind auf jeden Fall kein Geld, das die Zentralbank ausgibt. Sie sind aber Geld, das die jeweilige Bank ausgibt. Dessen Werthaltigkeit hängt natürlich davon ab, ob die betreffende Bank zahlungsfähig bleibt.

      Sollte die Bank pleitegehen, sind Einlagen über die staatlich gesicherten 100.000 € hinaus tatsächlich fraglich. Es gibt darüber hinaus zwar noch spezielle Einlagensicherungen der Banken, also etwa der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der privaten Banken. Fraglich ist aber, wie tragfähig diese sind, wenn mehrere Banken gleichzeitig pleitegehen sollten.

      In solchen absoluten Krisenfällen sind Bankeinlagen größer 100.000 € also alles andere als sicher. Ob sie dann zunächst in Aktien umgewandelt oder in einem Insolvenzverfahren gleich zusammengestrichen würden, bliebe abzuwarten.

      • Danke für deine Antwort, Raimund! Leider drehen die Untergangspropheten alles so, wie es denen passt. Daher war mir deine Meinung dazu wichtig. Ich kenne mich zwar ganz gut mit Börsenanalysen aus, aber weniger mit solchen Themen. Aber ich teile weiterhin deine langfristige Ansicht. Es wird viele auf dem falschen Fuß erwischen, glaube ich. Ich weiß, dass die Untergangspropheten denken, dass wir diejenigen sein werden und sehen uns als Kontraindikatoren. Aber ob das tatsächlich so sein wird??? Denn in den letzten 12 Monaten haben einige deine Aussagen ebenfalls als Kontraindikator gewertet und ich würde sagen, dass es mächtig in die Hose ging…

  6. Sehr geehrter Herr Brichta,

    es gibt das Umtauschangebot Danaher Corporation in
    in Envista Holdings einzutauschen. Was halten Sie davon?
    Habe bisher keinen Kommentar hierzu gefunden oder einen
    Depotalarm erhalten. Oder hab etwas übersehen?
    Danke für eine Antwort!

    MfG Klaus

    • Danaher will sich vom verbliebenen Anteil von 80,6% am Dentalprodukte-Anbieter Envista Holdings trennen. (Envista wurde im September an die Börse gebracht.)

      Deshalb bietet Danaher seinen Aktionären an, ihre Danaher-Aktien gegen Envista-Aktien zu einem 7-prozentigen Rabatt einzutauschen.

      Ich bin doch nicht blöd. Ich würde keine einzige Danaher-Aktie gegen eine Aktie tauschen, die Danaher nicht mehr haben will.

      • Vielen Dank Herr Brichta für Ihre klare Antwort!

      • Mal so erwähnt. MC Donald’s hat sich mal von Chipotle getrennt und das war richtig blöd. Also große Unternehmen machen richtig blöde Sachen. MC Donald’s will auch Burger King kopieren, finde ich auch blöde. Ich unterschreibe nicht den Satz, dass Big Player wissen, was sie tun. Digital Research war Mitte der 80iger Marktführer bei Betriebssystemen und hatte keine Mitarbeiter frei, um ein Betriebssystem für den neuen 286 er von IBM zu programmieren. Das war die Geburt von Microsoft. Sie brauchten genau 2 Mitarbeiter. Kennt noch jemand Digital Research oder DR DOS ? Seit Mitte der 90iger weg. Wenn jemand meint, Big Players wissen, was sie tun, sollten mal nach den größten Flaschen im Nadelstreifenanzug suchen und ich nenne mal die Namen Reuter oder Schrempp, beide Daimler.

        • Mal so erwähnt: Wir haben Danaher im Depot, weil wir es schätzen, einen Anteil an einer breit streuenden Beteiligungegesellschaft zu haben. Da wären wir doch blöd, wenn wir diesen Anteil in eine einzige, nicht streuende Dentalfirma tauschten.

  7. In diesem Fall bin ich diesmal bei Ihnen. Wir werden noch Negativzinsen um die 3% sehen in der Eurozone bei Eurokursen unter Parität zum USD. Wenn diese Zeiten ran sind wird der Euro nicht mehr lange zu halten sein.

