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Gepostet by on August 20, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Waren Angela Merkel und Wolfgang Schäuble die dümmsten Politiker, die Deutschland jemals hatte?

Nein. Aber sie haben einen der dümmsten wirtschaftspolitischen Fehler der deutschen Nachkriegsgeschichte gemacht. Warum ich das so sehe, habe ich bereits in früheren Kolumnen beschrieben: Deutschland hat über Jahre notwendige Investitionen aufgeschoben und die schwarze Null zum politischen Erfolg erklärt. Ausgerechnet bei historisch niedrigen Zinsen – zeitweise sogar bei negativen Renditen. Deutschland hätte investieren können. Stattdessen wurde gespart. Viele der damals unterlassenen Investitionen müssen wir heute nachholen – zu deutlich höheren Finanzierungskosten. Und wenn Schulden und Zinskosten weiter steigen, könnte irgendwann sogar Deutschlands Bestnote bei den Ratingagenturen wackeln. Doch es geht längst nicht mehr nur ums Geld. Die schwarze Null könnte auch erklären, warum heute so viele Menschen das Gefühl haben, dieser Staat habe die Kontrolle verloren. Nehmen wir Angela Merkels Asylpolitik. Hunderttausende Menschen kamen innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland. Natürlich war das eine enorme Herausforderung. Aber musste daraus zwangsläufig die Überforderung werden, die wir anschließend erlebt haben? Asylverfahren dauerten zu lange, Abschiebungen scheiterten, Kommunen kamen an ihre Grenzen, Schulen und Wohnungsmarkt ebenfalls. Vielleicht lag das Problem also nicht...

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Gepostet by on August 13, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Deutschland hat keine Ahnung von Geld

Vielleicht war die schwäbische Hausfrau eine der erfolgreichsten wirtschaftspolitischen Fehlbesetzungen der deutschen Geschichte. Sie hat es bis ins Kanzleramt geschafft – zumindest als Denkmodell. Sparen galt als Tugend. Schulden als Sünde. Die schwarze Null als Krönung solider Finanzpolitik. Und ein erstaunlich großer Teil Deutschlands glaubte daran. Vier Kolumnen lang habe ich analysiert, wie Deutschland der schwarzen Null verfallen konnte. Am Ende bleibt für mich eine ziemlich verstörende Frage: Wie konnte ein Land jahrzehntelang über Schulden streiten, wenn so viele offenbar nicht verstanden haben, wie unser Geldsystem überhaupt funktioniert? Der volumenmäßig größte Teil unseres Geldes ist Buchgeld. Geschäftsbanken schaffen neues Buchgeld, wenn sie Kredite vergeben. Werden diese Kredite getilgt, verschwindet das dabei geschaffene Geld wieder. Schulden sind deshalb in unserem heutigen Geldsystem kein Betriebsunfall. Sie sind systemimmanent. Die Schulden schaffen das Geld. Trotzdem wurde den Deutschen über Jahre eine Geschichte erzählt, die jedes Kind verstehen konnte: Schulden schlecht. Sparen gut. Schwarze Null hervorragend. Und als Krönung wurde die schwäbische Hausfrau zum Vorbild staatlicher Finanzpolitik erhoben. Ökonomisch ist das absurd. Ein...

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Gepostet by on August 11, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Auch die Experten lagen daneben

