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Gepostet by on August 13, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Deutschland hat keine Ahnung von Geld

Vielleicht war die schwäbische Hausfrau eine der erfolgreichsten wirtschaftspolitischen Fehlbesetzungen der deutschen Geschichte. Sie hat es bis ins Kanzleramt geschafft – zumindest als Denkmodell. Sparen galt als Tugend. Schulden als Sünde. Die schwarze Null als Krönung solider Finanzpolitik. Und ein erstaunlich großer Teil Deutschlands glaubte daran. Vier Kolumnen lang habe ich analysiert, wie Deutschland der schwarzen Null verfallen konnte. Am Ende bleibt für mich eine ziemlich verstörende Frage: Wie konnte ein Land jahrzehntelang über Schulden streiten, wenn so viele offenbar nicht verstanden haben, wie unser Geldsystem überhaupt funktioniert? Der volumenmäßig größte Teil unseres Geldes ist Buchgeld. Geschäftsbanken schaffen neues Buchgeld, wenn sie Kredite vergeben. Werden diese Kredite getilgt, verschwindet das dabei geschaffene Geld wieder. Schulden sind deshalb in unserem heutigen Geldsystem kein Betriebsunfall. Sie sind systemimmanent. Die Schulden schaffen das Geld. Trotzdem wurde den Deutschen über Jahre eine Geschichte erzählt, die jedes Kind verstehen konnte: Schulden schlecht. Sparen gut. Schwarze Null hervorragend. Und als Krönung wurde die schwäbische Hausfrau zum Vorbild staatlicher Finanzpolitik erhoben. Ökonomisch ist das absurd. Ein...

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Gepostet by on August 10, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Deutschland hat sich kaputtgespart

In meiner letzten Kolumne habe ich erklärt, warum unser Geldsystem ohne neue Schulden nicht funktioniert. Aber die deutsche Liebe zum Sparen hat noch eine zweite Seite. Wir können sie inzwischen besichtigen. Auf unseren Straßen. In unseren Schulen. Auf unseren Schienen. Bei der Bundeswehr. In unseren Rathäusern. Deutschland hat über Jahre eine finanzpolitische Tugend gefeiert: die schwarze Null. Angela Merkel bemühte immer wieder das Bild der schwäbischen Hausfrau. Unter Finanzminister Wolfgang Schäuble erreichte der Bund 2014 erstmals seit 1969 einen ausgeglichenen Haushalt. Deutschland war stolz. Heute bekommen wir die Rechnung. Der von den Kommunen wahrgenommene Investitionsrückstand beträgt inzwischen 231,2 Milliarden Euro. Allein bei Schulen sind es 68,9 Milliarden, bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur 53,7 Milliarden Euro. Bei der Bahn sieht es nicht besser aus: Der Erneuerungsbedarf für Anlagen mit schlechten, mangelhaften oder einschränkenden Zustandsnoten liegt bei rund 106 Milliarden Euro. Und für eine Bundeswehr mit erheblichen Fähigkeitslücken brauchte es nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ein kreditfinanziertes Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Was ist daran solide? Wir haben den Haushalt...

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Gepostet by on August 10, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Ohne neue Schulden stirbt unser Geldsystem

Wer die Schulden abschaffen will, hat unser Geldsystem nicht verstanden. Seit Jahrzehnten wird uns in Deutschland erzählt, der Staat müsse wirtschaften wie eine schwäbische Hausfrau: sparen, Schulden vermeiden, nur ausgeben, was vorher eingenommen wurde. Das klingt vernünftig. Für unser heutiges Geldsystem wäre es tödlich. Denn der volumenmäßig größte Teil unseres Geldes ist Buchgeld. Und dieses Buchgeld entsteht zu einem großen Teil durch Kreditvergabe. Das behaupten nicht etwa Kritiker unseres Geldsystems. Das erklärt die Deutsche Bundesbank selbst: Vergibt eine Geschäftsbank einen Kredit, schafft sie damit neues Buchgeld. Wird der Kredit getilgt, verschwindet das dadurch geschaffene Buchgeld wieder. Die Schulden schaffen das Geld. Und jetzt denken wir das Ideal der schwäbischen Hausfrau konsequent zu Ende: Alle sparen. Alle tilgen ihre Schulden. Niemand macht neue Schulden. Damit käme die Geldschöpfung durch Kreditvergabe weitgehend zum Erliegen, während bestehendes kreditgeschaffenes Geld durch Tilgung verschwindet. Gleichzeitig wird gespartes Geld geparkt, statt für Waren, Dienstleistungen oder Investitionen ausgegeben zu werden. Sparen, tilgen, keine neuen Schulden: Was für den Einzelnen vernünftig klingen mag, würde auf die gesamte...

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