  8. Spannende Kommentare, sehr interessant. So sah das mit der Geldaufnahme am Rentenmarkt 1923 aus:

  9. Stockt der Ballwechsel im Freundschaftsspiel? Aufschlag Bernecker- Rückschlag Brichta…das war’s noch nicht oder?

    • Wir haben uns bewusst keine Fristen gesetzt, weil wir ja beide auch anderweitig noch gut beschäftigt sind 😉

  10. Schön, da besteht ja noch Hoffnung. Finde die Diskussion sehr interessant. Neige zwar der Ansicht Zinswendchen zu, bin aber an begründet abweichenden Meinungen sehr interessiert. Danke dafür…

    • Genauso geht es mir. Das ist sogar der Hauptgrund dafür, warum ich das Freundschaftsmatch mit Daniel Bernecker begonnen habe. Ich halte es für dringend erforderlich, meine eigenen Einschätzungen stets auf ihre Konsistenz und Stichhaltigkeit zu überprüfen. Das kann man aber nur, wenn man sie stets mit konträren Einschätzungen abgleicht. Die Kommunikation mit Ja-Sagern und Zustimmern mag zwar angenehmer sein, aber nur durch Kritik und inhaltliche Auseinandersetzung kommt man weiter.

  11. 2023 ist Ende EZB-Gelände.
    Marc Friedrich vs. Marcel Fartzscher bei ZDF-Illner’s Quassel-Bude.

    Da gefällt mir die Art von Hr. Brichtas dezenten Geldmarkt-Prognosen und Zusammenbruchs-Szenarien wesentlich besser.

    • Und im Jahr 2023 wird das Jahr 2026 als Ende-Gelände-Jahr ausgerufen 😂

  12. Sehr geehrter Herr Brichta,

    wenn die Logik für dauerhaft niedrige Zinsen so klar und zwingend ist, muss man sich fragen, warum die Notenbanken in den letzten Tagen und Wochen Ihre Botschaft immer wieder wiederholen und inzwischen sogar die Märkte darauf vorbereiten, dass die Zusammensetzung der Inflationszahlen geändert werden. Ähnlich bemerkenswert finde ich den „strategic Review“, den die EZB nun anstrebt. Wäre doch eigentlich nach den Zinssenkungen und der Wiederaufnahme der QE-Programme gar nicht nötig. Oder vielleicht doch?

    Der entscheidende Faktor ist China. Seit Sommer weisen die Chinesen eine neg. Kapitalbilanz aus. Das heißt mehr Kapital fließt raus als rein. Nach der Erfahrung von 2016 interveniert die Bank of China nicht, weil dadurch die Währungsreserven weiter aufgebraucht werden. Seit dem Sommer ist die Bank of China auch zum ersten Mal Nettoverkäufer von US-Treasuries. Die Japaner übrigens auch. Beide halten die größten Bestände an den US-Anleihen. Diese werden sie nicht verkaufen, aber auch nicht mehr ausbauen. In den letzten 12 Monaten wechselte der Mittelzufluss aus China in US-Treasuries von +70 Mrd. in -80 Mrd. Dollar. Der Trend wird sich steigern.

    Gleichzeitig hat China ein sehr großes Haushaltsdefizit von ca. 1,5 Bill. Dollar pro Jahr, was bis letzte Woche kaum bekannt war und mich ehrlich gesagt schockte. Das ist 50% mehr als die USA! Um das zu finanzieren, drängen sie mit höheren Zinsen an den Anleihenmarkt. Interessanterweise mit Euro- und Dollar-Emissionen, weil sie Yuan-Anleihen nicht platziert bekommen. 100 Mrd. wurden in den letzten 12 Monaten von internationalen Anlegern investiert. Das ist nur der Vorgeschmack.

    Der Kapitalbedarf Chinas ist riesig und auch nicht überraschend. Er führt aber zu einem „crowding out“, weil die Chinesen mit höheren Zinsen trotz A+ Rating massiv Kapital anziehen und gleichzeitig selber Kapital aus den US- und Euro-Staatsanleihen abziehen. Das ist der Beginn eines langen Trends, den wir so seit dem Ende der 80er Jahre nicht hatten. Aus dieser Ecke kommt die Zinswende.