Erst die Politik. Dann die Medien. Und jetzt wird es unangenehm für eine dritte Gruppe: die Experten. Denn die schwarze Null war keineswegs nur eine Idee von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble. Prominente Ökonomen verteidigten diesen Kurs ausdrücklich. Hans-Werner Sinn verteidigte 2014 öffentlich die schwarze Null. Friedrich Heinemann vom ZEW erklärte im selben Jahr, sie sei wichtig für Deutschland und die Eurozone. Und auch der Sachverständigenrat drängte auf weitere Haushaltskonsolidierung und forderte Deutschland auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Das waren keine Stimmen vom Rand der Debatte. Das war ökonomische Rückendeckung aus dem Zentrum der deutschen Wirtschaftswissenschaft. Natürlich gab es Gegenstimmen. Auch damals warnten Ökonomen vor zu geringen Investitionen und davor, den ausgeglichenen Haushalt zum Selbstzweck zu machen. Aber genau deshalb stellt sich heute eine unbequeme Frage: Warum lagen so viele einflussreiche Experten mit ihrer Prioritätensetzung daneben? Denn während Deutschland seine schwarze Null feierte, wuchs der Investitionsbedarf bei Infrastruktur, Schulen, Digitalisierung und Verteidigung. Die schwarze Null war nie ein ökonomisches Naturgesetz. Sie war eine politische Entscheidung. Doch wenn renommierte Ökonomen...

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Gepostet by on August 11, 2026 in Allgemein | Keine Kommentare

Die schwarze Null war auch ein Medienversagen

Deutschland hat sich kaputtgespart. Darüber habe ich in meiner letzten Kolumne geschrieben. Aber Angela Merkel und Wolfgang Schäuble waren nicht allein. Sie hatten Helfer. Teile der deutschen Medien machten aus der schwarzen Null nicht nur eine politische Entscheidung, sondern eine Erfolgsgeschichte. Als Wolfgang Schäuble den ausgeglichenen Bundeshaushalt erreichte, wurde die schwarze Null in Teilen der Medien als großer finanzpolitischer Erfolg gefeiert. Heute wissen wir, wohin uns diese Mentalität mitgeführt hat: marode Infrastruktur, Investitionsstau, eine über Jahre vernachlässigte Bundeswehr und ein Staat, der inzwischen Hunderte Milliarden Euro mobilisieren muss, um Versäumtes nachzuholen. Natürlich waren nicht alle Journalisten blind. Schon damals gab es deutliche Warnungen vor den Folgen ausbleibender Investitionen und einer zu rigiden Sparpolitik. Das eigentliche Versagen beginnt dort, wo Journalisten eine politische Erzählung nicht mehr kritisch hinterfragen, sondern selbst zu ihren Verstärkern werden. Wirtschaftsjournalismus hat die Aufgabe, politische Erzählungen zu hinterfragen – gerade dann, wenn sie so wunderbar einfach klingen. Schulden schlecht. Sparen gut. Schwarze Null hervorragend. So einfach funktioniert eine Volkswirtschaft aber nicht. Die schwäbische Hausfrau funktionierte politisch...

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Gepostet by on August 10, 2026 in Allgemein | 2 Kommentare

Deutschland hat sich kaputtgespart

In meiner letzten Kolumne habe ich erklärt, warum unser Geldsystem ohne neue Schulden nicht funktioniert. Aber die deutsche Liebe zum Sparen hat noch eine zweite Seite. Wir können sie inzwischen besichtigen. Auf unseren Straßen. In unseren Schulen. Auf unseren Schienen. Bei der Bundeswehr. In unseren Rathäusern. Deutschland hat über Jahre eine finanzpolitische Tugend gefeiert: die schwarze Null. Angela Merkel bemühte immer wieder das Bild der schwäbischen Hausfrau. Unter Finanzminister Wolfgang Schäuble erreichte der Bund 2014 erstmals seit 1969 einen ausgeglichenen Haushalt. Deutschland war stolz. Heute bekommen wir die Rechnung. Der von den Kommunen wahrgenommene Investitionsrückstand beträgt inzwischen 231,2 Milliarden Euro. Allein bei Schulen sind es 68,9 Milliarden, bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur 53,7 Milliarden Euro. Bei der Bahn sieht es nicht besser aus: Der Erneuerungsbedarf für Anlagen mit schlechten, mangelhaften oder einschränkenden Zustandsnoten liegt bei rund 106 Milliarden Euro. Und für eine Bundeswehr mit erheblichen Fähigkeitslücken brauchte es nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ein kreditfinanziertes Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Was ist daran solide? Wir haben den Haushalt...

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