Schützt Anlegerschutz Anleger wirklich?
Schon der Begriff irritiert mich: EU-Kleinanlegerstrategie. Warum eigentlich „Kleinanleger“? Menschen, die ihr Geld investieren, Verantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen und sich am Produktivkapital beteiligen wollen, sind für mich nicht „klein“. Sie sind Anleger. Allein diese Begrifflichkeit sagt aus meiner Sicht viel über die Haltung aus, mit der diese Debatte teilweise geführt wird. Sie klingt nach Fürsorge, aber auch nach Bevormundung. Nach Schutz, aber auch nach Misstrauen. Nach der Vorstellung, Anleger müssten vor allem vor sich selbst geschützt werden. Natürlich brauchen Anleger Schutz. Natürlich brauchen sie Transparenz. Natürlich müssen Kosten nachvollziehbar sein. Natürlich muss klar sein, welche Interessen im Vertrieb eine Rolle spielen. Aber schützt man Anleger wirklich, wenn man ihnen immer neue Formulare, Zielmarktdefinitionen, Kostenraster, Product-Governance-Vorgaben und Rechtfertigungspflichten zumutet? Oder schützt man sie am Ende vor allem davor, überhaupt zu investieren? Je länger ich mir die Diskussion um die EU-Kleinanlegerstrategie anschaue, desto stärker habe ich den Eindruck: Wir reden über die falschen Probleme. Denn immer detailliertere Regulierung macht Anleger nicht automatisch besser geschützt. Sie kann den Zugang zur Geldanlage...
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