    Wichtig ist der Punkt über die angebliche Überliquidität der Anleihemärkte. Die ist nur vorhanden, wenn alle im „Risk-On“-Modus sind und schaltet sich abrupt ab, wenn alle auf „Risk-Off“ schalten. Das ist das neue Phänomen seit 2008 und konnte vor 3 Monaten auch im US-Geldmarkt beobachtet werden. Liquidität ist theoretisch da, wird aber nicht immer eingesetzt. Die Regulierung nach den Finanzkrisen haben den Eigenhandel der Banken zu stark begrenzt, sodass die sog. „market-marking-capacity“ stark abgebaut wurde. Dadurch können Märkte abrupt einfrieren. Ich fand es bemerkenswert, dass der Chef der Allianz, die über 980 Mrd. Euro in Anleihen hält, in einem Interview darauf hinwies, dass er darin das größte Risiko für die Märkte sah. Kurzum:

    Der Anleihe-Markt ist solange liquide, wie er aus den Äußerungen der Fed und EZB eine Spekulation auf fallende Zinsen ableitet. Die Kapitalbilanz der Chinesen wird das ändern. Das ist die Zinswende. Sie wird zum Zinsschock, wenn der Markt erkennt, dass das Angebots-Nachfrage-Verhältnis keine niedrigeren Zinsen mehr ermöglicht und die Zinskurve entgegen der Bemühungen der Notenbanken steiler werden. Dann friert der Markt wie 2008/9 in den USA und 2011/12 in Europa ein. Sechs Monate vor Griechenland hielten alle den europäischen Markt für Staatsanleihen für extrem liquide. Was daraus sechs Monate später wurde, konnte man sehen.

    China ist nicht Griechenland, aber das Prinzip ist das Gleiche. Es geht um Finanzierung und vor allem um Refinanzierung. Ich habe die Daten in meiner letzten Ausgabe zusammengefasst. Ich denke die Fed und EZB erkennen die Wechselwirkung und tun alles, um den Markt in Sicherheit zu wiegen.

    Wie die Aktienmärkte auf so einen Zinsschock reagieren, brauche ich wohl nicht zu erklären. Die USA und Europäer sind so an das Umfeld der niedrigen Zinsen gewohnt, dass sie das Thema nicht wahrnehmen. Im Gegenteil, sie wollen ihre Verschuldung massiv erhöhen, um die Konjunktur, Klima etc. zu retten. An von der Leyens 3 Billionen fürs Klima werden wir uns in drei Jahren rückblickend genauso erinnern, wie an den Chef von Citigroup (Prince), der im Sommer 2007 noch 50 Mrd. Dollar Gewinn für Citi prognostizierte und mit dem Zitat berühmt wurde „as long as the musik plays, we‘ll dance“. 12 Monate später war er gefeuert und Citi de facto pleite.

    Gruß,
    Daniel A. Bernecker

    • Hallo Herr Bernecker,

      ein ganz großes Dankeschön an Ihr Posting mit – für mich und sicherlich viele andere Leser auch – viele neue Informationen.

      „Gleichzeitig hat China ein sehr großes Haushaltsdefizit von ca. 1,5 Bill. Dollar pro Jahr, was bis letzte Woche kaum bekannt war und mich ehrlich gesagt schockte. “

      Bisher hielt auch ich China für stabil. Allerdings weißt bspw. Dirk Müller auf die massive Überschuldung Chinas hin.

      Der Machtkampf zwischen China und den USA bzw „angehängten Westen“ überlagert alles, inklusive der Wirtschaft. Neuestes Beispiel: Die NATO erklärt China offiziell zur Bedrohung. Die Trump-Administration arbeitet daran, der chinesischen Wirtschaft den Stecker zu ziehen. Nur so können sie die US-Vorherrschaft erhalten. Blöd sind die US-ThinkTanks nicht, auch wenn Trump in den Medien als Vollidiot dargestellt wird, der Alleingänge durchziehen würde. Trump muss mächtige Unterstützer im Hintergrund haben.

      Ich denke, es ist für uns alle vorteilhaft wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen.

