Leitwährung braucht Defizite – warum Trumps Zollpolitik dem Dollar schadet
Donald Trump gefährdet mit seinen Zöllen nicht China – sondern den Dollar. Über 50 Prozent auf chinesische Importe, auf europäische Autos anfangs 27 Prozent (inzwischen auf rund 15 Prozent reduziert), zusätzliche Abgaben auf andere Waren – so will er „Amerika wieder reich machen“. Doch was wie Schutz der heimischen Industrie klingt, trifft das Herzstück amerikanischer Macht: den Dollar als Weltleitwährung. Der Dollar lebt von Defiziten Eine Leitwährung ist kein Schatz, den man hortet, sondern ein Strom, der fließen muss. Länder brauchen Dollar für Rohstoffe, Unternehmen verschulden sich weltweit in Dollar, und Zentralbanken halten ihn als Reserve. Damit das funktioniert, muss Amerika mehr ausgeben, als es einnimmt. Handelsdefizite sind deshalb kein Zeichen der Schwäche, sondern der Preis für die Dollar-Dominanz. Zölle bremsen den Nachschub Genau hier liegt Trumps Denkfehler. Weniger Importe bedeuten weniger Dollar im Ausland. Zwar gibt es noch den sogenannten Eurodollar-Markt – und der Name ist irreführend: Er hat nichts mit dem Euro zu tun, sondern geht auf die 1950er zurück, als erste Dollar-Konten in Europa gehalten wurden....
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