Die Staaten werden die Kontrolle über das Geld verlieren
Der CLARITY Act soll in den USA klarer regeln, wann digitale Vermögenswerte dem Wertpapierrecht unterliegen, wann sie als digitale Rohstoffe behandelt werden und welche Behörde für welchen Markt zuständig ist. Für Unternehmen, Börsen und Anleger ist das wichtig. Für die Zukunft des Geldes ist es jedoch zweitrangig. Denn digitales Geld wird sich durchsetzen. Egal, ob es dem Regulator gefällt oder nicht. Offen ist nur, welche Form sich am Ende durchsetzt: Bitcoin, Stablecoins oder eine andere private beziehungsweise dezentrale Lösung, die wir heute vielleicht noch gar nicht kennen. Nicht offen ist die Richtung. Zum ersten Mal können Menschen weltweit „Geld“ übertragen und verwahren, ohne dafür zwingend das Geldsystem eines einzelnen Staates nutzen zu müssen. Genau darin liegt der eigentliche Umbruch. Staaten können Anbieter beaufsichtigen, Transaktionen besteuern, den Zugang erschweren oder einzelne Anwendungen verbieten. Sie können Gesetze wie den CLARITY Act verabschieden und versuchen, die neue Geldwelt in bestehende Kategorien einzuordnen. Doch sie werden ihr Geldmonopol nicht dauerhaft verteidigen können. Denn sobald Bürger und Unternehmen zwischen staatlichem Geld und global verfügbaren...
Mehr