      – Interessant ist, dass trotz Gelddruckerei die Märkte seitwärts tendieren.
      – Gold springt wieder an.
      – Bridgewater hat sich gegen sinkende Notierungen abgesichert, beschwichtigt aber nach außen hin.
      – kürzlich haben viele Medien die Jahresendralley beschworen (regelmäßig wiederkehrender Kontraindikator)

      • Vor meinem Return (der kommt bestimmt) zum neuen Bernecker-Aufschlag regt mich Dein Posting zu folgender kurzer Anmerkung an: Wir sollten dringend unterscheiden zwischen den von Dir genannten Faktoren (Märkte aktuell seitwärts / Gold springt wieder an / Bridgewater / Jahresendrally-Gefasel) und der von mir beschriebenen langfristigen Zinsentwicklung. Du beschreibst lediglich Hinweise zu möglicherweise bevorstehenden Kursschwankungen am Aktienmarkt. Die gibt es immer, und die hat es auch in den vergangenen Jahren zur Genüge gegeben (2011, 2015/16 und 2018) – trotz des vorherrschenden Zinstrends. Mir ist diese Unterscheidung wichtig, damit sich alle Beteiligten bewusst sind, worüber sie gerade diskutieren.

    • Hallo Herr Bernecker, hier kommt nun mein Return. Ich freue mich auf ein weiterhin spannendes Match 🙂

      Sie schreiben …

      „wenn die Logik für dauerhaft niedrige Zinsen so klar und zwingend ist, muss man sich fragen, warum die Notenbanken in den letzten Tagen und Wochen Ihre Botschaft immer wieder wiederholen und inzwischen sogar die Märkte darauf vorbereiten, dass die Zusammensetzung der Inflationszahlen geändert werden.“

      Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die statistische Zusammensetzung der Inflationszahlen wird immer mal wieder geändert. Das ist statistisches Geplänkel und hat keine Auswirkungen auf den langfristigen Zinstrend. Würde man in die Inflationszahlen z. B. die Häuserpreise einbeziehen (was in einigen Ländern schon geschieht), könnte man die offiziellen Inflationsraten sogar näher an die 2% heranbringen und müsste sich als EZB nicht dauernd mit dem Vorwurf herumschlagen, das selbst gesteckte Inflationsziel so eklatant nach unten zu verfehlen.

      Nebenbei: So ein Inflationsziel ist ohnhin großer Quatsch, weil die EZB damit vorgibt, etwas zu können, wozu sie gar nicht in der Lage ist, nämlich die Inflation unmittelbar zu steuern. Aus diesem Grund hatte die gute alte Bundesbank niemals ein Inflationsziel verkündet, sondern nur ein Geldmengenziel. Und selbst dies hatte sie oft genug verfehlt.

      Weiter schreiben Sie …

      “Ähnlich bemerkenswert finde ich den „strategic Review“, den die EZB nun anstrebt. Wäre doch eigentlich nach den Zinssenkungen und der Wiederaufnahme der QE-Programme gar nicht nötig. Oder vielleicht doch?“

      Mir erschließt sich nicht, warum diese Überprüfung ausgerechnet als Indiz für steigende Zinsen gewertet werden sollte. Man könnte sie genauso gut als Indiz für weiterhin niedrige Zinsen werten.

      Denn erstens wurde die Prüfung bereits von Draghi angestoßen. Nun ist Lagarde an Bord, die die Aufgabe hat, die EZB-Politik besser zu kommunizieren als ihr Vorgänger. Dazu passt ein Review doch hervorragend, oder? Und zweitens kann ein Review alles Mögliche zum Ergebnis haben. Zum Beispiel auch, dass man ein künftiges Überschießen der Inflationsrate über das 2%-Ziel hinaus tolerieren könnte, OHNE gleich die Zinsen anzuheben. Selbiges wurde schon vorgeschlagen und würde alles andere als eine Zinserhöhung signalisieren.

      Eine anderes mögliches Review-Ergebnis wäre: Die EZB beteiligt sich an einem neuen europäischen Green Deal. Gelddrucken fürs Klima also 😉 Lagarde und von der Leyen, die beiden neuen „starken“ Frauen in Europa, haben Ähnliches bereits angedeutet. Eine Zinswende hätte auch dies nicht zur Folge.

      Und zu China:

      1. Ausgerechnet der Trend, den Sie für die letzten 12 Monate in puncto China/US-Staatsanleihen beschreiben (nämlich von +70 auf -80 Mrd$), wurde begleitet von einem ZINSVERFALL! Die 10jährige US-Rendite brach von 3% auf 1,5% bis September ein – das war eine glatte Halbierung. Wieso sollte dieser Trend erst jetzt, im Nachhinein für eine Zinswende sorgen, wenn er für das Gegenteil sorgte, während er sich entfaltet hat? Und das, obwohl doch die Märkte alles vorweg nehmen?

      2. Haushaltsdefizit

      Ihnen mag das chinesische Haushaltsdefizit vielleicht nicht bekannt gewesen sein, dem Rest der Welt dagegen schon 😉 In den vergangenen 20 Jahren hatte China regelmäßig Haushaltsdefizite, nur einmal nicht im Jahr 2007. Schon seit 7 Jahren weist das Defizit sogar steigende Tendenz auf – ohne dass es die Weltzinsen nach oben befördert hätte. Offiziell peilt Peking in diesem Jahr ein Defizit von 2,8 % des BIP an gegenüber 2,6 % im vergangenen Jahr. Nun wissen wir alle, dass den offiziellen chinesischen Zahlen nicht zu trauen ist, und so dürfte die Wahrheit bei gut 4% liegen. Aber auch dies ist kein Geheimnis und hinreichend bekannt.

      Überdies ist China in wesentlichem Umfang auch Anleihe-Gläubiger – worauf Sie selbst hinweisen – mit einem hohen Bestand an US-Staatsanleihen. Genauso übrigens wie Japan, dessen Staatsschulden schon 238% (!) des BIP betragen. Und dennoch sind die Zinsen in Japan schon seit Jahrzehnten im Abwärtstrend. Zum Vergleich: Die chinesischen Staatsschulden erreichen erst 50% des BIP.

      Und wenn Sie schreiben, dass 100 Mrd in den letzten 12 Monaten von internationalen Anlegern in China-Anleihen investiert worden seien: In 10 dieser 12 Monate haben sich die US-Zinsen halbiert (siehe oben) – trotz des vermeintlichen chinesischen Kapitalhungers in dieser Zeit. Alles in Allem scheint der chinesische Einfluss auf das Zinsniveau in Europa und den USA viel begrenzter zu sein, als Sie es unterstellen.

      Und abgesehen davon: Einen Zinsschock, wie Sie ihn erwarten, würde unser System ohnehin nicht mehr vertragen. Dann würde es nämlich kollabieren. Sie scheinen dagegen davon auszugehen, dass alles so wäre wie früher, als wir beide noch jung waren. Diese Zeiten sind leider vorbei. Denn:

      Wegen der inzwischen hohen Verschuldung kämen bei einem starken Zinsanstieg zahlreiche Schuldner derart in die Bredouille, dass die sich daraus ergebende Krise automatisch wieder zu einem Zinsverfall führen würde. Der Druck auf die Zinsen käme also auf jeden Fall zurück – selbst nach einem starken Zinsanstieg.

      Danach erwähnen Sie die „angebliche Überliquidität der Anleihemärkte“. Von einer solchen habe ich nie gesprochen. Das mögen andere tun, ich tue es nicht. Ich sage nur, dass die Menge an Geldvermögen und Schulden so groß geworden ist, dass dies keine dauerhaft stark steigende Zinsen zulässt.

      Der Zins-Druck geht dabei jedoch von beiden Seiten aus. Nicht nur von der Seite der Anleger, auf die Sie mit Ihrer Liquiditätsbemerkung abstellen, sondern auch von Seiten der Schuldner. Gerade diese ist es, die einen starken Zinsanstieg verhindert. Denn diese Seite würde – wie beschrieben – bei steigenden Zinsen kollabieren und die Anlegerseite mit in den Abgrund reißen. Insofern macht sich der Allianzchef auch zu Recht Sorgen. Aber nicht wegen bloßer Kursverluste seiner Anleihen, die aus Zinssteigerungen resultieren könnten. Sondern wegen möglicher Ausfälle und Pleiten in seinem Portfolio, die solchen Zinssteigerungen folgen würden.

      Anschließend wird Ihre Argumentation vollends unverständlich:

      Sie ziehen ausgerechnet das „Einfrieren“ der Märkte 2008 und 2011 als Beispiele dafür heran, dass die Zinsen stark und nachhaltig steigen dürften. Ist Ihnen entgangen, dass gerade diese Ereignisse das GEGENTEIL bewirkt und per saldo den Trend fallender Zinsen verstärkt haben? Und so wäre es wieder:

      Entweder würde ein Einfrieren a) – wie damals – die Notenbanken auf den Plan rufen. Sie würden Geld aus allen Rohren feuern, um damit das Eingefrorene wieder aufzutauen. Dies ist auch die wahrscheinliche Variante. Gerade die von Ihnen zitierten Vorkommnisse am US-Geldmarkt vor 3 Monaten sollten Ihnen ein Hinweis darauf sein. Schließlich hat Jerome Powell diese Ereignisse als Anlass genommen, seine vorangegangene Irrfahrt der Bilanzschrumpfung nicht nur zu beenden (das hatte er vorher schon getan), sondern sich um 180 Grad zu drehen und die Bilanz wieder auszuweiten, sprich wieder Geld zu spritzen.

      Oder aber die Notenbanken würden b) nichts tun und dem Einfrieren seinen Lauf lassen. Dies ist zwar unwahrscheinlich, würde aber zu der von mir erwähnten deflationären Krise führen, in deren Verlauf Geld und Schuldenmengen vernichtet würden. Auch im Laufe dieser Krise würden die Zinsen also wieder in sich zusammenfallen. Der Unterschied wäre allerdings, dass sie NACH dieser gründlichen Bereinigung wieder steigen könnten. Nur nicht vorher, wie Sie das unterstellen.

      Letztlich gäbe es auch noch eine dritte Variante c): Die Notenbanken würden feuern, aber das Feuern würde nichts bewirken, weil das Vertrauen der Märkte in die Notenbanken und in ihre Fähigkeiten als Retter in der Not verlorengegangen wäre. Auch dieser Zeitpunkt wird kommen und in seinem Anschluss wird sich eine ähnliche deflatorische Krise entwickeln wie in Variante b). Aber dafür ist die Zeit noch lange nicht reif, weil die Notenbanken noch die nötige Feuerkraft haben.

      Wie Sie es also drehen und wenden, lieber Herr Bernecker: Das von Ihnen erwartete „Einfrieren“ der Märkte kann niemals zu einer nachhaltigen Zinswende nach oben führen. Zumindest nicht in jenen Anlagebereichen, die noch als „sicher“ gelten wie die Staatsanleihen der USA, Deutschlands, der Schweiz, Japans und anderer Länder. Ein solches Einfrieren führt dort eher zum Gegenteil: Es verstärkt den Druck nach unten. Erst wenn auch das Vertrauen in die sicheren Häfen schwindet, wird das nicht mehr der Fall sein. Aber dann tritt Szenario c) in Kraft.

      Und was das verstärkte Schuldenmachen à la von der Leyen anbelangt: Es könnte möglicherweise dazu beitragen, den deutschen Anleihezins vorübergehend aus der Minuszone zu holen. Dies wäre allerdings keine nachhaltige „Zinswende“, zumal es aller Voraussicht nach von der EZB in gebührend lockerem Maße begleitet würde (siehe oben).

      Weiter schreiben Sie: „Das ist die Zinswende. Sie wird zum Zinsschock, …“ Jetzt haben Sie sich also doch zu dieser Formulierung hinreißen lassen. Somit kann ich meine Bemerkung zurückziehen, dass Sie diesmal Ihren Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen 😉

      Mit herzlichen Zinswendchen-Grüßen

      Ihr Raimund Brichta

  13. Wenn die Zinswende von China ausgeht wie Sie beschreiben
    dann könnte doch die Notenbanken einspringen und die
    Anleihen aufkaufen und so wird es auch kommen.
    Was mich ein wenig stutzig macht, ich kenne keinen
    der mit steigenden Zinsen rechnet. Jeder rechnet noch Jahre mit dem derzeitigen Zinsniveau. Eigentlich ist doch dann
    antizyklische Handeln angesagt und auf steigene Zinsen zu setzen.

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